Kapiti Island

Ich bin sehr froh darüber, dass ich den richtigen Tag für meinen Ausflug nach Kapiti Island ausgesucht habe. Bilderbuchwetter. Auf Tiritiri Matangi hatte ich geführte Tour gebucht. Dieses Mal wollte ich auf eigene Faust unterwegs sein. Wie erwähnt sind die Kiwis sehr streng, wenn es um ein Naturschutzgebiet geht. Schuhe schrubben und ja keine unerwünschten Besucher mitbringen. Das wird vorab strengstens kontrolliert. Ich war ein bisschen zu spät dran, um mit dem Bus pünktlich zur Abfahrt zu kommen. Da hab ich mich für ein Taxi entschieden. Wie üblich ist man schnell in ein Gespräch verwickelt und wie könnte es anders sein: der Taxifahrer hat extra angehalten, damit ich Fotos von Kapiti Island schießen konnte. Natürlich hat er den Taxameter gestoppt. Sowas ist herrlich typisch.

Nach dem Checkin und dem „Biosecurity Check“ dauert es nicht mehr lange, bis es los geht. Wir sehen unser Boot schon aus der Ferne heran rasen. Da hier alles sehr flach ist, fährt das Boot im Wasser auf einen Hänger, der von einem Traktor, mit sehr hohem Radstand, im Anschluss aus dem Wasser gezogen wird. Genau so funktioniert das auch umgekehrt. Rettungsweste an und schon ruckeln wir auf dem Anhänger in Richtung Wasser. Keine Ahnung, wie viel PS das Boot hatte, man hat jedenfalls sehr deutlich die Power gespürt. Das Meer war sehr ruhig – also alles in Ordnung und kein Anflug von Seekrankheit.

Es ist üblich, dass es auf der Insel erstmal eine Begrüßung und anschließend eine Einweisung gibt, was es alles zu sehen und vor allen Dingen zu beachten gibt.

Eine Entscheidung gab es auch zu treffen. Welchen Weg zum Aussichtsturm nehmen? Den längeren und weniger steilen Aufstieg oder den kürzeren und dafür steileren? Im Vorfeld hatte ich die Beschreibung nicht richtig gelesen. Das ist ungefähr so, wie ich Rezepte lese oder Bücher für meine Buchclubs aussuche. Meist ist nach dem Lesen der Zutatenliste oder dem Buchtitel Schluss…

Ich habe mich für den steileren Weg entschieden. 521 Meter bergauf können sich ganz schön in die Länge ziehen. Der Weg war trotzdem traumhaft. Ein schmaler Pfad durch neuseeländischen Busch. Ab und zu ein bisschen kraxeln, hier und da ein paar Vögel beobachten und natürlich viele kleine Pausen einlegen. Dafür ist eine Smartwatch sehr hilfreich. Von früher wusste ich ungefähr in welchem Pulsbereich ich mich aufhalten sollte, damit ich auch oben abkomme. Überflüssig zu erwähnen, dass mich dutzende Leute überholt haben, die nicht Mal eine Schweißperle auf der Stirn hatten.

Irgendwann ist jeder Aufstieg vorbei und man wird für die Mühe entlohnt. Mit einem Rundumblick.

Oben gibt es einen Picknick-Platz, wo ich meine Sandwiches gegessen und mich im Anschluss auf den Weg nach unten gemacht habe. Ich dachte noch, dass wird entspannter. Nach etwa fünf Minuten haben sich meine Füße zurückgemeldet. Die neuen Schuhe sind echt bequem, aber meinen Füßen kann ich aktuell nichts Recht machen. Mit Schuhe, ohne Schuhe – alles egal. Auf dem Weg nach unten habe ich den längeren Weg gewählt und wurde mit vielen schönen Aussichten belohnt. Unten angekommen erstmal Schuhe ausziehen und zum Abkühlen ins Wasser halten.

Bis zur Abfahrt des Bootes hatte ich Zeit am Strand anzuhängen.

Ich nahm an, dass die Bootsfahrt wieder angenehm ruhig verläuft. Sagen wir mal so: es fühlte sich eher wie ein recht ruppiger Flug an. Mit sehr vielen Luftlöchern. Ich musste mich gut festhalten. Für Leute mit einer Tendenz zur Seekrankheit nicht die beste Option. Ich hätte gerne Fotos gemacht – allerdings würde mein Smartphone jetzt auf dem Grund des Meeres liegen. Während der Fahrt hat sich mein Haargummi gelöst. Der schippert jetzt fröhlich irgendwo an der Kapiti Coast rum.

Wieder zurück auf dem Festland wollte ich ein Taxi zurück zur Unterkunft nehmen. Stattdessen bin ich noch mal knapp 70 Minuten zu Fuß nach Hause gelaufen. Was für eine dämliche Idee.

Zu Hause angekommen war ich erstmal duschen, hab mir was zu Essen gemacht und bin zurück zum Strand, um mir den Sonnenuntergang anzusehen. Das war wiederum filmreif.

Die Silhouette: mein nächstes Ziel – die Südinsel

Nächster Stopp – Rucksack packen und auf zur Südinsel.

Sonne so lange das Auge reicht und das genaue Gegenteil

Entspannung und Füße hochlegen war angesagt. Daher hier eine kurze Zusammenfassung der letzten Tage in Paraparaumu.

Irgendwie habe ich es in Wellington doch geschafft alles in zwei Taschen zu quetschen. Zugegebenermaßen hängen auch ein paar Dinge draußen dran.

Mein größtes und sperrigstes Ding, sind die brandneuen Wanderschuhe. Schlau wie ich war, hab ich mir ein Paar gekauft, die über den Knöchel gehen, weil ich ja bereits ein anderes Paar habe. Daher hinaus habe ich entschieden, die mal „einzulaufen“. Wohlwissend, das mein rechter Fuß das nicht gut findet. Traditionell verrutschen meine Blasenpflaster verlässlich und bäumen sich zu seltsamen Knubbeln auf, die Ursache für neue Druckstellen, wenn nicht sogar neue Blasen, sind. Manchmal muss ich das alles zurechtschneiden, damit ich überhaupt noch Schuhe tragen kann. 😅 Luxusprobleme, wenn auch stellenweise schmerzhaft. Netterweise werde ich zum Bahnhof gebracht und muss nicht mit dem ganzen Gedöns durch die hügelige Landschaft laufen.

Kaum ein Mensch kauft Zugtickets im Zug und so muss selbst der Zugbegleiter den richtigen Tarif finden und im Anschluss die korrekte Kombi an Papiertickets abreißen. Ansonsten ist die Zugfahrt unter der Rubrik idyllisch zu verbuchen. Ich denke, die Fotos sprechen für sich.

Das ist das erste Mal, dass ich in Neuseeland ohne Mietwagen unterwegs bin, was die Planung an jedem Ort ein wenig anders gestaltet. Man muss mit seinem Gepäck irgendwie an sein Ziel kommen. Ich habe einen Bus ausfindig gemacht, der mich in die Nähe meiner Unterkunft bringen sollte. An der Bushaltestelle ist kein Mensch zu sehen. Ich zücke mein Smartphone, um nach der richtigen Verbindung zu schauen – da taucht plötzlich jemand aus dem Nichts auf, der fragt, ob er mir helfen kann. Ein paar Minuten später sitze ich im richtigen Bus und finde sehr schnell meine entzückende kleine Unterkunft für die nächsten Tage.

Außer, dass ich einen Ausflug nach Kapiti Island gebucht habe, steht bewusst kein weiteres Programm an. Füße hochlegen ist angesagt. Das stellte sich als sehr schlauer Plan heraus. Am nächsten Tag hat es geregnet, was das Zeug hält. Untypisch für mich, hab ich mehr oder weniger den ganzen Tag im Bett verbracht. Das war ganz nett, muss ich zugeben.

Auch der darauf folgende Tag war eher grau und stellenweise verregnet. Aber immerhin so, dass ich mich draußen aufhalten konnte.

Ein Besuch auf Kapiti Island steht an und am nächsten Tag geht über Wellington nach Picton auf die Südinsel. Es heißt wieder Tasche packen.

Wellington

Die letzten beiden Tage, habe ich in Wellington City verbracht. Meine Unterkunft liegt in einem Stadtteil außerhalb, von wo aus ich den Zug in die Stadt nehme. Auckland und Wellington unterscheiden sich beim ÖPNV. Es gibt kein landesweites einheitliches System, was z. B. die Bezahlung angeht. Ein System wie in Auckland (Tag on/off) gibt es „nur“ mit einer sogenannten Snapper-Karte. Wenn man, so wie ich unterwegs ist, kann man im Zug zwar ein Ticket kaufen, allerdings ausschließlich gegen Bargeld. 😱 Keine Kartenzahlung möglich und man erhält Papierfahrscheine im Anschluss. Ich musste mir erstmal Bargeld leihen, damit ich Zugfahren kann.

Am ersten Tag bin durch die Stadt gelaufen und habe versucht mich zu erinnern. Was mir nicht recht gelingen wollte. Meine Zeit in Wellington war meist kurz und daher gab es nie den Luxus einfach mal so, durch die Stadt zu gehen. Über die Mittagszeit hab ich mir einen Snack besorgt und hab mich zwei Stunden am Meer in die Sonne gesetzt.

Am gestrigen Tag bin ich etwas geplanter aufgebrochen. Ich bin mit der Cable Car Bahn gefahren und habe eine große Runde im Botanischen Garten gedreht, und bin von dort aus zu Fuß zum eingezäunten Naturschutzgebiet Zeelandia aufgebrochen. Ein sehr schöner Ausflug.

Als Nächstes werde ich wieder meine sieben Sachen zusammenpacken, denn es geht es weiter an die Kapiti Coast. Dort habe ich eine Unterkunft direkt am Strand. Es gibt eine Zugverbindung die direkt dorthin führt. Nur vom Bahnhof zur Unterkunft muss ich mir noch was einfallen lassen, aber das wird schon.

Reisetag

Was tue ich an einem Reisetag? Klarer Fall – ich versuche mein Reisegepäck so zu verteilen, dass alles zu geht. Der Rucksack lässt sich kaum schließen und mein Tagesrucksack quillt ebenfalls über. Alles beim Alten. Heute nur ein kurzer Beitrag.

Mein Flug geht nachmittags. Also bleibt Zeit für ein Frühstück mit herrlichem Blick und für einen kleinen Spaziergang runter zum Wasser.

Die Fähre nach Auckland legt mittags ab und nach einem kleinen Snack geht es ab zum Flughafen. Da ich Checkin-Gepäck habe, keimt in mir die Angst auf, dass ich wieder ohne Gepäck da stehe. Alle Formalitäten gehen sehr schnell und ehe ich mich versehe, sitze ich schon im Flieger und halte ein kurzes Nickerchen.

In Wellington erhalte ich ohne Probleme mein Gepäck und erstmal eine Ticki Tour, inklusive einer großen Delfinschule, die gerade zu Besuch ist. Lässt sich nicht so richtig gut erkennen.

Für Morgen steht Wellington selbst auf dem Plan. Einfach noch mal durch die City laufen, sich ein paar Sachen anschauen und am Hafen abhängen. Ich hab ja jetzt schließlich ein Buch, das gelesen werden will.

Sonne, soweit das Auge reicht

Ein kompletter Tag auf Waiheke Island und ich kann mich gar nicht satt sehen an blauem Himmel mit ein paar Schönheitswölkchen und Meerblick – oft eingerahmt von grünem Busch.

Der Tag startet mit einem Frühstück auf der Terrasse mit herrlichem Meerblick, an dem man sich nicht satt sehen kann. Bevor es los geht, muss ich mich erneut, um meine Füße kümmern.

Mein rechter Fuß macht mir zu schaffen. Leider ist Blasenpflaster kein Allheilmittel und es hat sich eine Blase geöffnet, die ausgelaufen ist. Ich hab zwar Blasenpflaster zum Nachkleben, aber die Größe, die ich brauche, muss ich mir immer zurecht schnippeln. Das dauert und ist teilweise schmerzhaft, weil das alte Pflaster ja runter muss. Long Story Short – irgendwas ist immer…

Geplant ist ein Ausflug über die Insel – mit dem Ziel, zuerst einen Markt zu besuchen und im Anschluss zum Onetangi Beach zu fahren. Zu Markt dauert es zu Fuß ca. 45 Minuten. Dort gibt es allerlei Leckereien und bietet für mich eine Gelegenheit an ein Buch zu kommen, weil ich das vergessen habe.

Am Ende ist es nicht der Onetangi Beach, sondern der Palm Beach geworden – schön war es trotzdem, obwohl Blasenpflaster, Sand und Meerwasser sich nicht vertragen. Nach einem Stopp bei „Island Gelato“ ging es zurück zur Unterkunft, ein bisschen ausruhen und im Anschluss zur Mudbrick Winery.

Morgen wird wieder ein Reisetag, denn es geht weiter nach Wellington. Vorher ist wieder Tetris angesagt.

Waiheke at it‘s best und eine Metropole zur See

Tage an denen man sein zu Hause verlässt, um weiter zu reisen, bedeuten für mich vor allen Dingen Sachen von A nach B, B nach A und von Q nach G zu räumen. In anderen Worten, es dauert. Auch wenn ich Vorfeld Packwürfel besorgt habe, ändert das nichts daran, dass ich zusätzliche Kleidung gekauft habe und die sich nicht recht ins Gepäck-Gesamtkonzept einfügen wollen. Besonders zwei Paar Wanderschuhe sind eine Herausforderung. Ich will gleich so packen, dass ich am Sonntag, nicht mehr viel Arbeit damit habe, wenn es weiter nach Wellington geht. Soweit der Plan.

Neben dem Tasche-packen, gilt es ein paar organisatorische Dinge zu regeln: z. B. meine Ausgaben bei der Airline einreichen. Vieles ist digitalisiert, was es schwierig macht, wenn die vorgegebenen Fälle nicht zu 100% auf einen zutreffen. Wenn man mühsam alles eingetippt und hochgeladen hat, folgt am Ende, die nicht so digitale Nachricht, dass nun alles geprüft, und mir ein Scheck mit der Post geschickt wird. Das fühlt sich nach Steinzeit an. Zumal die Gebühren für die Einlösung hoch sind und ich dafür ein paar Hundert Kilometer zur Einlösung fahren müsste. Im Anschluss habe ich Zeit damit verbracht das richtige Formular zu finden, um mitzuteilen, dass ich keinen Scheck will. Ich bin gespannt, was am Ende dabei rauskommt.

Schnell was frühstücken, um die Reste aus dem Kühlschrank zu vertilgen und, samt Gepäck, in Richtung Innenstadt aufbrechen (dieses Mal hat der Bus auch angehalten). Ein letztes Mal die grandiose Aussicht auf die Skyline von Auckland genießen. Am Nachmittag geht es weiter mit der Fähre nach Waiheke Island – ein weiteres Juwel vor den Türen von Auckland. Bis es am Sonntag nach Wellington geht, heißt es Sonne tanken. Es gibt in der Nähe des Fähranlegers eine tolle Bäckerei, die tatsächlich Sauerteigbrot backt. Yummy.

Am Fährterminal fallen erstmal zwei Dinge mehr als unangenehm auf. Es haben in der Zwischenzeit zwei riesige Pötte dort angelegt. Und damit meine ich nicht so Minischiffchen, wie die Aida. Das sind Großstädte auf dem Wasser. Mehr will ich gar nicht dazu schreiben…

größer geht immer

Nachdem die Fähre am Hafen abgelegt hat, geht es nach einem kurzen Stopp im ältesten Stadtteil Aucklands, gemächlich nach Waiheke. Die Insel begrüßt einen mit herrlichem Wetter.

Die Unterkunft kann sich sehen lassen. Von beiden Seiten aus Meerblick.

Abends gab es einen sehr leckeren Burger vom Grill und einen tollen Sonnenuntergang am Strand.

Abgesehen davon hat mich der Sternenhimmel hier wieder stark fasziniert. Ich bin sicher, ich kann noch ein paar Einstellungen verbessern, aber das ist auch so schon extrem toll.

Kurze Belichtungszeit
längere Belichtungszeit

Der Plan für Morgen sieht die Erkundung von Waiheke vor. Das Wetter wird fantastisch, also gibt es viele tolle Fotos.

Ein Freiwilligen-Projekt und zirkadiane Desynchronisation

Ich bin ein bisschen im Hintertreffen, um über den gestrigen Tag zu berichten.

Tiritiri Matangi hat abgeliefert. Ein besonderes Juwel unter den vielen wundervollen Inselchen im Hauraki Gulf.

Der Tag startete recht früh, da ich gerade eine Weiterbildung mache und es dort wöchentlich festgelegte Zeiten gibt. Im Anschluss hieß es Lunchpaket zusammen stellen, Rucksack packen, eincremen (ganz wichtig hier) und ab zum Bus, damit ich rechtzeitig am Anleger bin. Wie in einigen anderen Ländern im Commonwealth ist es wichtig dem Busfahrer zu signalisieren, dass man mitfahren möchte. Sonst fährt er vorbei – egal ob Leute an der Haltestelle sind, oder nicht. Also stehe ich da und winke brav, damit ich pünktlich bin. Leider hat der Fahrer dies übersehen. Einige Passagiere im Bus haben noch versucht Ihn aufmerksam zu machen, was jedoch nicht den gewünschten Effekt hatte. Kurz habe ich darüber nachgedacht, ob ich mir ein Uber bestellen soll, damit ich es rechtzeitig schaffe. Das hab ich allerdings gelassen, weil die App von Auckland Transport hier direkt Abhilfe schaffen konnte. Ein paar Blocks weiter fuhr ein anderer Bus, sodass ich es rechtzeitig geschafft habe.

Nach einem kurzen Checkin saß ich auf dem Boot und hab mich ordentlich eingemummelt, weil es morgens nicht nach blauem Himmel aussah. Wie wir alle wissen, ist eine Bootsfahrt windig – besonders, wenn man oben sitzen will.

Nach einem Stopp in Gulf Harbour, wo wir eine Schulklasse eingesammelt haben, waren wir recht zügig am Anleger, wo wir von einer Rangerin erwartet wurden. Ich hatte mich übrigens für meine „alten“ Wanderschuhe entschieden. Ich glaube, am Ende wäre das egal gewesen, weil Schuhwerk jeglicher Art schmerzhaft ist. 😬

Weil auch hier alles Eingeschleppte nicht erwünscht ist und es vor allen Dingen notwendig ist, alles Mitgebrachte mit nach mitzunehmen, gab es eine Einweisung der Rangerin. In Kleingruppen aufgeteilt sind wir fachkundig losgezogen, um möglichst viele Vögel zu entdecken und zu „erhören“. Nebenbei wurden wir mit allerlei Infos dazu versorgt, wie es dazu kam, dass die Insel renaturiert wurde. Zunächst gab es reines Farmland, welches größtenteils aus Grasflächen bestand. Die genaue Geschichte kann ich nicht mehr wiedergeben, aber in den 80zigern sind haufenweise Freiwillige einmarschiert, die allerlei Pflanzen gesetzt haben. Und Schwupp ist die Insel wieder grün.

Es ist schwierig Vögel (ganz besonders Kleine) zu fotografieren. Deswegen sind die Fotos nicht immer scharf. 😅 Darüber hinaus ist es sehr gut möglich, dass die Namen nicht stimmen. Das möge man mir nachsehen.

North Island Sattleback
North Island Robin
Eastern Rosella
Südinseltakahe (galt als ausgestorben)

Nach einem sehr schönen Tag hat das Boot uns wieder eingesammelt.

Auf dem Rückweg wurde ich plötzlich von einer Müdigkeit überfallen, die ziemlich krass war. Ich bin sehr oft eingeschlafen und die Tour zu den Westcoast Beaches habe ich kurzerhand abgesagt. Es war schon anstrengend genug nach Hause zu fahren. Zu Hause angekommen, hab ich noch schnell was gegessen und bin erneut auf der Couch eingepennt. Ich hab nachgelesen – nach vier Tagen kann einen noch mal ein Jetlag einholen. Weil das Gehirn zwar weiß, wo man ist, aber die restlichen Organe nicht. Das nennt sich zirkadiane Desynchronisation. Natürlich bin ich keine Ärztin. Nach einem laaaangen Schlaf bin ich wieder oben auf.

Morgen geht es nach Waiheke Island.

Blasen aller Art, ein Wiedersehen und eine aufrichtige Entschuldigung

Keine Ahnung, was das soll. Meine Füße sind sauer mit mir. Weder habe ich neue Schuhe, noch sonst was. Aucklands Straßen und Wege sind zu hart für meine Füße. Blasenpflaster kann ich gar nicht schnell genug nachkleben, wie neue Blasen auftreten. Ich weigere mich allerdings deswegen nur rumzusitzen. Dafür bin ich nicht hier.

Den Tag habe ich mit einer Wanderung durch neuseeländischen Busch begonnen. Ich bin den Brian Norton Track gelaufen. Ein Stück Wildnis, die direkt an ein Wohngebiet grenzt. Dabei darf ich als Touri Herrn Norton mehr als dankbar sein. Er hat sich dafür eingesetzt, dass dieser Teil des Buschlandes erhalten bleibt und nicht weiteren Wohngebieten zum Opfer fällt. Danke an dieser Stelle.

Im Vorfeld hatte ich schon gehört, dass es stark bergauf und bergab geht. Das kann ich bestätigen. Trotzdem eine lohnenswerte Wanderung.

Nach einem kleinen Pitstop mit Duschen und Mittagessen ging es nachmittags nach Takapuna zum Strand. Nicht bevor ich bei Kathmandu shoppen war. Wie erwähnt setze ich keinen Fuß auf Kititiri Matangi, ohne entsprechende Schuhe. Also hab ich kurzerhand neue Wanderschuhe mit Socken gekauft, einen Hut in meiner Lieblingsfarbe rosa (gab keine andere Farbe) und noch ein paar kleine Dinge.

Aussicht auf Rangitoto Island

Ich bin gefühlt nur ein paar Minuten am Strand, da klingelt mein Telefon. Es ist der erlösende Anruf vom Flughafen. Ich soll heute noch mein Gepäck bekommen. Also schnell wieder umdrehen, um den nächsten Bus nach Hause zu nehmen. Letztlich geliefert wurde mein Gepäck mit der Post. Wir sind nun wieder alle vereint und jetzt hab ich halt zwei paar Wanderschuhe. Die nächste Handlung wird es sein, mir meine Auslagen von der Airline erstatten zu lassen.

Als Schlusssteins dieses Beitrages die angekündigte Entschuldigung. Zum Start meiner Berufskarriere habe ich Neuseeland-Reisen verkauft. Im Grunde muss ich mich bei allen damaligen Kunden und Auckland selbst entschuldigen. Die hab ich schlecht beraten. 😬 Zwar bleibe ich bei meiner Meinung, dass die Queenstreet nicht der Knaller ist, aber außer der Empfehlung, dass man ja mal nach Waiheke oder Rangitoto Island fahren könnte, war Auckland damit größtenteils abgeschrieben. Die Stadt ist Jahr für Jahr zurecht auf den vorderen Plätzen, wenn es um die lebenswertesten Städte der Welt geht. Ich bin nun schon seit ein paar Tagen hier und ich kann nicht nicht über mangelnde Vielfalt beklagen, weil es hier halt alles in unmittelbarer Nähe gibt. Da bleibt fast kein Wunsch offen. Und vom ÖPNV hatte ich schon geschwärmt. Amen.

Für den morgigen Ausflug habe ich nun die Wahl in welchen Wanderschuhen ich mir zusätzliche Blasen laufe.

Rubrik Organisatorisches

Wie angekündigt, war der gestrige Tag von Organisatorischem geprägt. Ein paar kleinere Reisepunkte sind nun fix. Daher wird das eine kurze Zwischenmeldung.

Morgen breche ich nach Tiritiri Matangi auf und dann geht es abends vielleicht noch an die Westcoast Beaches.

Von Freitag bis Sonntag bin ich auf Waiheke Island.

Am Sonntag breche ich nach Wellington auf.

Ich habe gestern 3:24 in der Warteschleife vom Flughafen verbracht – ohne Erfolg. Immerhin – die haben für diese Zeit ausreichend unterschiedliche Musiktitel. Im Anschluss habe ich eine Mail geschrieben. Die ist abends tatsächlich beantwortet worden. Gestern hat mein Gepäck Neuseeland erreicht. Allerdings durfte es nicht einreisen. Es muss noch durch die „Biosecurity“. Da kennen die Kiwis kein Pardon. Wann mich meinen Rucksack konkret in Empfang nehmen kann, weiß ich trotzdem nicht.

Was ich schmerzlich aus meinem Gepäck vermisse – Blasenpflaster, obwohl ich hier mit allem versorgt werde, was mir fehlt. Und meine Wanderschuhe. Ohne die, will ich Morgen eigentlich nicht nach Tiritiri Matangi aufbrechen.

Es ist erstaunlich mit wie wenig ich auskomme. Vielleicht packe ich für die nächste Fernreise gleich nur fürs Handgepäck. Dann geht auch nichts verloren. 😜

Ansonsten hab ich gestern meine Blasenkollektion an den Füßen erweitert und hatte den Luxus eine Fähre für mich alleine zu haben.

Eine Beobachtung, die ich richtig cool finde. ÖPNV ist hier so viel einfacher. Du fährst mit der Fähre und hältst einfach deine Karte vor dem Einsteigen an ein Terminal und checkst nach Ankunft genau so aus. Kein Mensch fragt dich nach deinem Ticket. Gleiches gilt auch für den Bus. Es braucht dafür keine App und kein Benutzerkonto.

Von Astronauten, verschollenen Containern und anderen Ereignissen

Einige wussten, was ich vorhabe, Andere nicht. Ich selbst weiß es seit knapp zwei Wochen. Auch wenn ich selbstverständlich länger drüber nachgedacht habe, dass ich eine Reise machen wollte, wusste ich nicht, dass ich es auch tue. Eine so kurzfristige Fernreise, ist die erste dieser Art für mich. Viele haben letztlich dazu beigetragen, dass es wirklich dazu gekommen ist.

Erstmal fange ich vorne an, bzw. mit den Fakten. Mein aufgegebenes Reisegepäck wiegt 9,5 Kilogramm. Bin drei Wochen am anderen Ende der Welt in meinem Lieblingsreiseland unterwegs. Ich habe vor Ort faktisch nichts gebucht, sodass ich zu meiner Route aktuell nicht viel sagen kann. Lassen wir uns gemeinsam überraschen. 

Die Anreise zum Flughafen hielt die ersten (erwartbaren) Überraschungen bereit. Laut Verbindung dauerte die Strecke 45 Minuten mit 1x umsteigen am Frankfurter Hbf. Ich habe knapp 2 Stunden benötigt. Ich hatte nicht auf dem Schirm, dass Friedberg so viele Eintracht Fans hat und erst recht nicht, dass es einige Karnevalisten gibt, die mit der Bahn zum Feiern fahren. Mein Kostümfavorit: Astronaut. Zufällig hält die S-Bahn vom Frankfurter Hauptbahnhof auch am Stadion und da dachte ich, dass lasse ich und buche einfach ein zusätzliches ICE Ticket vom Hbf zum Fughafen. Ich muss mich nicht mit mit dem Gepäck in diese Sardinenbüchse quetschen. Gesagt, getan. Im ICE war es herrlich leer. Die Grundidee war gut, jedoch… Fünf Minuten nach der geplanten Abfahrtszeit stehen wir weiter am Gleis und es kommt die Durchsage, dass es aktuell keinen Triebfahrzeugführer gibt und er allen für den Flughafen rät, die nächste S-Bahn zu nehmen. Dann halt doch, denke ich mir. Hatte ich vom Eintracht Spiel erzählt? Die war so voll, wie ich es erwartet hatte. Da hätte kein Blatt mehr reingepasst. Ausdünstete Körper- und Mundgerüche plus tropische Temperaturen inklusive. 

Am Flughafen angekommen, verlief alles recht ereignislos. Gepäck aufgeben und die lange Strecke zum Gate zurücklegen. Kurz vor dem Abflug noch die Kompressionsstrümpfe einbeinig anziehen und ab in den Flieger. Das Boarding dauerte allerdings über eine Stunde, da spontan noch irgendwas an der Maschine repariert wurde. Die ersten 11 Stunden gingen ganz gut vorbei. Geschlafen habe ich freilich nicht. Ich habe mir diverse Podcasts runtergeladen, die ich 11 Stunden lang gehört habe. 

Da die Maschine bereits verspätet gestartet ist, war ich mir unsicher, ob das alles mit Gepäck annehmen und Gepäck wieder aufgeben in San Francisco klappen würde. Hat es, dachte ich.

Der nächste Flug von San Francisco nach Auckland zog sich wie Kaugummi. Nicht geschlafen und ständig frierend habe ich mich tapfer durchgeschlagen, wohl wissend, wo ich am Ende aussteige. 

In Neuseeland selbst, wollte ich eben noch mein Gepäck einsammeln, um Sabrina zu Ihrem runden Geburtstag zu überraschen, in dem ich „einfach“ zur Tür rein komme. Der Plan wurde durch äußere Einflüsse verzögert.

Am Gepäckband wurden die Koffer immer weniger, doch die Anzahl an wartenden Menschen nicht. In der App hieß es, dass sich mein Gepäckstück „im Transit“ befindet. In der langen Schlange lernte ich schnell Gleichgesinnte kennen. Und die Schlange wurde länger und länger. Zuerst hatte man uns gesagt, dass wir warten sollen, weil die Mitarbeitenden des Flughafens versuchen wollten herauszufinden, wo der komplette Container mit dem Gepäck ist. Es war unklar, ob das ganze in San Francisco war, wir – aus Versehen – was über dem Meer verloren haben, oder er in Auckland direkt nach dem Start „verloren“ gegangen ist. Alles valide Theorien. Nach etwa einer halben Stunde wurden wir aufgefordert ein Formular auszufüllen und konnten die weiteren Einreiseformalitäten regeln um tatsächlich einzureisen.

Da stand ich: eingereist und mit der Gesamtsituation überfordert, weil ich natürlich keine Ersatzwäsche im Handgepäck hatte. Von einem Adapter zum Laden diverser Endgeräte mal abgesehen. Ich dachte, eins nach dem Anderen. Erstmal hab ich mich von den Kompressionsstrümpfen befreit und beschlossen in meinem Aufzug nicht mit dem Bus in die Stadt zu fahren, sondern mir ein Uber zu buchen. Was auch nur so halb geklappt hat. 

Irgendwann bin ich an meinem Ziel angekommen und Sabrinas Gesichtsausdruck war entsprechend. Überraschung gelungen. Im Vorfeld war ich investigativ tätig, weil dieses „einfach zur Tür reinkommen“ koordiniert werden wollte. Sie ist gerade auf einem Forschungsaufenthalt, zusammen mit einer Kollegin. 

Ich wurde rudimentär mit ein bisschen Kleidung ausgestattet und war erstmal duschen. Witzigerweise mit einem T-Shirt der Hochschule, an der ich studiert habe. Es gab erstmal ein Stück Geburtstagskuchen und im Anschluss war die Aufgabe neue Kleidung zu besorgen. In einem Second-Hand Laden habe ich schnell eine Hose gefunden. 

Mit der Fähre auf dem Weg in die City

Wir sind nachmittags zusammen in Richtung Innenstadt aufgebrochen, wo ich ein paar neue Schlüpper und zumindest zwei T-Shirts ergattern konnte. Damit sollte ich zurechtkommen, bis mein Gepäck wieder auftaucht, hoffe ich. Wir sind zu Fuß bis nach Ponsonby gelaufen und waren dort abends Essen (koreanische Tapas). Ich hab tapfer bis durchgehalten und heute steht unter dem Stern Organisatorisches. Ich muss mir ein paar Gedanken um die weitere Reiseplanung machen und Blog schreiben kostet auch Zeit. Da muss ich mich wieder „reinfinden“. Soweit die ersten Erkenntnisse von anderen Ende der Welt. 

Blick vom Fähranleger Birkenhead