Everything that has a beginning has an end…

Was ist passiert? Ich fürchte ich bin wieder in ein Zeitkontinuum geraten. Wo ist die Zeit hin???? In ein paar Stunden hebt der Flieger ab.

Es kommt jetzt vielleicht überraschend, aber ich will nicht nach Hause…

Meine Zeit in Neuseeland endet ja in Christchurch. Wieder hier zu sein ist komisch und ich fühle mich auch nicht besonders wohl. Es ist nicht so, dass ich Angst vor einem erneuten Erdbeben habe, aber an einigen Stellen sah das noch so aus wie vor 4 Jahren. Das ist unheimlich.

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Hier wird zwar viel gebaut, aber an einigen Stellen ist seit Jahren nichts passiert. Es gibt noch immer Verhandlungen mit den Versicherungen was mit den Gebäuden passieren soll. Entweder abreißen oder neu bauen. Das zieht sich in die Länge. Auch gerade im Bezug auf die Kirche. Die Stadt steht nach jedem Regen quasi unter Wasser, weil auch die Kanalisation nicht wieder überall repariert wurde. Die Leute hier tun mir leid, lassen sich aber nicht unterkriegen.

Ich bin auch eigentlich nur zum Schlafen hier, weil ich gestern den ganzen Tag mit dem Zug unterwegs war. Mein letzter Programmpunkt bestand aus der Fahrt mit dem TranzAlpine von Christchurch nach Greymouth und zurück. Bei strahlendem Sonnenschein haben sich die Alpen von mir verabschiedet!!

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Da die Reise heute endet ist es Zeit für ein Fazit. Neuseeland ist und bleibt mein Lieblingsreiseland.

Neuseeland…

Wo Vögel Aussehen wie Schmetterlinge

Wo Größe eine neue Bedeutung bekommt

Wo Petrus Einen erst aufregt und dann wieder versöhnlich stimmt (ganz verziehen hab ich Ihm das in Napier, Wellington und Marahau aber nicht)

Wo zwar angeblich Hobbits und Sauron zu Hause sind, ich aber außer Trollen niemanden gesehen hab. Auch direkt bei Bilbo und Frodo vor der Haustür. Kein Mensch (äh Hobbit) da.

Wo Fernsehsendungen die Macht haben die Politik nachhaltig zu beeinflussen

Wo man einfach mal den Boden aufreißt, um ein paar Farne reinzusetzen

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Wo man auch Farne essen kann

Wo ich gelernt habe Instant-Nudeln mit dem Wasserkocher zuzubereiten

Wo im Fernsehen eine lockere Stimmung herrscht, wenn nicht grade eine OP am offenen Herzen stattfindet

Wo Wasser eine zentrale Rolle spielt

Wo Schoki günstiger als Gemüse und Obst ist

Wo ein falscher Schritt weh tun kann

Zu meinem persönlichen Highlight gehört das Fiordland. Die Gegend da ist unglaublich cool. Natürlich auch wegen der Sache mit dem Moos. Grün soweit das Auge reicht!

Ja, ist jetzt Schluss, oder wie? Ich weiß es nicht. Vermutlich gibt es auf der Heimreise noch was zu erzählen, also kann es sein, dass noch ein Eintrag kommt.

Ansonsten sage ich aber einstweilen vielen Dank an meine Leser. Die moderne Technik hat mich darüber auf dem Laufenden gehalten wie oft meine Seiten angeklickt wurden. Das war auf jeden Fall mehr als ich erwartet hatte. 🙂

Nicht mehr lange und ich werde in den Flieger steigen und sage daher schonmal auf Wiedersehen. Over and out!

Wenn der Himmel seine Pforten öffnet…

dann regnet es meistens.

Auf Anweisung des Wettergroßmeisters Petrus (ich bin mir ganz sicher, dass er dahinter steckt) war wieder Regen angesagt.

Dabei sah doch zunächst noch alles so gut aus! Mount Cook verabschiedete sich mit preisverdächtigem Wetter. Auch der Ausblick auf Lake Pukaki ließ keine Wünsche offen.

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Die Ankunft in Akaroa versprach auch Einiges. Ein eigenes kleines Häuschen mitten in einem Kräutergarten mit zwei riesigen Hecken Rosmarin vor der Nase. Dazu eine Tasse Earl Grey mit selbst gebackenen Plätzchen und Ausblick auf die Bucht. Was will man mehr?

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Die Aussicht auf die nächsten Tage trübte jedoch die Sicht. Es gab es eine Schlechtwetterwarnung für Canterbury und damit auch für Akaroa. Während einer erneuten Bootstour (nein, den Dreh hab ich immer noch nicht raus) mit Delfinbeobachtung sah es allmählich wirklich nach schlechtem Wetter aus. Da wir auf der offenen See schon ordentlich durchgeschüttelt wurden, gab es auch keine Tour am Nachmittag! Dafür gab es bei dieser Tour tierische Unterstützung von Hector. Einem kleinen Hundilein, dass sich den Wellen tapfer mit einer Schwimmweste gestellt hat. Ich mag ja Hunde und hab mich gleich angefreundet. Bevor ich dem Hund heißen Tee auf den Bauch geschüttet hab, war er auch noch recht zutraulich… Jedenfalls konnte Hector die Delfine hören, bevor wir Sie sehen konnten. Sehr beeindruckend muss ich sagen. Das hat auch relativ gut geklappt.

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Wirklich alle Akaroaianer (George, äh Disney, so könnte doch eine neue Alien-Spezies heißen) mit denen ich gesprochen habe waren wegen des Regens in Sorge. An einigen Stellen wurde schon mit Sandsäcken mobil gemacht.

Wenn sich die Einheimischen Sorgen machen, dann stehe ich dem in nichts nach. Allerdings war es nach meiner Erfahrung im Abel Tasman gar nicht so schlimm, aber was weiß ich schon?

Nachdem ich aufgrund des Regens nicht so gut schlafen konnte, war die Nacht recht kurz. Vom Regen her noch immer kein Vergleich zum Abel Tasman. Als ich jedoch den Fernseher eingeschaltet hatte wurde ich eines besseren belehrt. Canterbury unter Wasser, jedenfalls sahen die Bilder aus Christchurch in etwa so aus…

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Als ich dann einen Fuß auf den Rasen gesetzt hab, bin ich erstmal gut einen Zentimeter abgesackt. Als ich mit Auto einräumen fertig war, sah meine Hose so aus als ob ich einen Dreitagesmarsch hinter mir hätte. Aber wer aus seiner eigenen Haustür rausfällt, für den ist das kein Problem. 🙂

Na ja, leider nur noch ein Stopp in Christchurch und dann gehts nach Hause… 😦 😦 😦

Hochsimmer on the rocks…

Mount Cook. Eines der Wahrzeichen des Landes und auch gleichzeitig der höchste Berg, auch wenn er etwas geschrumpft ist. Wird halt auch älter, der Gute. Eigentlich hat das Trainingscamp von Sir Edmund Hillary 3.753 Meter, aber 1991 hat der Berg einfach mal 30 Meter abgeschüttelt. Dabei hat er sich schlau angestellt, weil das bis letztes Jahr November Keinem aufgefallen ist. Im Moment hat der Berg eine Höhe von 3.724 Metern.

Als ich von Dunedin losgefahren bin hatte ich die Alpen nur teilweise im Blick, weil es bewölkt war. Nach meiner Ankunft war ich, trotz der bewölkten Sicht, beeindruckt. Das Problem auch ist hier, dass man sich der Größe nicht bewusst ist. Es wäre schön, wenn das Land einem manchmal gestatten würde die Größenverhältnisse zu begreifen. Da steht man also als kleine Stecknadel und fragt sich wie hoch das Gebirge wohl ist. Alles was ich wusste war das der Berg höher aussah als der Hochsimmer. Das wars dann auch schon. 🙂 Aus Interesse hab ich mal grade nachgeguckt. Mount Cook ist 6.33 mal größer als der Hochsimmer.

Jedenfalls ist das hier

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nicht Mount Cook, wie ich zuerst angenommen hatte. Dieser Berg schien der Größte weit und breit. Das war aber Quatsch, denn das

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ist Mount Cook. Nur falls Euch mal jemand fragt. In der Sprache der Maori heißt der Berg Aoraki (cloud piercer).

Zu der Gebirgskette gehören auch verschiedene Gletscher. Ich bin auf einem kleinen Boot über den Gletscher See des Abel Tasman Gletscher geschippert und konnte mir einige Eisschollen aus nächster Nähe angucken und auch mal kosten. Wie was? Ich soll das Eis probieren? Ne, lass mal. Schnee muss ich auch nicht unbedingt testen. Schließlich weiß ich doch nicht was da vom Himmel gekommen ist. Da das Eis ein paar tausend Jahre alt ist, war da mit von Menschenhand herbeigeführtem Klimawandel noch nicht so viel gebacken. Also äußerst erfrischend.

Nach der Bootstour bin ich noch zu Fuß ins Hooker Valley aufgebrochen, wo man bis zur Gletscherzunge vordringen konnte und dabei immer den Mount Cook im Blick hat. Ziemlich beeindruckend, weil mir Neuseeland endlich mal einen Maßstab geboten hat. Man konnte irgendwie am Himmel einen Helikopter hören. Allerdings war er nur als winzig kleiner Punkt zu erkennen.

Geschichtsstunde in Dunedin

Ja, ich hab wieder dauerhaften Zugang zum Internet. Das heißt, ich kann auch wieder regelmäßiger Schreiben.

Nachdem ich mich leider vom Fiordland verabschieden musste, war meine Zeit in Dunedin sehr lehrreich. An sich hat mir die Stadt, ganz unter uns, nicht gefallen. Dafür aber die Unterkunft und auch die Umgebung umso mehr. Dieses Mal war ich direkt gegenüber einer Kirche untergebracht und die Unterkunft selbst hat auch früher mal zur Kirche gehört. Dort haben ein paar Priester gewohnt, die Schulkinder unterrichtet haben. Also ein Gebäude mit Geschichte. Auch der Gastgeber war ausgesprochen nett und hat sich die Zeit genommen mir alles zu zeigen und wir haben uns relativ lange unterhalten. Er hat mich auch darauf aufmerksam gemacht, dass am 25.04. Anzac day hier in Neuseeland ist. Natürlich hatte ich vorher schonmal davon gehört, aber ich hatte mich mit dem Thema noch nie so wirklich beschäftigt. Abends haben wir, zusammen mit anderen Gästen des Hauses im Kaminzimmer gesessen und darüber gesprochen. Na ja, eigentlich habe ich eher zugehört, weil ich von diesem geschichtlichen Hintergrund nicht wirklich Ahnung habe. Und wie hat schon Joschka Fischer so schön gesagt? „Wer keine Ahnung hat, hat auch keine Meinung!“ Daher habe ich die Lauscher auf und den Schnabel zu gemacht.

Für alle, die sich vielleicht fragen worum es beim Anzac (Australian and New Zealand Army Corps) Day geht, daher hier in aller Kürze eine Erklärung. Dabei werden die gefallenen australischen und neuseeländischen Truppen geehrt, die in der Schlacht um Gallipoli im ersten Weltkrieg gefallen sind. Das ist den Neuseeländern ein sehr großes Anliegen. Größer noch, als ich gedacht hätte. In nahezu jedem Ort auf beiden Inseln findet sich ein Gedenkstein zu Ehren der gefallenen Soldaten und dort gab es am Anzac day überall Gedenkveranstaltungen. In Dunedin selbst haben über 9.000 Menschen daran teil genommen. Da Neuseeland für seine Bevölkerungsdichte relativ viele Soldaten für den Kampf gestellt hat, ist fast jeder hier davon betroffen. Im nächsten Jahr jährt sich die Schlacht um die türkische Halbinsel zum hundertsten Mal, daher planen auch viele dann in die Türkei zu fliegen.

Ich hatte zwar früher schonmal den Begriff Gallipoli gehört, hatte aber keine Ahnung was dahinter steckt. Am nächsten Morgen habe ich daher vom Besitzer der Unterkunft noch eine persönliche Geschichtsstunde bekommen. Er hat mir auch erzählt, dass sich verstärkt viele jüngere Leute dafür interessieren, was ich wiederum sehr interessant fand.

Zum Zeichen der Anteilnahme und Ehrung der gefallenen Soldaten tragen viele (auch schon einige Tage vorher) einen kleinen Anstecker in Form einer Mohnblume. Dafür spendet man dann einen kleinen Beitrag.

Neben der Geschichtsstunde durfte ich auch Seelöwen und Pinguine aus nächster Nähe beobachten. Wenn man einem Koloss von Seelöwe (400 Kilo) mit ein paar Meter Entfernung in freier Wildbahn ins Auge blickt, da wird’s Einem schonmal mulmig. Auch hier immer schon ruhig bleiben und bei Gefahr auf keinen Fall rennen… 🙂 In der Gruppe bleiben und hoffen, dass sich eine langsam bewegende Masse als zu langweilig herausstellt. Zum Glück haben die sich eher untereinander gekabbelt, als uns als Spielkameraden zu sehen.

Meine erste Pinguin-Sichtung in freier Wildbahn fand ich gar nicht so spektakulär. Dafür war ein andere Person völlig aus dem Häuschen deswegen. Sie hat mir gesagt, dass Sie sehr glücklich sei Ihren ersten Pinguin gesehen zu haben. Na ja, jedem das Seine.

Ach ja und wir haben Albatrosse beobachtet. Ganz schön groß so’n Ding: Flügelspannweite 3 Meter. Wie alles in Neuseeland lässt sich diese Größenordnung nur schlecht nachvollziehen, wenn ein gigantischer Vogel in einer gigantischer Landschaft an einem vorüber zieht. Ich glaub, man müsste sich selbst sehen können, um zu begreifen wie groß der Vogel wirklich ist. Zwar hab ich gefühlte 100 Fotos, aber auf Keinem ist die Größe zu erkennen, weil sonst nur Himmel im Hintergrund ist.

Nachdem ich Dunedin hinter mir gelassen hatte, führte mich die Reise weiter zum Mount Cook. Doch dazu später mehr.

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Den Gürtel enger schnallen…

Ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich mich nicht gemeldet hab. Dafür gibt es natürlich vielerlei Gründe, aber Faulheit ist Keiner davon.

Seit meinem letzten Eintrag bin ich wieder gut ein Stück rumgekommen. Vom wilden und unberührten Doubtful Sound, über einen Besuch bei Pinguinen und Seelöwen zum Wahrzeichen Neuseelands, Mount Cook.

Gerade in den etwas wilderen Gegenden ist das mit dem Internet nicht immer gegeben, oder man war den ganzen Tag unterwegs und fällt um sieben Uhr abends in den Tiefschlaf.

Im Doubtful Sound hatte ich ja die Gelegenheit eine kleine Kreuzfahrt mit einer Übernachtung zu machen. Das war super, trotz der Aussicht auf 24 Stunden auf dem Wasser. In meiner Doppelkabine mit eigenem Bad hab ich mich sehr wohl gefühlt und die Aussicht auf die Fjordlandschaft ist nicht zu unterschätzen. So schippert man ganz gemütlich den Fjord entlang und hat alle Zeit der Welt Fotos zu machen. Am späten Nachmittag hat das Schiff geankert und es gab zwei Möglichkeiten die nähere Umgebung zu erkunden. Entweder im Kayak oder im Beiboot mit Kommentar eines Guides. Da es im Fjord ja alles, aber keinen Seegang gibt, ist Kayak fahren doch irgendwie uninteressant. 😉 Daher gab es eine Tour mit Guide, die etwa eine Stunde gedauert hat. Und das alles bei wunderbarem Sonnenschein!! In der Regel regnet es dort fast immer, aber dieses Mal hatte ich Glück. Eben auf diesem kleinen Ausflug ist mir der grandiose Einfall gekommen beim Aussäen in Zukunft Moos statt Erde zu verwenden. Jedenfalls mal testweise. An den Steilhängen wächst schließlich auch alles auf Moos. Warum nicht? Das werde ich gleich ausprobieren, wenn ich wieder zurück bin.

Am Abend gab es ein leckeres 3 Gänge Menü. Das mit dem Schlaf hat auch gut geklappt, obwohl die nebenan nachts einen ganzen Wald abgeholzt haben. Es hat auch angefangen zu regnen was irgendwie komisch geklungen hat, aber nach diesen Unterbrechungen bin ich schnell wieder eingeschlafen.

Leider hatte es seit dem nächtlichen Regenfall nicht mehr aufgehört, aber Regen sorgt für viele Wasserfälle…

Nachdem ich wieder in der Zivilisation angekommen bin wollte ich eigentlich wieder zurück aufs Boot, aber irgendwie hat das nicht so richtig geklappt.

Was will ich also sagen, wenn ich meine den Gürtel enger schnallen zu wollen? Es geht ums Sparen für die nächste Reise. Gedanklich bin ich schon dabei das zu tun. Bis zum tatsächlichen Antritt der Reise dürfte es noch dauern, aber man braucht ja ein Ziel vor Augen. Davon mal ganz abgesehen sollte ich den Gürtel sprichwörtlich wirklich etwas enger schnallen, weil Schoki hier eben günstiger ist, als gesunde Lebensmittel. ;).

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Mittelerde Teil II

Gestern durfte ich wieder nach Mittelerde reisen. Manche Leute würde mich vielleicht als Nerd bezeichnen, aber Bob hat den Vogel für mich abgeschossen. Bob war unser Guide und ist sowas von Fan. Ich bin noch immer über sein unglaublich großes Wissen über die Bücher und die Welt von Tolkien beeindruckt. Bis jetzt hab ich noch Keinen kennen gelernt, der aus dem Hobbit oder dem Silmarillion zitieren konnte. Der hat seinen Traumjob gefunden, obwohl mir das eher wie eine Berufung erscheint. Dagegen fühle ich mich ziemlich unwissend. Er hat mich jedenfalls ein bisschen angesteckt, sodass ich mir im iBook Store die Bücher gleich nochmal besorgt hab.

Da es in den letzten zwei Tagen nur ganz wenig (juchu) geregnet hat, sind wieder vermehrt ‚Sandflies‘ unterwegs. Kleine, ungemütliche Stechmücken, die so raffiniert sind, dass man die Auswirkungen des Stichs erst nach einem halben Tag merkt. Wenn mich die Biester an Armen oder Beinen erwischen, ist mir das relativ egal. Das verhält sich aber ganz anders, wenn man im Gesicht gestochen wird. Wäre jetzt bald Comic-Con wäre Klingone wohl die richtige Verkleidung. 🙂

Trotz der Mückenstiche ein toller Ausflug. Bob hat auch was über die Produktion der Filme hier in Queenstown erzählt und hat uns als Souvenir zwei Tagesdispos mitgegeben. Da steht drauf, wer am Tag wann am Set zu sein hat, welche Requisiten und welches Equipment benötigt wird. Ich weiß nicht, was ich erwartet hab, aber die haben auch nur mit Wasser gekocht! Die Dispos, die wir für Ayuda erstellt haben, sahen genau so aus. 🙂 Ist aber trotzdem mal interessant zu sehen.

Morgen geht es weiter nach Te Anau.

Ich wünsche allen ein frohes Osterfest!!

Ach ja, hier noch ein kleines Foto für meine Kollegen…

Das ist ein Fergburger!

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Auf der Fahrt nach Quweenschtun

So in etwa hört es sich an, wenn das Navi versucht Queenstown auszusprechen. Zuerst hab ich noch gedacht, dass ich den falschen Namen eingegeben hab, aber die gute Dame kann leider gar kein Englisch. Ein kleiner Kurs dürfte Ihr ganz gut tun.

Da ich wusste, dass die Fahrt recht lang wird, bin ich entsprechend früh aufgebrochen. So gegen 07:00 Uhr bin ich in Hokitika los. Ich muss sagen, die Eifel war ein gutes Trainingspflaster dafür. Unzählige Kurven, unzählige Camper und Sturmböhen soweit das Auge reicht. Da können die in Wellington einpacken. Leider kann ich kein Bild davon zeigen, wie der Camper vor mir gefährlich geschwankt ist. Gedanklich habe ich mich schon gefragt, wo das Warndreieck im Auto ist und wo ich meine Warnweste im Koffer verstaut hab. Zum Glück ist nix passiert.

Dafür hat mein Körper aber für ein paar Sekunden eine Menge Adrenalin produziert. Seit meinem letzten Aufenthalt hier bin ich auf wackelnde und schwankende Dinge die auch noch Geräusche machen, nicht mehr so gut zu sprechen.

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Das Bild ist nicht von mir, sondern von einer behördlichen Website der Kiwis.

Man kann es zwar auf dem Foto nicht sehen, aber diese Brücke hat mich echt fertig gemacht. Nicht etwa wegen Gegenverkehr oder so. Nein, bei Sturmböhen verhält sich diese Brücke etwa so wie die Golden Gate Bridge bei Erdbeben. Sie ist so gebaut, dass Sie schwankt. Aufgrund des starken Windes hab ich mein Unglück zu spät erkannt. Da war ich schon auf der Brücke. Das ist vielleicht unangenehm. Nach etwa 10 Schrecksekunden und lautem ‚gut zureden‘ war ich froh, als ich die Brücke hinter mir hatte.

Ansonsten bin ich bei etwa 18 Grad Außentemperatur gestartet und hatte dann auf den Pisa Ranges, die kurz vor Queenstown liegen auf dem Gipfel Schnee und etwa nur 4 Grad. Auf diese Art von Wetterumschwung war ich nicht vorbereitet als ich ausgestiegen bin, um ein Foto zu machen. Wenn man mit kurzem Armen da oben steht, ist das doch etwas kalt.

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Zum Glück bin ich ja jetzt endlich da und nach einer heißen Dusche fühlt man sich besser. Gleich fahre ich noch mit der Gondel für ein Abendessen und ‚traditionelle Maoriaufführung‘ auf den Gipfel. Morgen geht es dann wieder nach Mittelerde. 🙂 Endlich!!

Viele Grüße aus Quweenschtun, Eva

PS: Nebenbei läuft auf stumm der Fernseher und neuseeländisches Fernsehen macht mir aufs neue Angst. Da ist eine angebliche Köchin, die zeigt wie man einen Tintenfischsalat zubereitet. Ohne die Stimme dazu, sieht man deutlich wie unsicher Sie ist. Auch der Umgang mit dem Messer erscheint mir nicht sonderlich professionell. Aber immer noch besser als die Serie aus der Notaufnahme, wo ich gestern Zeuge werden konnte, wie einem die Brust aufgeschnitten, mit diesem komischen Rippen-auseinander-Schiebe-Gestell der Brustkorb aufgeschoben und eine OP am Herz durchgeführt wurde. Also im deutschen Fernsehen hätte ich sicherlich nicht so viel gelernt.

H2O und Edi auf Reisen

Kia Ora!

Inzwischen habe ich es aus der internetfreien Zone geschafft und habe wieder dauerhaften Empfang. Daher kann ich noch etwas mehr vom Regen erzählen, der mich verfolgt und sogar so laut ist, dass ich nachts nicht schlafen kann…

Trotz des anhaltenden Regens habe ich den Abel Tasman Nationalpark zu Fuß erkundet und kann sagen, dass sich eine solche Tour auch bei Regen lohnt. Wie fast alles hier. Der Tag der Wanderung startete erwartungsgemäß mit einer für mich typischen Begutachtung des Bodens. Nur einen Schritt aus der Tür und es hat mich mal wieder dahin gerafft. Zunächst dachte ich, dass da nix weiter wäre, weil ich eine längere Hose getragen habe. Da das Pochen auch nach 20 Minuten noch nicht nachgelassen hat, hab ich einfach mal geguckt. Siehe da: es hat sich wieder gelohnt. Zwar nur ein Kratzer, aber die Sachen schmerzen ja häufig am meisten. Zu meinem ständigen Reisebegleiter gehört Wundspray. Also kurz eingesprüht und dann ging die Reise mit dem Wassertaxi los. Auch wenn das kleine Boot ganz schön geschaukelt hat, ging es mir erstaunlich gut. Ich hab mich bis zur Torrent Bay fahren lassen und bin von da aus zurück nach Marahau gelaufen. Ungefähr 4,5 Stunden durch strömenden Regen. Da konnten meinen Schuhe und meine Goretex-Regenjacke mal zeigen was Sie drauf haben. Meinen Schuhen gebe ich eine 1+ und meiner Jacke eine gute 2. Für den anhaltenden Regen hat Sie erstaunlich lange durchgehalten.

Essenstechnisch war ich gut vorbereitet und konnte mein üppiges Mahl in der Appletree Bay einnehmen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich eine Edi Tüte dabei hatte.

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Anne und Tobi haben mir bei Ihrem letzten Besuch ein echtes Wacholderbrot von zu Hause mitgebracht, was in dieser Tüte eingepackt war. Um meinen unglaublich großen Bedarf an Plastiktüten zu decken, ist diese Tüte mit auf die Reise gekommen. Wenn ich mir das so recht überlege dann ist die Tüte schon weit gereist. Von Ösch über den Niederrhein in die Apple Tree Bay. Ich weiß nur nicht recht, ob Sie auch den Weg nach Hause schafft, aber man weiß ja nie.

Nach der Wanderung war ich dann völlig im Eimer und hab den Rest des Tages damit verbracht mich aufzuwärmen und nichts zu tun.

Ich hatte noch einen Tag im Park übrig, aber da ich diesen nun schon von der See und vom Land aus erkundet hatte, hab ich mich dazu entschlossen nach Nelson zu fahren, da es auch an diesem Tag ausschließlich geregnet hatte. Regenwetter ist schlecht für die Reisekasse, da ich viel zu viel Geld beim Shopping ausgegeben habe. Dafür kann ich aber behaupten auch ein paar Schnäppchen gemacht zu haben. 🙂

Die letzte Nacht in Marahau hab ich fast kein Auge zu getan. Das lag nicht etwa an meiner kognitiven Dissonanz wegen des Shoppings, sondern vielmehr am Regen, der wirklich unglaublich laut war. Für die Nacht wurden für die Region starke Regenfälle vorausgesagt, was auch stimmte. Ich glaub, ich weiß erst jetzt was starker Regenfall bedeutet. Bis dato hab ich noch keinen solchen lang anhaltend, starken Regenschauer erlebt. Die Kiwi lachen sich bestimmt darüber kaputt, aber für mich war es so.

Dann bin ich heute nach Hokitika aufgebrochen und kann sogar berichten, dass ich zwischendurch die Sonne wiedersehen durfte.

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Morgen geht es weiter nach Queenstown.

Eine Seefahrt die ist lustig…

Ich grüße noch aus Marahau.

Daher kommen die Beiträge etwas verzögert, weil hier in der Unterkunft gar kein Empfang ist. Geprägt von dauerhaftem Regen hab ich auch fast keine Fotos gemacht. Besonders beim Kayak fahren hab ich meine Kamera lieber im wasserdichten Seesack gelassen. Das Kayak fahren hat viel Spaß gemacht, obwohl ich bei der Hinfahrt große Sorge hatte zu Erfrieren. Ganz wie die Einheimischen hatte ich beschlossen bei nur 15 Grad Außentemperatur eine kurze Hose anzuziehen. Schon als ich darauf gewartet hab, dass es losgehen soll, war es in Kombination mit dem Wind recht frisch! Als ich mich angemeldet hatte hieß es gleich, dass ich mir einen tollen Tag ausgesucht hatte, da die See an dem Morgen recht unruhig war. Das hab ich unmittelbar nach Betreten des Bootes gemerkt. Es hilft ja nichts. Während der Fahrt von Kaiteriteri zur Torrent Bay, die ungefähr 40 Minuten dauert war mir schon ein bisschen flau im Magen und ich war mir unsicher, ob das mit dem Kayak fahren bei diesem Wellengang unbedingt sein musste.

Manchmal muss man sich aber seinen Dämonen stellen. Nach einer recht langen Ausführung zum Verhalten auf dem Wasser und ganz besonders was bei einer Eskimorolle zu tun ist war ich doch etwas nervös! Ich saß zusammen mit Katie im Kayak, die zum Glück etwas Erfahrung mitbrachte und die Steuerung übernahm. Nach anfänglicher Unsicherheit muss ich sagen, dass macht einen Mordsspaß. Besonders bei hohem Wellengang. Auch wenn man die anderen Kayaks aufgrund der Wellen nicht immer sehen konnte! Wer hätte gedacht, dass mir das Spaß macht? Wir haben an verschiedenen Buchten Halt gemacht und sind auch eine dunkle Höhle gekrochen, wo uns unser Guide Emma ‚Cave Wetas‘ gezeigt hat.

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Allerdings ist beim letzten Einsteigen ein kleines Malheur passiert. Wir haben das Kayak zu weit ins Wasser geschoben um Einzusteigen! Daher hatte ich die Hälfte des Meers IM Kayak. Sprich, ich war naß bis auf die Haut. Irgendwie ekelhaft. Am Ende wurde es dann nochmal spannend als es hieß, dass wir auf einer Welle an den Strand surfen sollten. Dabei kann das Kayak wohl leicht kentern, wenn man im falschen Winkel auf die Welle trifft. Wir haben aber alles richtig
gemacht und sind von einer Welle an den Strand getragen worden. Das ist eine Mordsgaudi.

Am Abholpunkt angekommen konnte sich jeder frische Sachen anziehen, sofern man sowas denn auch dabei hatte! Ich konnte mich zwar Rühmen eine neue Hose eingepackt zu haben, aber sonst nix! Also auch keine neue Unterwäsche. Das hilft natürlich wenig, wenn alles nass ist. Daher musste ich MacGyver erneut zur Rate ziehen und konnte mir mit einem Schal aushelfen. 🙂

Was würde ich nur ohne diese praktikablen Ideen tun?>