Pläne

Wofür sind die eigentlich gut? Ja – ich gebe zu: mein Job besteht daraus Pläne zu machen und bis in den hintersten Winkel der Eventualität durchzuplanen, um immer schön auf Alles vorbereitet zu sein. Beim Überschreiten der magischen Grenze von Arbeit zu Privat ist damit Schluss. Da bin ich leicht verplant und wirke (auch auf mich selbst) oft mehr als chaotisch. Das spiegelt sich nicht zuletzt darin, dass ich jeden Tag bei einer Reise damit verbringe, alle Taschen zu sortieren und doch nichts wiederzufinden. Um wieder leicht philosophisch zu werden (scheint sich wie Fischbrötchen durch diesen Trip zu ziehen): Ist das Suchen der Weg? Die Frage darf jeder für sich selbst beantworten. An einer passenden Antwort bin ich mehr als interessiert.

Inzwischen ist Dienstag und vor zwei Tagen hat der Urlaub sein Ende gefunden; worüber ich traurig bin. Tschüss neue-Sachen-entdecken und willkommen-zurück-Alltag. Begrüßt werde ich von toten Tomatenpflanzen vor der Haustür und abgestandener Luft in der Wohnung. Als weiteres Begrüßungskomitee fliegen ein paar Staubknäuel im Flur umher, als ich schwungvoll die Tür öffne. Ich weiß gar nicht so genau warum ich über eine ungestaubsaugte Wohnung berichte, statt über den Rest der Reise?!? Ich tue mal so, als ob das philosophische Absicht ist. Also gönne ich mir einen gedanklichen Ausflug in die letzte Woche. Als die Welt noch daraus bestand Dinge zu planen, die man im Voraus bucht, bezahlt und trotzdem nicht macht.

Good Bye schöne Hanse

Es war abzusehen, dass wir unser urgemütliches, schaukelndes Haus irgendwann würden verlassen müssen. Nicht nur sollte die Reise ursprünglich nach Bayern und BaWü gehen – auch wollten wir hauptsächlich im Zelt unterwegs sein. Ich kann förmlich hören, wie jemand von Euch jetzt denkt: „Es kommt doch immer anders, als man denkt.“ Stimmt zu 100%. Wir haben uns allerdings treiben lassen und so war Camping am Ende die Ausnahme und doch haben wir uns den Elementen ausgesetzt. Ich schweife schon wieder ab. Die letzte Zeit in Stralsund hat es geregnet und gestürmt und trotzdem haben wir zwischendurch viel erlebt.

Weiße Waden am Kaiserstuhl

Wer uns kennt, der weiß, dass wir gerne viel und vorzugsweise draußen unterwegs sind. Um uns die Beine zu vertreten und gleichzeitig die Kreidefelsen aus der Nähe betrachten zu können, sind wir auf Rügen von Sassnitz nach Lohme gelaufen. Immer schön am Wald an der Küste entlang. Ein sehr schöner Weg, auf dem uns viele Wanderer mit weißen Beinen entgegen gekommen sind. An manchen Stellen ist es möglich nach unten an den Strand zu gehen und da kommt man mit Kreide in Berührung – ob man will oder nicht. Kreide eignet sich nicht nur um z. B. Wandfarbe herzustellen. Eine Behandlung auf der Haut ist ebenfalls angesagt, was Einige zum Anlass genommen haben, sich die Beine damit zu bepinseln. Je näher man dem sogenannten Kaiserstuhl kommt, desto voller wird es. Der Kaiserstuhl ist aus Holz, steht vor beeindruckender Kulisse und hat als Verzierung ein kleines Krönchen auf. Um diesen Sitz haben wir einen großen Bogen gemacht, denn die Leute standen (wie zu echten Kaiserzeiten) Schlange, um einmal Platz nehmen zu können. Wir Menschen sind schon interessante Erdbewohner.

Natürlich darf auf dem Boot die gute Küche nicht fehlen und überhaupt: Fischbrötchen gab es fortan wieder jeden Tag. Hier ein paar kulinarische Highlight aus Stralsund.

Die Tour de Fischbrötchen findet an den entlegensten, oder gar den überfüllten Orten die besten Fischbrötchen.

Am letzten Tag in Stralsund haben wir einen Botengang auf Rügen erledigt und sind dann gleich mit dem Rasenden Roland um die Wette gefahren und haben den Markt in Thiessow besucht.

Es lässt sich schon erahnen. Die Realität, die nach Stralsund geplant war, kam gänzlich anders. Der gebuchte und bereits bezahlte Deluxe 5 Sterne Campingplatz auf Darß ist sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Wir hätten unser Zelt im Regen aufbauen, im Regen einräumen, im Regen schlafen, im Regen kochen, im Regen ausräumen und im Regen abbauen dürfen. Da stand der Entschluss schnell fest, dass wir auf der Heimreise (nach Reinbek) über den Darß nach Hause fahren, denn die Region lässt sich wohl kaum verlassen, wenn man sich nicht bei Waffel Maik in Zingst in die Schlange gestellt hat, um eine Waffel mit Füllung der Wahl zu essen. Klarer Fall, oder?

🚧⛔️🐌🌧

Vollgestopfte Straßen, extrem zähflüssiger Verkehr und Regen haben uns erneut dazu bewogen alles anders zu machen. Natürlich haben wir wieder eine Aktivität im Voraus gebucht und bezahlt. Unternommen haben wir letztlich was komplett Anderes. Trefflicher als mit den Emojis lässt sich eine Autofahrt in Hamburg nicht beschreiben. Der Barfußpark in der Lüneburger Heide sollte unser Ziel sein. Veranschlagte Fahrzeit 50 Minuten. Da wir es in 45 Minuten noch nicht zur Autobahnauffahrt geschafft haben, hieß es, schnell umplanen. Keine zwei Minuten später hatte ich schon Tickets für die Plaza der Elbphilharmonie gebucht. Ist ja klar, dass man Sachen im Voraus bucht und bezahlt… Dieses Vergnügen sollten wir ohne weitere Komplikationen erleben dürfen. Zum Abgewöhnen gab es noch ein Fischbrötchen Deluxe! Bis zu meinem Besuch in der Elphi hab ich mich gefragt, warum die Leute so einen Hype aus diesem Gebäude machen. Jetzt verstehe ich es. Abgefahrene Architektur. Es lohnt sich. Als Touristen haben wir im Souvenir-Shop zugeschlagen.

An meinem vorletzten Urlaubstag habe ich die Chance benutzt Freunde zu besuchen und auf der Heimreise nach Hessen hatte ich viel Glück, denn ich bin ohne Stau durchgekommen. Gut, ja, ok. Ich gebe es ja zu. Selbst in Hamburg ist um 05:24 Uhr kein Verkehr. Ich hoffe natürlich sehr, dass der nächste Trip nicht wieder Ewigkeiten auf sich warten lässt. Obwohl ich sagen muss, dass ich noch ein bisschen Zeit brauche, um alle Eindrücke zu verarbeiten. In der kurzen Zeit haben wir viele unterschiedliche Sachen erlebt. Ein Glück, dass ich das nachlesen kann.

Natürlich habe ich auch dieses Mal gefragt, ob eine schriftliche Gegendarstellung möglich ist. Wie üblich veröffentliche ich diesen Beitrag natürlich unzensiert. 😉

In Neptuns Reich

Wer hätte gedacht, dass mich auf dieser Reise so viele Wasseraktivitäten erwarten? Ich mit Bestimmtheit nicht. Wie hätte ich auch? Detailreiche Planungen gibt es auf dieser Reise nicht. Ursprünglich wollten wir in die Berge nach Bayern und BaWü. Man könnte sagen – wir lassen uns treiben. So hat sich unser Abstecher nach Stralsund ergeben. Einer Einladung folgend sind wir dem Ruf in diese ausgesprochen hübsche Hansestadt gefolgt.

Bye Bye Campingplatz

Nach einer kurzen, landschaftlich schon fast trostlos wirkenden Anreise quer durch dieses Bundesland waren wir froh im einladend wirkenden Stralsund angekommen zu sein. Schnell das Auto abstellen und auf zum Hafen, wo wir bereits erwartet wurden. Ich möchte mich vorab entschuldigen, dass ich vermutlich ab hier ein paar Begrifflichkeiten nicht korrekt verwende. Der einzige Begriff der sitzt heißt Fender und bis vor dem Ausflug hätte ich Boje gesagt. Mein Füllhorn an Segelwissen hat sich damit erschöpft. Ab jetzt bewege ich mich im gefährlichen Bereich des Halbwissens. 😉 Das letzte Mal, dass ich gesegelt bin, war das mit einem Americas Cup Segelboot in Auckland. Da hatte ich zum Glück nicht mit Seekrankheit zu kämpfen und auch dieses Mal nicht. Wir hatten bestes Wetter und konnten so Stralsund vom Sund aus beobachten. Kapitän Thoralf und Lieutenant Julia haben uns fachmännisch betreut und jede Frage beantwortet. Bevor die Segel gehisst wurden, gab es erstmal eine kleine Hafenrundfahrt.

Jeder macht was er kann – Sabrina und ich Quatsch während Julia und Thoralf den Rest übernehmen

Wir dürfen sogar weiterhin auf dem Boot bleiben, denn das ist unsere Unterkunft. Noch mal vielen Dank an dieser Stelle. In bester Lage zur Innenstadt. Unsere Nachbarn tragen klangvolle Namen wie Gorch Fock, Lady M, Galadriel, Ciri oder Little B. Mir macht das Geschaukel nichts aus, nur wache ich nachts manchmal auf, weil mein Gleichgewichtssinn irritiert ist, weil das Haus wackelt…

Wir laufen viel durch die Gassen von Stralsund und kennen die Stadt mittlerweile bei Sonnenschein, Bewölkung und Regen. Hier gibt es viele kleine Läden, wo ziemlich cooler Kram angeboten wird. Das erste Mitbringsel habe ich auf dem Markt gekauft. Das ist mit weeeiiiitem Abstand die coolste und kostenintensivste Tasse, die ich je gekauft habe und doch jeden Cent wert. Das Wetter ist für die nächsten Tage wechselhaft angesagt und wie üblich gibt es grobe Überlegungen was wir machen sollen. Der Plan wäre gewesen auf dem Darß für zwei Nächte auf einem Campingplatz am Meer zu nächtigen. Ist halt mit Regen uncool.

Eine Hommage an den Kapitän. Mein gekauftes Souvenir heißt Thori

Das Rathaus von Stralsund im Hintergrund

Eine kleine Beichte muss ich noch ablegen. Wir haben gestern kein Fischbrötchen gegessen… 🥴

Zeit

Ist gleichzeitig da und doch nicht da. Wieder beginnt der Beitrag mit einer philosophischen Einleitung. Ich meine, mit irgendwas muss ich ja um die Ecke kommen, wenn ich täglich schreiben wollte und ein Loch von mehrer Tagen Sendepause entstanden ist. Wie sagte einst ein stetig achselzuckendes YouTube-Phänomen so schön: „Woran hat et jelegen? Woran hat et jelegen. Woran hat et jelegen!“ Stelle ich mir selbst diese Frage, so ist vorrangig Zeit die Antwort. Wenn wir nicht grade schlafen, Essen zubereiten, essen, abspülen, unser Gepäck von A nach B räumen (das tue primär ich), dann sind wir unterwegs, suchen Fischbrötchen und erkunden die Gegend. Keine Ahnung ob es zu meiner Ehrenrettung beiträgt: unser Campingplatz bietet kein Toilettenpapier, auf der nur mit Schlüssel zugänglichen Toilette, kein WiFi und keine ausreichende Netzabdeckung. Dafür jedoch eine unschlagbare Aussicht.

Not macht erfinderisch oder so…

Den Naturgewalten und Insekten trotzen wir aktuell an der Müritzer Seenplatte. Im klangvollen Örtchen namens Gotthun haben wir unser Zelt direkt am See aufgeschlagen und fahren von hier aus raus in den Müritzer Nationalpark.

Seit der Holsteinischen Schweiz haben wir viel gesehen, was ich Euch nicht vorenthalten möchte. Der Mittwoch startet erstmal mit Aufräumen und Packen. Bevor wir uns allerdings vom Meer verabschiedet haben, mussten wir uns als Mittagssnack das obligatorische Fischbrötchen sichern.

Wer fährt schon ohne Fischbrötchen los?!?
Lachsschnecke. Lecker!

Sabrina hatte einen schönen Campingplatz weit ab vom Schuss gefunden und dort konnten wir unser Zelt noch dazwischen stellen.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten kam die Idee auf, ins kühle Nass zu hüpfen. Um da völlig unauffällig zu sein, darf die richtige Kleidung nicht fehlen.

Gangsta Style

Sabrina war da deutlich unauffälliger unterwegs. 😀

Für diesen Trip habe ich mir im Vorfeld eine Deluxe-Campingmatte gekauft und muss sagen: dieses Teil ist jeden Cent wert. Da liegt es sich extrem bequem. Eine sehr gute Investition.

Nihil darf auf dieser Reise natürlich nicht fehlen.

Am Donnerstag führte uns die Reise zu Wasser direkt ins Herz des Nationalparks. Wir haben uns ein Kajak gemietet und waren den kompletten Tag auf dem Wasser unterwegs. Das war herrlich gechillt und gleichzeitig aktiv.

Abends wieder Campingküche für Fortgeschrittene mit Piadinas, Salat, Oliven, Feta und Falafel. Sabrina kredenzt uns zum Frühstück ein leckeres Porridge mit Obst. Dazu ein Käffchen aus der Frenchpress und einen Schwarztee. Es könnte uns deutlicher schlechter gehen.

Am Freitag sind wir zur Feldberger Seenlandschaft gefahren, um den Fridolin-Fallada-Wanderweg zu gehen, der wir in Carwitz am „Schmalen Luzin“ begonnen haben. Die Farbe des Sees ist türkis und es mutet ein wenig surreal an. Der Wanderweg hätte besser nicht sein können. Erst immer schön am See entlang. Dann mit einer kleinen Personenfähre auf die anderen Seite. Landschaftswechsel in den Wald mit einem (wir vermuten Kessel-) Moor. Dann ein bisschen einen Hügel rauf und am Ende mutete es eher nach Graslandschaft an. Im beschaulichen Carwitz – anders kann man den Ort nicht beschreiben – sind wir draußen in einem süßen kleinen Café eingekehrt. Bei Sabrinas Bestellung gab es ein Missverständnis, sodass aus dem gewünschten Eiscafé ein großes Alsterwasser (0,5 Liter) wurde… Damit war glasklar wer zurück fährt.

Wer hier glaubt, dass wir diesen Tag ohne Fischbrötchen begangen hätten, der hat beinahe recht. Vor der Wanderung konnten wir zwar kein Fischbrötchen im klassischen Sinne kaufen, dafür feinste Hechtklößchen und für abends einen ganzen geräucherten Saibling, denn es wieder mit einem Salat gab.

Heute wollten wir es ruhig angehen lassen und sind nach Waren gefahren, um dort ein bisschen durch das Städtchen zu bummeln und auf dem Heimweg nicht nur ein, sonder gleich zwei Stopps in Fischläden einzulegen. Einmal gab es leckeren Räucherfisch fürs Abendessen und der zweite Stopp, dann um, na?, Fischbrötchen zu kaufen. Das haben wir stilecht an einem Steg mit Blick auf einen kleinen Hafen verspeist. Noch eben fürs Abendessen shoppen und jetzt chillen wir grade mit Blick auf die Müritz.

Morgen schnuppern wir wieder Meerluft – denn es geht nach Stralsund. Dort haben wir die Möglichkeit in einer besonderen Unterkunft zu übernachten. In diesem Sinne stay tuned.

Tag Wohl aus der Schweiz

Ja – richtig gelesen. Tag Wohl aus der Holsteinischen Schweiz, dem östlichen Hügelland Holsteins. Hier möchte ich kurz Tourismuswebseite zitieren:

Wandern wie in Kanada.

Denn nichts ist so inspirierend für Wanderer, wie der Anblick unserer 200 Seen vor Ort und des Naturparks Holsteinische Schweiz. So prägt beides das Bild dieser weiten Wanderlandschaft und vermittelt einen Hauch Kanada-Feeling mitten in Schleswig-Holstein.

http://www.holsteinischeschweiz.de/wandern

Die Schweiz liegt quasi um die Ecke und so konnten wir den Luxus der Ferienwohnung noch ein wenig behalten. Außerdem sollte es nachmittags regnen und wir wollten morgens einen der vielen Seen umrunden, die an Kanada erinnern sollen. Die Idee war früh aufzubrechen, um den Muggesfelder See zu umrunden, weiter nach Plön, damit wir auf dem Wochenmarkt bei der Nikolaikirche shoppen können und dann weiter nach Eutin, um unser obligatorisches Fischbrötchen zu essen. Dieser Tag fällt unter die Kategorie: #malebenkurz.

Veranschlagt war der Weg um den Muggesfelder See mit etwa 1,5 Stunden. Sabrina gehört zu den schnellsten Gehern, die ich kenne, also dachte ich mir schon, dass wir das in etwa einer Stunde schaffen. Dann kam es doch anders, als wir dachten, obwohl wir trotzdem in einer Stunde wieder am Auto waren. Wir beschließen einstimmig unsere Rucksäcke im Auto zu lassen. Nur mit dem Smartphone bewaffnet ziehen wir los.

Der Weg startet in einem idyllischen Dörfchen – vorbei an einer imposanten Anlage, die zu einem Forstbetrieb gehört, ruhig grasenden Shetland-Ponys und Sonnenschein. Dann biegt man in einen sattgrünen Laubwald ein, wo uns der Regen der vergangen Nacht in der Nase kitzelt und irgendwann öffnet sich eine Lichtung und man kann einen Blick auf den eigentlichen See erhaschen. Sofort rechnet man im Kopf durch, in welcher Zukunft man sich ein Grundstück an diesem oder überhaupt einem See leisten kann. Die Rechnerei stößt schnell an Ihre Grenzen.

Für ein paar Wenige wird das jetzt keine Überraschung. Die Sonne scheint, es ist weit und breit niemand zu sehen und dann kommt mir wieder dieser spontane Einfall sich ins kühle Nass zu stürzen. Da wird nicht lange überlegt. 😉

Irgendwie angenehm und doch seeeeehr erfrischend

Sabrina schlägt vor den Rest des Weges barfuß zu gehen. Warum nicht. Auch hier: gesagt getan. Wieder am Auto angekommen ist erstmal Fußpflege und Sachen trocknen angesagt. Manchmal wäre ein Rucksack auf einer Wanderung (und sei sie noch so kurz) eben doch von Vorteil. Da finden sich immer nützliche Dinge…

Weiter ging es nach Plön, wo wir zu spät zum Wochenmarkt gekommen sind und trotzdem einen Spaziergang durch die Stadt und zum Plöner Schloss (aka Fielmann-Akademie für Optiker) unternommen haben. Da hat uns der Regen – wie vorhergesagt – eingeholt. Hauptsache der Schirm bleibt im Auto im Trockenen.

Unser obligatorisches Fischbrötchen gibt es in Eutin und auch dort haben wir es perfekt abgepasst, damit wir in den Regenschauer-Pausen ein bisschen durch die Stadt laufen konnten und das Eutiner Schloss besichtigt haben.

Um die letzte Tagesaufgabe zu lösen, haben wir am längsten gebraucht. Es mag fast wie ein Märchen klingen, aber einen Fischladen an der Küste zu finden, der abgesehen von Räucherfisch auch frischen Fisch anbietet, gestaltet sich schwierig in der Lübecker Bucht. Zumindest für uns. Wir mussten einmal die komplette Platja de Palma (meine ganz persönliche Bezeichnung für die Lübecker Bucht) bis nach Travemünde fahren, bis wir endlich gefunden hatten, was wir wollten.

Zum Abendessen haben wir ein Gemüse-Wurzel-Süppchen mit Garnelen an Oliven-Focaccia mit einem Hauch von Zimt verspeist.

Morgen verlassen wir unser lieb-gewonnenes Domizil und setzen uns zum ersten Mal den Elementen aus.

Duathlon im Duo

Unglaublich. Wie üblich wundere ich mich, wie lange es her ist, dass ich zum letzten Mal einen Beitrag verfasst habe. Zwei ganze Jahre. Was hatte ich vor zwei Jahren nicht alles geplant? Wo wollte ich nicht überall hin? Was wollte ich mir nicht alles anschauen? Wen wollte ich nicht alles besuchen? „Aus Gründen“ ist daraus nichts geworden. Auch diesen Sommer frage ich mich, ob es nicht doch noch einen Sommer früh ist. Genug philosophische Vorrede! Das hier ist keine Unterrichtsstunde in Weltanschauung, sondern eine Reiseberichterstattung.

Irgendwann ist mal gut. Es ist wichtig, wieder die Nase in den Wind zu hängen und fremden Boden unter den Füßen zu spüren. Bei einem der vielen virtuellen Gespräche mit Sabrina haben wir den Entschluss gefasst, im Sommer eine Reise mit dem Zelt zu unternehmen. In den Ursprüngen sollte es Österreich und oder die Schweiz werden. In der nächsten Evolutionsstufe Bayern und BaWü. Letztlich haben wir alles über den Haufen geworfen und überlegt uns von der Wetterprognose und Inzidenzwerten leiten zu lassen.

Ich kann im Grunde genommen nur sagen, wo diese Reise gestartet ist. Ganz einfach – in der beschaulichen Casa Neis, wo ich am Vor-Abreisetag (= mehr als nur ein bisschen zu spät) versucht habe, mein Gepäck möglichst schlau im Auto zu verteilen, damit wir beim Zelten alles Wichtige griffbereit haben. Dabei musste ich wieder an MacGyver denken, denn ich habe versucht ohne Beschädigungen am Auto ein Gepäcknetz im Himmel anzubringen. Mit der Frage: „Was würde mit MacGyver tun?“ komme ich meistens weiter. Ob in neuseeländischen Aufzügen, oder auf Campingtrips auf der grünen Insel. Am Sonntag bin ich im dicksten Reiseverkehr in Richtung Schleswig-Holstein aufgebrochen, um Sabrina einzusammeln.

Mit Kabelbindern lässt sich Einiges machen…
Hauptsache der Basilikum ist dabei.

Nächster Halt: Haffkrug. Dort ist der Camping-Urlaub, in einer wunderschönen Ferienwohnung direkt am Meer gestartet… 😉 Kaum sind wir angekommen, fange ich schon wieder an Sachen zu suchen. In welcher Tasche hatte ich das noch gleich?!? Erstmal direkt zum Strand – Seeluft schnuppern. 1. Urlaubstag und zack hab ich doch glatt die Buchbesprechung aus einem meiner Buchclubs vergessen. Davon mal abgesehen, hab ich neben dem Termin auch die erforderlichen Seiten gar nicht gelesen. Um die Schmach zu schmälern hab ich mich mit Live-Meerblick entschuldigt…

Beinahe Buchbesprechung für Fortgeschrittene

Da keiner mehr Bock zum Kochen hatte, haben wir uns bekochen lassen. Das Wetter war so gut, dass wir draußen sitzen konnten und es war herrlich einfach nur Leute zu beobachten.

Möwen-Selfie (da muss ich noch üben)

Am nächsten Morgen (=heute) bin ich früh raus und habe umgehend mein Versäumnis nachgeholt und konnte beim Sonnenaufgang Lesen, sodass ich heute Abend bei der Buchbesprechung auftrumpfen kann.

Yin und Yang

Ein Ausflug zum Brodtener Ufer war geplant und schnell kristallisierte sich heraus, dass es zu Fuß zu weit ist und das eine Fahrradtour genau das Richtige wäre… Öh ja – Fahrradfahren… Ja – also… Einmal ist kein Mal – also hab ich zugesagt und Sabrina vorgewarnt, dass ich ziemlich aggressiv in die Pedale treten werde, weil das überhaupt nicht meine Fortbewegungsart ist und ich den Fahrradhype nicht im Ansatz verstehe. Auf dem etwas älteren Vintage-Drahtesel mit pink-farbenen Design, Rücktrittbremse und drei Gängen ging es los. Immer grade aus. Nach den ersten 250 Metern sah mein innerer Dialog ungefähr so aus:

  • Sind wir bald da?
  • Mein Hintern tut weh.
  • Ich wünschte, ich wäre schon auf dem Rückweg.
  • Warum ist mein Hintern nass?
  • Ich muss aufs Klo.
  • Was finden die Leute nur am Fahrradfahren so toll?

Sabrinas innerer Dialog sah in etwa so aus:

  • Total tolles Wetter heute.
  • Die Sonne scheint.
  • So aktiv war ich schon lange nicht mehr.
  • Fahrradfahren ist echt entspannt.
  • Sehr schöne Architektur.

Nachdem wir an der wunderschönen Steilküste angekommen sind, stellen wir unsere Fahrräder ab und laufen zu Fuß etwa 5 Kilometer bis Travemünde, bummeln ein bisschen die Promenade entlang – essen ein extrem geiles Fischbrötchen, Lachshappen und Algensalat und gehen dann gemächlich wieder zu unseren Rädern zurück.

Ja – ich fahre tatsächlich Fahrrad

Die Tagesbilanz hat 26,72 Kilometer mit dem Rad und dazwischen mal eben noch 10,25 Kilometer zu Fuß auf dem Tacho. Da haben wir uns unser Gläschen neuseeländischen Sauvignon Blanc redlich verdient.

Kräuter-Matjes-Brötchen (äußerst lecker)

Ich stelle außerdem fest, dass ich wieder ins Blogschreiben reinkommen muss. Da hab ich die zwei Wochen die Gelegenheit zu.

Wie üblich freue ich mich über Eure Kommentare und verbleibe bis Morgen.

Abschnitt am Brodtener Ufer (Credit Sabrina – ich hab kaum bis gar keine Fotos gemacht)

zu kurz

Schon wieder zurück in der Heimat?

Ja – allerdings. Es ging (zu) schnell vorbei, aber ich darf wiederkommen. So wird zumindest behauptet. 😜

 

Zermatt

Was hab ich noch erlebt? Wie geplant bin ich am Tag nach der Wanderung zur Hörnlihütte in Zermatt geblieben und hab mir dieses kleine Örtchen, wozu eigentlich jeder ‚Dorf‘ sagt, angeschaut. Traditionell in Flip Flops, da meine Füße froh waren nicht wieder in Schuhe gesteckt zu werden. Im Gegensatz zu anderen Personen komme ich ja gut mit diesem Schuhwerk zurecht.

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Wie überall auf der Welt ist eine Hauptstraße nicht besonders ansprechend… Sobald man die jedoch verlässt, findet man sich in einer Welt äußerst gepflegter, winziger Vorgärten und kleiner Holzhäuschen wieder. So ist das Alpenpanorama perfekt. Neben dem Rundgang hatte ich noch ein paar organisatorische Sachen am Laptop zu erledigen und habe ich einem süßen Cafe gesessen und war fleißig. So ging der Tag schnell vorbei und abends hab ich für Franzi gekocht, bevor wir uns auf zum Straßenfest gemacht haben. Da war Einiges los im ‚Dorf‘.

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Noch selten bei so toller Aussicht gekocht 🙂

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Unsere Auffassung von Party ist irgendwie unterschiedlich…

 

Aufwärts

Für den nächsten Tag war eine weitere Wanderung geplant. Im letzten Beitrag war der Weg zum Gornergrat im Gespräch. Ich habe mich dagegen entschieden. Stattdessen bin ich zum Grünsee (2.300 Meter) rauf. Dieses Mal ohne zu schummeln vom ‚Dorf‘ aus. Ich dachte, ich wäre dieses Mal schlauer, aber außer Wasser und einem Snickers hatte ich nicht viel im Gepäck. Ich war sparsam, denn ich sollte für die Nacht nicht nach Zermatt zurückkehren. Zusammen mit Franzi habe ich in einer Berghütte übernachtet. Der Weg hoch war zwar anstrengend, aber es war sonnig und sogar das Matterhorn hat sich ohne Wolken gezeigt. Wie ich das halt so mache, bin ich natürlich in der Mittagshitze hoch. 🤦‍♀️

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Schweizer Postkartenidylle

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Der See, der seinen Namen verdient ‚Grünsee‘ auf 2.300 Meter

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Ich hatte die Chance in der Hütte, in der Franzi arbeitet, auszuhelfen. So hatte ich nach meinem Aufstieg noch ein wenig Arbeit vor mir. Eine tolle Erfahrung. Da vergisst man schnell, wo man sich befindet, aber ein kurzer Blick aus dem Fenster hat mich schnell daran erinnert, dass ich in den Bergen bin.

Leider hat es sich nachts zugezogen und vom Sternenhimmel konnten wir nichts sehen, aber Regen hat ja auch was. Am nächsten Morgen hat es weiterhin geregnet und an dieser Stelle darf ich mich selbst loben. In meinem spärlichen Reisegepäck hatte ich tatsächlich meine ‚gute‘ Goretex-Regenjacke eingepackt. Endlich mal was richtig gemacht!! So hat mir der Regen auf dem Weg nach unten nichts ausgemacht. Natürlich gab es kein Bergpanorama, aber dafür mystische Aussichten. Begleitet hat mich ein stetiges Donnergrollen, was ein bisschen unheimlich war, wenn man auf einem Berg rumläuft.

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Die Flora hat es mir angetan

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Annulliert!

Am Vortag war ich bei der Suche im letzten Winkel des Reisebudgets für einen Flug mit der Air Zermatt erfolgreich. Ich hatte Glück und es hatten sich noch drei Weitere für den Rundflug angemeldet. Allerdings hat das Wetter nicht mitgespielt und – außer Wolken – hätte es nicht viel zu sehen gegeben. Wirklich schade, denn ich hätte mir gerne die Berge von oben gesehen. Ein weiterer Grund noch mal nach Zermatt zu fahren.

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Hätte, hätte Fahrradkette

Abschied

Dann hieß es auch schon fast ‚Abschied nehmen‘, denn abends sind wir ins beschauliche Lindau (nicht am Bodensee!!) gefahren. Ich habe mich noch erfolgreich beim Souvenirshopping und der Suche nach Mitbringseln verdingt. Viel ist nicht bei rausgekommen, weil auch Souvenirs teuer sind. 🤷‍♀️

Die Abreise wurde mir mit Alpenglühen versüßt. In Lindau war ich dann endlich mal am Grab der Familie Maggi. Vielleicht ist es noch ein Begriff, dass man es ‚Matschi‘ ausspricht?!? Hihi.

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Ich bin froh, dass ich jetzt wiederum Druck für einen Besuch aufbauen kann. So geht dieser Kelch wieder zurück an Franzi…

Eine ereignisreiche Woche geht zu Ende.

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Hoch hinaus

Tag Wohl aus der Schweiz. Genauer gesagt aus Zermatt am Fuße des Matterhorns.

Nach einer – unerwartet – langen Anreise bin ich endlich in Zermatt angekommen. Erwartungsgemäß stand ich auf der A5 im Stau, aber danach lief es flüssig. Ein kurzer Stopp an einer Raststätte in Deutschland, um die Vignette zu kaufen und ehe ich mich versah, war ich schon in der Schweiz. Etwa in der Mitte der Schweiz fing es an, landschaftlich interessant zu werden. Mein erstes Ziel war der Lötschbergtunnel, für den ich bereits im Vorfeld ein Ticket gekauft hatte. In der Spur für die Online-Tickets sollte ja alles ganz schnell gehen. Von wegen – ich hab erstmal den kompletten Verkehr hinter mir aufgehalten, weil der Scanner den QR-Code nicht von meinem Handy lesen konnte. 🙄 Irgendwann hat es dann doch mit Hilfe einer Dame aus einem Kassenhäuschen nebenan geklappt. Dann dauerte es nicht lange bis mein Golf und ich verladen wurden.

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Gleich wird es dunkel…

Auf dem Hindenburgdamm ist die Sicht eindeutig besser und da ist es auch nicht so dunkel. Irgendwie hat mich das im ersten Moment überrascht. Man wird in der Finsternis ganz schön durchgeschüttelt.

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Mehr gab es nicht zu sehen. Hihi.

Vor der Einfahrt in den Tunnel war der Himmel wolkenverhangen und nach dem Verlassen: et voila – blauer Himmel und schönster Sonnenschein. Ab hier ging es dann noch mit maximal 60 Km/h voran. Dafür kurvig, was mir natürlich gut gefallen hat. Da konnte ich gut mit den Schweizer Autofahrern mithalten. Wobei mein Golf für solche Strecken ein paar mehr PS vertragen könnte…

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Golfus VauWeus im natürlich Habitat

Das Terminal mit dem reservierten Parkplatz in Täsch konnte ich ohne Probleme finden und dieses Mal gab es keine langen Schlangen hinter mir. Dann eben noch in den Zermatt-Shuttle und dann war ich endlich in Zermatt angekommen. Franzi hat mir eine Wegbeschreibung zu Ihrem zu Hause erstellt, der ich stoisch gefolgt bin. Diese Aussicht hat mich für den langen Anreisetag entschädigt.

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Aussicht von der Terrasse mit Blick auf das Matterhorn. 😍😍

Abends haben wir nett ‚grilliert‘ und ich konnte bereits ein paar Locals kennenlernen. Für den nächsten Tag stand eine Wanderung zur Hörnlihütte auf dem Programm – dem Startpunkt zum Aufstieg auf das Matterhorn. Ich war mir nicht sicher, ob das irgendwie für mich passend ist. Die liegt immerhin auf über 3.000 Meter. Zuerst sind wir mit der Gondel bei Nebel zur Station ‚Schwarzsee‘ gefahren. Schwarzsee liegt etwa auf einer Höhe von 2.500 Meter.

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Ganz schöne Suppe

Bis zur Hörnlihütte hat man dann nur etwas mehr als 700 Höhenmeter zu überwinden. Ein Klacks… In einer Beschreibung steht geschrieben:

Dieser Weg verlangt Trittsicherheit und gute Ausrüstung und ist nur für Schwindelfreie zu empfehlen. 

Gute Ausrüstung? Klar – ich hab doch Wanderschuhe an und ungefähr noch so 15 Cashewnüsse im Gepäck. Schwindelfrei? Hatte ich noch nie Schwierigkeiten mit. Und überhaupt – ich komme doch aus der Eifel. 🤷‍♀️ Alles easy.

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Schwarzsee mit der Kapelle ‚Maria zum Schnee‘

Also ab nach oben. Die Aussichten von so weit oben sind wirklich fantastisch. Ich war ja noch nie so hoch in den Bergen – zumindest nicht zu Fuß. Flugzeug zählt wohl nicht.

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Blau/weiß bedeutet übrigens Alpinwanderweg

Zwischendurch war ich mit meinen Schuhen eher weniger zufrieden, weil ich doch ab und an gerutscht bin. Irgendwie blöd, wenn es neben einem steil nach unten geht… Den Punkt zur Trittsicherheit kann ich nur bestätigen. Ich habe mal kurz drüber nachgedacht, ob ich Musik hören soll, aber ich hatte Angst, dass mich das zu sehr ablenkt. Jeden Schritt hab ich wohlüberlegt gesetzt. Viele Wanderer sind da mit Stöcken unterwegs. Ich war froh, dass ich meine nicht mitgenommen hatte. Die hätten nur meinen Gleichgewichtssinn gestört und mich wohl ziemlich genervt. Wahrscheinlich sind aber die mit Ausrüstung gemeint. Schwindelfrei sollte man wirklich in jedem Fall sein. Teilweise geht man über Gitter, die am Berg am befestigt sind und unter einem geht es steil nach unten und manchmal ist ein klein wenig Kletterei erforderlich. An den heiklen Stellen gibt es dann zum Glück Fixseile. Etwa auf der Hälfte der Strecke dachte ich gelernt zu haben, dass ich doch nicht schwindelfrei bin. Das war kein sonderlich angenehmes Gefühl – mal abgesehen vom Schwindel. Die paar Cashewnüsse und auch Wasser haben nicht geholfen. Es wurde erstmal nicht besser, sondern schlimmer. Man hat ja keine Lust am Berg umzukippen. Vor meinem geistigen Auge habe ich schon gesehen, dass ich mit dem Helikopter abgeholt werden muss… Als Schmalspurwanderer bleibt nur dann nur eine Option: zusammenreißen und weiter aufsteigen. Das hab ich gemacht und irgendwann ging es deutlich besser und na ja – irgendwann findet dann jeder Aufstieg ein Ende. 🤩

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Es ist frisch auf über 3.200 Meter

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Halb-Gipfelstürmer unter sich

Nach der teuersten Spaghetti Bolognese, die ich je gegessen habe, fällt dir dann plötzlich ein, dass du ja auch wieder runter musst. Huch?!?!

Irgendwie ging es mir nach dem kohlenhydrat-lastigen Mittagessen wieder gut und auf dem Weg runter war absolut nichts mit Schwindel und so. Die aktuelle These lautet Schwindel aufgrund von Unterzuckerung. IMG_2147IMG_2148IMG_2149

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Im roten Kringel befindet sich übrigens die Hörnlihütte.

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Heute gönne ich meinen Füßen mal eine Pause und Morgen schnüre ich wieder die Wanderschuhe. Dann geht es vielleicht rauf zum Gornergrat. Und ich suche fieberhaft im letzten Winkel des Reisebudgets, ob ich nicht doch noch genügend Kohle für einen Helikopterflug finde…

Der Berg ruft

Es ist soweit.

Den Druck, den Franzi aufgebaut hat, baue ich Morgen ab. Dann geht es für meinen Golf und mich Richtung Schweiz. Mit dem Auto bis nach Täsch und dann weiter mit dem Shuttle nach Zermatt. Zwischendurch nutze ich den Autozug. Das letzte Mal habe ich das gemacht, als ich den Hindenburgdamm überquert habe. 😋

 

Mein erster Besuch in der Schweiz. Die Landessprache beherrsche ich jedenfalls schon mal. Kleiner Scherz. Ich bin mit dem Schweizer Deutsch etwas eingerostet, aber ich komme bestimmt schnell wieder rein.

Die Tasche ist gepackt und natürlich habe ich mein Auto entsprechend ausgerüstet.

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Gero Krieger ist ‚back on the road‘

Also dann Franzi: Stell schon mal Wasser für schwarzen Tee auf!

Bis bald.

So, da ist sie!! Die unverblümte Wahrheit über Eva.

…und Irland.

[EIN GASTBEITRAG VON FRANZI]

Im zarten alter von 24 Jahren habe ich mich entschieden eine Reise nach Irland zu machen, in Begleitung einer fast Fremden, wie sich mit der Zeit herausgestellt hat äusserst heiklen und natürlich knallhart direkt aber fairen Deutschen Dame namens Eva.

Eva und ich hatten uns im Mai 2017 in Neuseeland kennen gelernt, wir hatten da vielleicht 5 Tage miteinander zu tun und ich habe sie seither nichtmehr wieder gesehen! 
Ist es also eine gute Idee über 10 Tage Ferien im Zelt mit einer beinahe Unbekannten zu planen?! Diese Frage habe ich mehrfach in meinem Freundeskreis gehört! 

Klar, zu zweit reisen, heisst auch Kompromisse eingehen und wenn man sich nicht so gut kennt, weiss man nicht was für Kompromisse auf einen zukommen. 

Euch kann ich es jetzt ja sagen, eine Scheissidee war das!! Meine Güte, ging das in die Hose….

…kleines Gspässli am Rande! Ich hatte eine tolle Zeit mit Eva, lustige Unterhaltungen unter anderem über die Air Zermatt, leckeres Essen mit viel Gemüse (dass ich selber nie freiwillig ins Essen getan hätte),  eine tolle Stadtführung durch Dublin (inklusive eines Deathly Hallow Pins) und vieles mehr. 

Ich hatte natürlich Glück, das Eva bereits zum 9. Mal in Irland war und ich somit meinen persönlichen Reiseguide dabei hatte. Auch, dass sie die schmalen Strassen Irlands und den Linksverkehr gewohnt war und auch einfach gerne Auto fährt! So konnte ich immer nach Lust und Laune ein paar km fahren und wenn mir die kritischen Blicke oder Kommentare von Ihr zuwider wurden, ihr den Schlüssel wieder in die Hand drücken. Wobei fairerweisse muss ich sagen, dass es während meiner Fahrzeit mehrheitlich Blicke waren, die Kommentare & Flüche kamen dann sobald sie am Steuer war und vor uns ein Autofahrer mit meinem Fahrstil war 😂

Ich persönlich würde von mir sagen, dass ich tendenziell zu den Frühaufsteher gehöre! Aber niemand steht wohl so früh auf wie Eva, kaum habe ich mich das erste mal gedreht, schlüpft sie schon aus ihrem Schlafsack und macht sich ready für den Tag. Immerhin hat sie mich im Zelt immer sehr fürsorglich mit ihrem Schlafsack zugedeckt, merci dir Eva! 😘 

Meine Lieblingszeit am Tag, das gemütliche Frühstücken, kam in Irland leider immer zu kurz. Zwar hat es immer gut angefangen, aber kaum war Evas Tee leer, hatte sie plötzlich so einen Stress, ob jetzt meine Tasse schon leer war oder nicht. Woher der Stress kam, ist mir bis heute ein Rätsel, da wir eigentlich selten grosse Pläne hatten… 
Da sie ja kritikfähig ist, habe ich sie mehrfach darauf hingewiesen und jedesmal wurde mir Besserung versprochen. Die Zeit hat wohl nicht ausgereicht, denn der Stress blieb und mein Tee musste ich immer exen…

Keine Sorge, hab dich trotzdem lieb Eva und die Gespräche über Gero Krieger und Crew werden mir fehlen. Freue mich auf deinen Besuch diesen Sommer bei mir in Zermatt (um den Druck dankend zurück zugeben…;))! 

…und sage tschüssli 👋🏻

Déjàvuhafte Abschiede

Ja – irgendwann ist Schluss. Auch und vielleicht insbesondere mit dem Reisen. Irgendwann kommt der Punkt, da muss man sich über die Abreise unterhalten. Ob man nun will, oder nicht. Da ist es egal, ob die Unterhaltung zweisprachig stattfindet. Dann wird alles schnell so organisatorisch. Wann genau muss das Auto abgegeben werden? Gepäckstücke müssen wieder eingepackt werden und Souvenirs müssen verstaut werden.

Beim letzten Eintrag waren wir noch in Galway und ohne Absicht hat niemand ein Foto von dieser Stadt geschossen… Abends gab es jedenfalls ‚Fish and Chips‘ und im Anschluss haben wir uns durch diverse irische Gin-Sorten probiert. Das war sehr lecker und irgendwie ein recht kostspieliger Abend. Ist ja klar, wenn man nicht selbst kocht und Gin-Sorten testet. Wir können die vier verkosteten Sorten uneingeschränkt empfehlen.

  • Method of Madness aus Cork
  • Gundpowder aus Leitrim
  • Killarney Gin aus Killarney
  • Dingle Gin aus Dingle (unser Favorit)

Zum Glück hatten wir vor dem Gin schon Zelt und Co. wieder ordentlich verpackt, denn es machte auch für Dublin keinen Sinn auf einem Camping-Platz zu übernachten. Stattdessen sind wir im Studentenwohnheim der Dublin City University untergekommen. Das hat viele Erinnerungen an das Studentenwohnheim in Auckland hervorgerufen. StuWos (Fachjargon für Studentenwohnheim) sind irgendwie alle gleich. Sogar der Geruch hat mich an die Zeit in Neuseeland erinnert.

Nach der Ankunft sind wir mit dem Bus in die Stadt gefahren und ich habe – so gut ich konnte – mein Dublin-Wissen zum Besten gegeben. Leider hat es den restlichen Tag geregnet, sodass wir uns in Geschäften und kleinen Läden aufgehalten haben. Gegen Abend hatte ich dann endlich das ‚Porterhouse‘ wiedergefunden und dort haben wir zu Abend gegessen. Es gab einen Burger und für mich ‚Seafood Chowder‘. Da hatte ich schon den ganzen Tag Lust drauf. Kredenzt mit einem Stout, dass so bitter war, dass ich es nicht austrinken konnte. Bäh. Da bleibt man doch besser beim Dingle-Gin. Als Absacker haben wir uns mit einem Cider eingedeckt, denn eine Folge von ‚The Horn‘ war noch offen. Also haben wir uns gemütlich aufs Bett gesetzt und haben diese Reise-Tradition beendet.

B steht für Bitter

Just als die letzten Bilder des Matterhorns zu sehen waren, kam ein neuer Déjàvu-Moment hinzu. FEUERALARM! Das Geräusch kannte ich bereits aus dem neuseeländischen StuWo. Das holt auch den letzten Studenten aus seinem Schönheitsschlaf.

Erstmal Ruhe bewahren! Die zweite Amtshandlung meinerseits bestand darin, mich umgehend mit warmer Kleidung einzudecken. Den Fehler – bei kalten Temperaturen – leicht bekleidet rauszulaufen mache ich nicht mehr. Wir haben dann die wichtigsten Dinge in die Jackentasche gestopft und sind aus der Wohnung raus ins Treppenhaus. Fahrstuhl ist im Brandfall ja tabu. Vom zweiten Stock aus, ist man schnell unten. Wie üblich hatte ich mit einem Fehlalarm gerechnet. Im Treppenhaus im ersten Stock, dann die Überraschung: die Sicht wurde zunehmend trüber und es hat sich ein sofortiger Hustenreiz eingestellt. Die Tür unten war offen, also sind wir rausgegangen. Es waren schon eine Menge Campus-Angestellte auf den Beinen und so standen wir erstmal draußen rum. Nach kurzer Zeit entpuppte sich dann doch als Fehlalarm. Die Antwort hat mir nicht ausgereicht – also habe ich gefragt, was das für eine Subtanz im Treppenhaus war, die sich schnell mit Rauch verwechseln lässt. Irgendein Depp hat einen Feuerlöscher mit Löschpulver entleert. Das wirkte allerdings täuschend echt.

So sah es auf dem Boden im Treppenhaus aus

Nach dem Schock stand unserem eigenen Schönheitsschlaf ja nichts mehr im Wege. Zumindest Franzi konnte ein bisschen schlafen. Mir wurde urplötzlich furchtbar schlecht. Das kam überraschend und zuerst habe ich versucht es zu ignorieren. Nach etwa einer Stunde war das mit der Ignoranz hinfällig. Das ‚Seafood-Chowder-Süppchen‘ hat sich seinen Weg nach draußen gebahnt. Also hing ich recht lang über der Schüssel. Im Anschluss war es zwar deutlich besser, aber schlafen konnte ich trotzdem nicht. In Neuseeland hatte ich damals auch eine Lebensmittelvergiftung…

Jedenfalls ist die Reise jetzt leider um und ich sitze schon am heimischen Computer und möchte mit diesem Beitrag abschließen. Es sei denn Franzi verfasst noch Ihren Beitrag als Gastautor, quasi als Gegendarstellung. Ich weiß allerdings nicht, ob es dazu kommt (ja Franzi – ich baue Druck auf).

Zum Abschied des bilingualen Roadtrips noch ein paar Bilder und meine Lieblingsworte auf ‚Schweizer Deutsch‘.

  • parkieren
  • Zah
  • nöt
  • guggled
  • lurge
  • Glatzli
  • Kurtli
Ein letztes gemeinsames Bild am Flughafen