Südinsel

Jedes Mal beim Rucksack einpacken versuche ich daran zu denken, Fotos zu schießen, wie ich was geschichtet habe und was an welche Stelle kommt. Keine Ahnung, wie ich es anstellen soll, wenn ich zurück fliege, weil ich einen Haufen Klamotten einfach außen am Gepäck befestige. Das ist ein Thema mit dem sich die Zukunfts-Eva beschäftigen darf. Mein tägliches Ritual des Blasenpflaster-Checks darf nicht fehlen. Seit gestern sind ein paar Neue dazu gekommen.

Erstmal wieder eine Taxifahrt. Erneut eine sehr nette Plauderei mit dem Taxifahrer. Für grundsätzliche Offenheit und Freundlichkeit sollte ich Platz im Gepäck machen und einen Haufen davon mit nach Hause nehmen. Dafür lasse ich gerne meine Blasenkollektion und die Mückenstiche hier.

Wie üblich hoffe ich, dass ich nichts liegen lasse. Geneigte Leser wissen aus eigener Erfahrung, dass ich das auch kann.

Die Zugfahrt geht schnell zu Ende und dann stelle ich fest, dass ich für die Fährüberfahrt das Gepäck aufgeben muss. Da kann ich nicht wirklich was dran hängen lassen. 🙄 Also schnell noch was umrangieren, Boardingpass ausdrucken und dann hab ich Zeit meine Stullen-Sandwiches am Hafen einzunehmen, bevor es auf die Fähre geht. In der Zwischenzeit hat ein neues Kreuzfahrtschiff angelegt, das einen nicht-enden-wollenden Strom an amerikanischen Touristen ausspuckt. Zwischenzeitlich haben auch ein paar Möwen mein Sandwich entdeckt und hüpfen eifrig vor mir her. Mein Highlight ist jedoch eine ambitionierte Sportlerin, die mit einer E-Zigarette läuft. Sachen gibt’s.

Die Überfahrt ist erwartungsgemäß beeindruckend. In der Ferne lässt sich bereits die Südinsel erahnen. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen kreuzen wir eine größere Delfinschule.

Bei der Einfahrt in den Queen Charlotte Sound sind mir sehr viele abgestorbene Bäume aufgefallen.

Ich wittere natürlich gleich den Klimawandel als Ursache. Nach kurzer Recherche scheint der Grund woanders zu liegen. Wenn es stimmt, was ich rausgefundenen habe, handelt es sich um eine eingeschleppte Kiefernart, die sich schnell ausbreitet und den einheimischen Pflanzen Wasser und weitere Nahrung wegnimmt. Diese wird einzeln abgetötet und verrottet vor sich hin.

Wie erwähnt, ist die Perspektive anders, wenn man ohne Mietwagen unterwegs ist. Das führt dazu, dass ich mich frage, ob ich überhaupt schon mal in Picton war. Die Passagiere ohne Auto verlassen die Fähre, werden in Busse verfrachtet und dann geht es zu einem Büro, wo ich mein Gepäck wieder in Empfang nehmen kann. Blöderweise habe ich nicht aufgepasst und bin der Meinung, dass ich den kompletten Weg zur Unterkunft zu Fuß zurücklegen muss. Meine neu gewonnenen Blasen melden sich bei jedem Schritt. So laufe ich schwitzend 25 Minuten, bis ich es endlich geschafft habe und bin sehr froh, über die Dusche, die mich erwartet.

Morgen geht es mit dem Coastal Pacifix Express nach Christchurch.

Wat meinst Du denn so dazu?