Wer hat am Ührli gedreht?

Ich komme gar nicht mehr dazu, Blog zu schreiben. Zelten verlangsamt und beschleunigt die Zeit gleichermaßen. Normalerweise hab ich abends Zeit was zu schreiben. Hier sind die Abende entweder von der Suche nach einem passenden Camping-Platz (wir nehmen nicht jeden), dem Zeltaufbau, Essen kochen und dem Schauen einer Doku geprägt. Urplötzlich ist es 23:00 Uhr und dann versucht man es sich im Schlafsack gemütlich zu machen. Nach dem Aufstehen dann das gleiche Prozedere – nur eben rückwärts. So fliegen die Tage und Orte dahin.

Nach Dingle sollte es nach Lahinch gehen. Einem irischen Surferparadies, wo Franzi sich gerne ein Brett ausleihen wollte. Da mir Wasseraktivitäten dieser Art nicht liegen, wollte ich mir ein bisschen die Beine vertreten. Am Abreisetag ging irgendwie alles viel schneller als sonst. Zelt abbauen war ja nicht nötig – nur Stulle schmieren und das geht im Schlaf. Auch der Weg zur Toilette dauert nur 5 Sekunden, statt 5 Minuten. Also ab ins Auto und los. Wer bei der Streckenführung nicht aufpasst, der landet dann doch irgendwann auf dem Wasser. Ich hab mir den Weg nicht genau angeschaut und zack war ein Stück des Weges mit der Fähre zurückzulegen.

Der Weg führte größtenteils durchs Landesinnere, also nicht so spannend. Bis auf die Tatsache, dass Anhalter einfach nicht mit uns mitfahren wollen, so sehr wir uns bemühen.

Hitchhiking – nicht mit uns

Unsere erste Erfahrung haben wir bereits auf dem Weg nach Dingle gemacht. Am Straßenrand taucht eine Frau mit Schlappen und Geldbörse auf. Keine Jacke, oder Tasche dabei. Nett wie wir sind – halten wir an. Sie fragt, in welcher Richtung Cork liegt. Sie wirkt aufgelöst und erzählt von einem Familienstreit. Könnte erklären warum sie mitten in der Pampa mit Hausschuhen anzutreffen ist. Ich zeige Ihr das Navi – habe allerdings den Eindruck, dass Sie nicht lesen kann. Dann bedankt Sie sich und steigt wieder aus dem Auto aus.

Der nächste Versuch Anhalter – bei übervollem Auto – mitzunehmen, scheitert ebenfalls. Aus dem Weg von Dingle nach Lahinch halten wir für zwei Ladies mit Rucksäcken an. Wir (glauben zu) erzählen, dass wir nach Lahinch fahren. Die beiden wollen nach Tralee und kommen zu dem Entschluss dass Inch nicht auf dem Weg liegt. Später wundern wir uns, dass wir durch einen Ort namens Tralee fahren. Kommunikation ist eben alles. 🤷🏼‍♀️ Wir geben nicht auf und versuchen es weiter.

Zelt aufbauen geht inzwischen von alleine

Nach der Ankunft erstmal Zelt – mit Blick auf die Cliffs of Moher – aufstellen und ab nach Lahinch. Schnell haben wir einen Surfshop ausgemacht und da geht es auch schon Richtung Strand.

Nach einem Wäschestopp und einem Spaziergang am Steinstrand, haben wir ordentlich getafelt und dann gab es noch eine Folge ‚The Horn‘. Da wir ja quasi die irische Außenstelle der Air Zermatt sind, passt diese Doku gut. Zu sehen auf Netflix.

Am nächsten Tag ging es wieder weiter. Endlich nach Connemara. In einem letzten Irlandurlaub hab ich diese Gegend zu meinem Liebling erklärt. Ich bleibe dabei und fand es nun noch schöner. Was wohl daran liegt, dass ich neue Ecken gesehen habe und tatsächlich auf einen Berg geklettert bin. Allerdings ohne passendes Schuhwerk und auch sonst ohne passende Kleidung.

Geschafft – Gipfelstürmer unter sich

Wir sind irgendwie eher spontan da hoch gelaufen. Um genau zu sein – den Diamond Hill.

Davon waren wir so begeistert, dass wir am nächsten Tag noch eine Wanderung unternommen haben. Wir sind den Killary Fjord entlang gewandert. Immer schön mit Blick aufs Wasser. Im Anschluss ein kurzer Stopp bei der Kylemore Abbey und dann hat Franzi noch einen tollen Campingplatz am Meer entdeckt. Da haben wir unser Abendessen am Strand gekocht und haben uns sogar ins Wasser getraut. Das war sehr erfrischend. Brrrr. 🥶

Wenn ich das einschätzen sollte, dann würde ich sagen, dass die bilinguale Verständigung super klappt – aber Franzi ist davon oft nicht überzeugt.

Heute sind wir in Galway angekommen und morgen geht es zurück nach Dublin.

Luft vs Federkern

Es dauert eine Zeit, bis man sich mit dem Zelten eingegroovt hat. Den Status hab ich noch nicht erreicht. Es gilt jede Kleinigkeit zu bedenken, wenn das Auto weit weg geparkt ist und man etwas dort vergessen hat. Wobei das auch gilt, wenn das Auto direkt neben dran steht.

Das Fassungsvermögen ist echt nicht so prall

Für die Nacht im Zelt braucht es nicht alles aus dem Gepäck. Also immer schön nachdenken, was wirklich nötig ist. Die mitgenommenen Sachen könnten nämlich klamm werden.

Was passiert, wenn es morgens regnet, dass Zelt nass ist und man weiterfahren möchte? Es zwar einen Händetrockner gibt, der aber weit weg ist? Das Auto ist ohnehin schon – bis unters Dach – mit Taschen und Plastiktüten vollgestopft. Genau – einfach auf Sonnenschein hoffen. Das hat bis jetzt geklappt. Im Vergleich schneidet die Sonnenscheintrocknung besser ab. Sorgt natürlich auch für mehr Aufmerksamkeit am Campingplatz und schlechte Sicht!

Um die nächste Nacht im Zelt angenehmer zu gestalten, haben wir uns mehrere Tipps – sowohl aus der Schweiz, als auch Deutschland geholt. Für mich war die nächste Nacht wesentlich besser. Für Franzi auch ein bisschen. Allerdings kann man sie auf dem Foto kaum erkennen. Bis obenhin eingepackt, um bei acht Grad nicht zu frieren.

Suchbild

Unsere Lidl-Tüte repräsentiert das Pendant zu einem Vorratsschrank. Viel Zeit des Tages geht dafür drauf, dass ich immer wieder diese Tasche sortiere. 🙄 Es hat nämlich keinen messbaren Effekt. Und überhaupt- ich sortiere ständig meinen Kram und finde doch nur die Sachen, die ich gar nicht suche. Dabei habe ich gar nicht so viel dabei. Seltsames Phänomen.

Mit wunderbarer Windstille hat uns Cahersiveen verabschiedet. Das Schmieren eines Butterbrotes hat sich schon als Routine etabliert. Das nehmen wir meist an einem Platz mit toller Aussicht ein. Es könnte uns deutlich schlechter gehen.

Am liebsten wären wir noch ein bisschen geblieben, aber Dingle hat auf uns gewartet. Auf dem Weg dorthin wollten wir einen Zwischenstopp in der Nähe von Glenbeigh einlegen, um eine Wanderung zu unternehmen. Allerdings war diese nicht ausgeschildert und die digitale Beschreibung nicht sonderlich brauchbar. Deshalb sind wir einfach den Berg rauf und wieder runtergegangen, obwohl die Aussicht sich durchaus sehen lassen konnte.

Am Morgen hatten wir uns dazu entschieden, nachts das Zelt gegen ein richtiges Bett einzutauschen. So haben wir ein nettes Zimmer mit Frühstück direkt mitten in Dingle ergattert und fühlen uns dort sehr wohl. Ich hab richtig gut geschlafen. 😋 Die Aussicht aus dem Zimmer hat mich ein wenig Heimweh bekommen lassen.

Wer sich ein richtiges Bett gönnt, der geht auch abends mal aus. Die lokale Pubszene kann sich sehen lassen. In den letzten Jahren sind hier einige Mikro-Brauerein entstanden. Auf Empfehlung unserer Gastmutter sind wir in einen Pub, um uns einen fetten Burger zu gönnen. Natürlich gab es weitere ‚Pints‘ und ein leckeres Eis von Murphy’s.

Star Wars ist hier allgegenwärtig. Ein paar Ideen finde ich süß. Ich hab versucht Franzi die Thematik näher zu bringen, aber viel weiter, als dass Chewie ein laufender Hund ist, bin ich nicht gekommen.

Unseren Aufenthalt in Dingle haben wir verlängert. Eine weitere Nacht in einem Bett klingt gut – aber ab Morgen ist wieder Zelten angesagt. 💪🏻

Heute waren wir auf dem ‚Slea Head Drive‘ unterwegs und heute Abend gab es ein Glas Dingle Gin.

Also alles ganz klassisch und ohne besondere Vorkommnisse. Kann ja noch werden.

Galerie

Im Dunstkreis des spanischen Cider-Essigs mit den Camping-Profis

Das Zeitphänomen des Reisens hat uns fest im Griff. Die Zeit fliegt nur so dahin. Mit ihr das ständig wechselnde irische Wetter.

Just in der Sekunde liege ich im Schlafsack eingemümmelt auf der Wiese vor dem Zelt und schaue aufs Meer hinaus.

Ein guter Platz zum Schreiben

Inzwischen sind wir am Ring of Kerry angekommen. Am ersten Reisetag haben wir erstmal unseren roten Flitzer mit den Logos beklebt. Zahlreiche Rückmeldungen haben ergeben, dass die Namensgebung des Autos schwer bis gar nicht zu verstehen ist. Das macht nichts. 🤪 Wir sind äußerst zufrieden.

Erster Stopp auf der Reise waren die Wicklow Mountains mit Glendalough, wo ich jetzt zwar bestimmt schon fünf Mal gewesen bin, aber für Franzi ist es die erste Reise nach Irland. Das gehört ja irgendwie dazu. Im Vergleich zu 2017 hat sich nicht viel verändert.

Eine kleine Wanderung war für Avoca geplant, damit wir nicht den kompletten Tag im Auto sitzen. Es hat wieder etwas gedauert, bis wir den Startpunkt gefunden haben, aber dann konnten wir uns nett die Beine vertreten, bevor wir uns in der ‚Avoca Mill‘ einen fetten Scone mit ‚clotted cream‘ gegönnt haben!
Ein alter Webstuhl in der Mühle von Avoca
Lecker, aber ein echt großer Kerl

Danach sind wir quer über die Insel mit Ziel Killarney. Die Fahrt verlief recht unspektakulär. Diverse Apotheken – bei denen wir Brennspiritus für den Campingkocher hätten kaufen können – hatten alle geschlossen. Am Montag war hier ein Feiertag. Killarney hat uns mit Regen und einer geöffneten Apotheke empfangen. So stand dem Kochvergnügen nichts mehr im Wege.

Der Campingplatz war ganz ok für den Anfang und das Zelt war schnell aufgebaut. Dann fing es so langsam an interessant zu werden.

Trügerische Idylle
Das mit der schönen Aussicht stimmt nicht ganz. Treffsicher haben wir den Campingplatz angesteuert, der an einer Schnellstraße liegt und wo die Bahn dran vorbei fährt…

Von sowas lassen wir uns nicht die Laune verderben. Um den Hunger zu stillen, muss die Außenküche erstmal aufgebaut werden.

Dagegen kann Jamie Oliver einpacken
Penne Bollo a al Trangia

Mein Trangia-Nachbau macht seinen Job richtig gut. Das Kochvergnügen wurde allerdings getrübt. Der erfahrene Camper ahnt schon, was jetzt kommt…

🦟

Eine plötzliche Invasion, die über uns hereinbrach. Ich wusste gar nicht richtig, wo die alle hergekommen sind.

Die grauen Punkte sind ein paar Stechmücken…

Unbeirrt schneide ich weiter, was das Zeug hält. Dann der rettende Einfall: vielleicht mögen die Fliegen ja keinen Essig? Zufällig hatten wir – aus einem komplett anderen Grund – eine Flasche Cider-Essig aus Spanien gekauft. Diesen Dunst mögen irische Stechmücken überhaupt nicht. Also fix den Essig aufgekocht und schön in die Essigwolke gesetzt. Hier noch ein Profitipp: es empfiehlt sich die Mücken mit einem Topf aufgekochtem Essig zu verfolgen.

Mückenjagd demonstriert von Franzi

Nach einem Mahl im Essigdunstkreis und einer bilingualen FaceTime-Konferenz (mit Affe) haben wir unser Zelt eingerichtet.

Die Nacht war kurz, kalt und es hat geregnet was das Zeug hält. Das Zelt war morgens einfach nur nass. Also erst das Innenzelt abbauen und dann den Händetrockner bemühen. Im abgewechselten Schichtdienst dauert sowas in etwa eine Stunde. Steht als Tipp so in gängigen Camperforen. 🙈

Dann ging es weiter auf den Ring of Kerry mit Ziel Cahersiveen. Mittagspause gab es am Strand.

Das Wetter wurde stetig besser und auch das Zelt-aufbauen klappte wesentlich schneller. Keine Mücken und kein Regen in Sicht.

Profi bei der Arbeit 😂
Sonnenuntergang – Camperidylle bei den Profis
Es herrscht Ordnung bei uns – NICHT

Heute Morgen sind wir – vergleichsweise – früh losgekommen. Wir sind den ‚Bray Head Loop‘ auf Valentia Island mit Blick auf die Kerry Cliffs und Skellig Michael gelaufen. Schöne Klippenwanderung mit tollen Aussichten aufs Meer.

Im Anschluss ging es nach Kells zum ‚Kells Bay House and Gardens‘. Ein echter Geheimtipp für Menschen mit einer Passion für Farne! Ich bin begeistert. Farne soweit das Auge reicht. Hätte ich früher davon erfahren, dann wäre ich dort auch schon fünf Mal gewesen. Dort gibt es sogar eine Hängebrücke und einen kleinen Wasserfall – von der weitläufigen Parkanlage mal abgesehen.

Den Rest des Tages gammeln wir rum, denn so eine Reise mit dem Zelt ist ganz schön anstrengend. 😜

Bilingual unterwegs auf dem Greenway

Mit Vogelgezwitscher aufzuwachen hat schon was. Da diese Reise ja quasi mit einem Tag Verspätung gestartet ist – nimmt der Roadtrip heute seinen Anfang.

Gestern gab es keine Zugausfälle der Schweizer Bahnen und so quillt das Auto nun vor Gepäck über. In den Kofferraum passen gefühlt etwa zwei Sodabrote und eine Flasche Wasser. Da ich/wir eine zweite Nacht in der gleichen Unterkunft verbracht haben, weiß ich noch gar nicht, wie voll das Auto wirklich wird. Ist auch nicht so schlimm, denn es ist kein Fiat. Beim Rest bin ich entspannt.

Wir bilden hier sowas wie eine kleine Neuseelandreisegruppe, denn wir sind beide mit Merchandising-Artikeln ausgestattet. So hab ich Franzi auch in der Ankunftshalle in Empfang genommen. Damit Sie treffsicher die richtige Person ansteuert.

Den guten Fernway haben wir im SuperValu entdeckt 😃

Nach einem kurzen Stopp haben wir versucht unsere erste Wanderung zu unternehmen – den Greenway, der zum Russborough House führt. Leider hat das nicht so gut geklappt, denn es war recht schwierig den Startpunkt zu finden. Nachdem wir gefühlte zwanzig Mal um den Block gefahren sind, haben wir Ihn doch gefunden. Eine angenehme Wanderung vorbei am Lake Blessington.

Lake Blessington

Tane Mahuta? 🤔

Die Idee zu Fuß zum Russborough House zu laufen war sehr gut, denn es war brechend voll und diese Menschenmassen haben uns abgeschreckt. Dafür sind wir in die Parkanlagen, die einen wunderschönen Garten haben. Franzi musste sich den Namen jeder Pflanze anhören, die ich kannte. Ich glaub Ihre Interessen liegen woanders. Hihi. Dafür sind wir direkt als ‚Locals‘ identifiziert worden. Wir sahen – auf der Parkbank sitzend und Scones verspeisend – so aus, als ob wir im Garten arbeiten würden. Kann es ein schöneres Lob geben?

Den Rest des Tages haben wir damit verbracht ein bisschen die Reise zu planen. Heute geht es weiter durch die Wicklow Mountains – natürlich mit Stopp in Glendalough – nach Avoca mit dem Endziel Killarney. Dann erwartet uns die erste Nacht im Zelt. Es herrscht noch Unklarheit, ob das Zelt komplett ist, aber das wird sich zeigen.

King 👑

Unter strenger Beobachtung von King gab es eine angeregte Diskussion auf ‚Schweitzer Deutsch/Hochdeutsch‘ darüber, wie nun das Auto getauft werden soll. Hier die Vorschläge, die mich über verschiedene Kanäle erreicht haben:

  • Speedy Gonzales
  • Rudolf
  • Knallrotes Gummiboot
  • Koreaferrari

Vielen Dank für die Vorschläge. Alle Einreichungen wurden diskutiert und wir finden alle gut. 😃 Wir sind dann selbst auf einen Namen gekommen, der einen Herkunftsbezug hat und gleichzeitig die Farbe rot widerspiegelt. Noch eine Anmerkung der Redaktion. Der Name ist vor der Flasche Wein entstanden und ist auch irgendwie ein Insider. Also könntet Ihr es gar nicht lustig finden. Nun gut – ich präsentiere.

GERO KRIEGER

Wir haben auch gebastelt.

Sogar mit Bastelschere

Wir haben uns gefragt: Was ist rot und können wir mit Zermatt im schönen Kanton Wallis und Kirchwald verbinden? Natürlich Air Zermatt und die Freiwillige Feuerwehr Kirchwald. Versteht sich ja von selbst, oder? 🤷🏼‍♀️ Der Chef von Air Zermatt ist der Gero und na ja irgendwie klingt der Nachname vom Chef der Öscher Feuerwehr auf Schweitzer Deutsch wie Krieger. Et voila – so sind wir drauf gekommen. Von wegen Fisimatenten und so! 😂.

Franzi hat gemalt und ich geschnitten

Wenn wir gleich losfahren, werden wir die Wappen entsprechend anbringen. In diesem Sinne starten wir gleich mit dem Rettungsmobil #gerokrieger2019.

Ach ja – nur mal so nebenbei. Ich hab es geschafft mir gestern einen Sonnenbrand zu holen! Keine Ahnung, wie das passieren könnt – denn hier hat es keine 30 Grad.

Auf Trallafitti zum fisimatenten-machen

So oder so ähnlich ist es geplant. Die Überschrift ist heute gesponsert von Lisbeth. Auf diesen tollen Ruhrpott-Slang wäre ich nicht alleine gekommen. Klarer Fall. Vielen Dank noch mal. 😃

Ich weiß nicht, ob sich Enttäuschung breit macht, da ich eine loyale Reisende bin? Ich bin auf der grünen Insel. Ganz traditionell mit einer Verspätung beim Start. Der Flugplan von Ryanair muss Verspätungen schon mit einkalkulieren. Irgendwie ist man dann am Ende doch pünktlich da. Ein paar Erkenntnisse von der letzten Reise versuche ich zu berücksichtigen. Ich hab die kleinste Fahrzeugkategorie gebucht, die möglich ist. Wie sich das mit vier Gepäckstücken und einem teilweise geplanten Camping-Urlaub verhält, bleibt abzuwarten. Dafür ist eine möglichst kleine Fahrzeuggröße auf irischen Straßen jedoch sinnvoll. Sitzheizung ebenfalls Fehlanzeige, aber unschlagbar auf Irlands Straßen. Hab noch keinen passenden Namen gefunden. Vielleicht habt Ihr ja Vorschläge?

Kein Millennium Falken light

Badesachen sind auch eingepackt. Allerdings kann ich keine Souvenirs und auch keinen irischen Gin kaufen. Absolut kein Platz mehr im Gepäck.

Und na ja – irgendwie hab ich keinen neuen Backpack gekauft… Auch wenn mir das von verschiedenen Seiten zu verschiedenen Anlässen mehrfach empfohlen wurde. Das mit den 1.000€ Wetteinsatz sehe ich auch noch nicht kommen. Ich bleibe lieber bei den altbewährten 1€ Wetten.

The same procedure as every trip

Na ja – bei der Ankunft sind es erstmal ’nur‘ zwei Gepäckstücke. Wie ich lernen musste, kämpft die Schweizer Bahn mit ähnlichen Problemen wie das deutsche Pendant. 😱 Um 10:03 Uhr erhalte ich den Anruf, dass ich wohl alleine nach Dublin fliege. Geschockt bin ich deswegen keineswegs. Welche meiner Reisen verläuft schon glatt? Und überhaupt- ist ja sonst auch langweilig.

Mein erstes Frühstück daher alleine

Wie viele Fisimatenten wir wirklich anstellen werden, bleibt abzuwarten. Trallafitti ist auf jeden Fall drin.

Bis bald!

PS: Ich reise nur mit Handgepäck und darin befinden sich solche Dinge wie eine Luftmatratze, ein Schlafsack und ein Campingkocher. 🙈 Klamotten konnte ich daher nicht einpacken.

Haus Stark und 07. (ab hier Funkloch)

Abenteuer Osten

Backen für Fortgeschrittene

Dipps für Alle

Hast du vergessen die Scheinwerfer anzumachen?

Love is in the Air

Tetris (special wedding edition)

GoT für Unbedarfte

Wo ist eigentlich der Restmüll?

Ach, du arbeitest für den??

Bist du ein Katzen- oder Hundemensch?

„Seh ich so aus?“

Wenn du noch ein Teil mit der Hand spülst, fange ich an zu schreien…

Paradies ohne Netz

Mach mal ein Foto!

Wieso hab ich Hermines Handtasche vergessen?

Hast du deinen Sternenzerstörer eingepackt?

Digital Detox

Von wegen Endschalldämpfer

Rob Dougan rocks

Wieso hast du einen Teppich vor deinem Zelt?

[Obacht – alle die noch KEIN Game of Thrones gesehen und es noch vor haben, sollten diesen Eintrag auslassen]

Eine schier unendliche Anzahl an Überschriften für ein Abenteuer im Osten. In einem unberührten Tal, das gut gegen die Hektik der heutigen Zeit gewappnet ist. Dort gibt es nämlich kein Netz… Das erscheint zuerst unvorstellbar, doch schon nach kurzer Zeit wird das Smartphone nur noch zum Fotografieren und für John-Sinclair Hörspiele genutzt. Telefonieren? Wozu? Ist mir doch egal, wenn mich niemand erreicht.

Warum schreibt Sie denn schon wieder so wirres Zeug? Ich bin quasi gerade erst von einer wundervollen Hochzeit zurück gekehrt und schwelge noch in Erinnerungen. Sonnenschein so weit das Auge reicht, gutes Essen und eine entspannte Stimmung. Was will man mehr?

Anfänglich stand die Anreise unter einem nicht so guten Stern, denn so ein Trip in abgelegenes Gebiet erfordert gutes Equipment, das beim Auto anfängt. Die meiste Zeit steht es blöd rum und wenn man es ein mal braucht, geht es kaputt. Glücklicherweise konnte ich mit der Bräutigamsmutter eine Fahrgemeinschaft inklusive Gepäcktransport bilden.

„ich hab nicht viel Gepäck – ich schwör“

Das Ziel war gesteckt. Die Arbeit so organisieren, dass wir Ösch möglichst früh verlassen konnten. In der Theorie sah es zunächst auch nach einem umsetzbaren Plan aus. Wie so oft erweist sich jedoch die Praxis als kreativ und listenreich, wenn es um die Vereitelung eben solcher Pläne geht. Dieses Mal schien es an einem schlafenden Bäcker zu liegen… Die Bestellung eines ganzes Blechs Nussecken musste eingepackt werden. Allerdings nicht bevor der Bäcker aufwacht, um diese zu schneiden. Also sind wir nicht vor 17:00 Uhr gestartet. Auf dem Weg hab ich noch ein bisschen weitergearbeitet, bis das Mobilfunknetz zunehmend löchriger wurde und damit die Nutzung des Hotspots unmöglich…

 

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Der Kaliberg am Wegesrand

Nach dem Fluchen über den Zustand hessischer Autobahnen steuerte die Unterhaltung neue und ungeahnte Sphären an. Ob ich denn in der Lage wäre, mal Game of Thrones zu erklären? Ob der Irrungen und Wirrungen würde Sie da nicht mehr durchblicken. „Wie jetzt? Du guckst GoT??“ Ja klar – “ Da war grade war so ne Hochzeit, die für Frau Stark nicht so gut ausging“. Und überhaupt wie passt eigentlich diese Khaleezzzzi da rein? Ich hab dann versucht zu erklären, wie Khaleesi richtig ausgesprochen wird. Weiter ging mit es mit der Familiengeschichte der Lannisters und wie ein alter Mann mit Neurodermitis, der auf Khaleeziiiii steht mit dem Kommandanten der Nachtwache verwandt ist. Dann haben wir eine Weile über Theon und Ramsay philosophiert und haben versucht herauszufinden, warum Ramsay Ramsay ist. Erkenntnis: es gibt keine Antwort darauf… Von Walder, über Varys und Khal sind wir alle durchgegangen.

Wenn man mit einer echten Stark zu einer Stark-Hochzeit unterwegs ist, darf eine ausführliche Analyse des Hauses Stark nicht fehlen. Allzuviel hab ich nicht verraten, damit Sie noch Spaß hat, weiter zu gucken. Den Rest der Fahrt war ich damit beschäftigt Navis zu bedienen. Denn es ist so: dem Navi des Autos kann man nicht glauben, weil es immer gute 1.5 Stunden drauf rechnet, dem oldschool Navigationsgerät mit Anschluss am Zigarettenanzünder ist auch nicht zu glauben, da es noch nicht mal die genaue Adresse kennt. Die Kartenversion des iPhones war auch nicht überzeugend und google Maps lief auch nicht so gut. Die Kombination aller Geräte hat uns das kleine Fleckchen im Nichts, in totaler Dunkelheit trotzdem finden lassen. Dafür erwartete uns aber ein schön, beleuchteter Anblick.

Festscheune

Die Enterprise vor dem Hangar…

Gefeiert wurde auf einem idydillischen Bauernhof in einem Ortsteil, in einem Ortsteil, in einem Ortsteil von Dippoldiswalde. Diese Kreisstadt hat nämlich nur nicht Ortsteile, sondern noch weitere Unterortsteile. Das ist ungefähr so wie, wenn Nitztal noch vier eigene Ortsteile hätte… Die Locals sagen übrigens auch Dipps und nicht Dippoldiswalde… Da es schon recht spät war, sind wir auch kurz nach unserer Ankunft ins Bett. Am nächsten Morgen hat der Bauernhof dann erst sein wahres Gesicht gezeigt.

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Idylle vor der Haustür

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Ich glaub, es lässt sich gut sehen, wie schön es dort ist. Mein ganzes Gepäck hatte auch eine Daseins-Berichtigung. Zum einen, weil ein Zelt mit Luftmatratze und co im Gepäck war und zum Anderen, weil ich die Hochzeitstorte gebacken habe. Deswegen hab ich meine Küchenutensilien ebenfalls eingepackt. Es war nicht meine erste Hochzeitstorte, aber meine erste Gestalpelte. Das bringt schon mal Herausforderungen mit sich, die im Vorfeld nicht bedacht wurden… Der gute alte McMgyver begleitet mich ja stets auf meinen Reisen und so habe ich auch dafür eine Lösung gefunden.

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Biskuit mit Passionsfruchtcreme als Füllung

Es hat alles gut geklappt. Das Wetter war einfach traumhaft – ebenso wie die Trauung und die anschließende Fete. Gepaart mit guten Essen und dem Wiedersehen alter und neuer Bekannter rundum cool und so hatte diese Stark-Hochzeit nichts mit einer Hochzeit aus dem filmischen Haus Stark zu tun. 🙂

Auf der Heimfahrt bin ich dann mit der Enterprise, statt der Bräutigamsmutter gefahren. Hier noch ein paar letzte Impressionen.

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Wenn schon Zelten, dann stilecht mit einem Teppich vor der Tür

 

So langsam startet die Vorbereitung auf meine nächste Reise ans andere Ende der Welt. Mitte September ruft Neusseland erneut nach mir! Eine Sache steht schon fest. Wer den Neidlevel bereits hochfahren möchte – der kann sich hier umschauen.

 

nur ganz kurz

mal weg.

Oder die Irrfahrten der U.D.

Ein Wochenende in Palma.

Mal raus aus Köln. Ein mediterraner Tapetenwechsel in der Stadt, in der ich mich ganz gut auskenne.

Tapetenwechsel in azurblau

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Kurzreise ohne Hürden abläuft. Aber jetzt mal der Reihe nach. Uli und ich haben vor ein paar Monaten den Entschluss gefasst, dass es – mal wieder – Zeit für einen gemeinsamen Trip ist. Palma ist dabei rausgekommen. Gesagt – getan. Flüge mit Ryanair sind ja flott gebucht. Bei der Wahl der Unterkunft sind wir beim Altbewährten geblieben: ein kleines Hostel in der Altstadt mit TRAUMHAFTEM Blick auf die Kathedrale.

Unser Hostel mitten im Geschehen

Wie das in Köln so üblich ist, nimmt man ein Wegbier um von A nach B zu kommen. Darüber hinaus schickt man ein Stoßgebet zum Himmel und hofft, dass nicht allzu viele Kegelclubs im Flieger sitzen. Das hat gut geklappt, auch wenn wir eindeutig das Memo zur Einheitskleidung nicht erhalten haben. Irgendwo zwischen bedruckten T-Shirts mit der Aufschrift: Mallorca 2018 und Ich kann noch Stehen sitzen wir. Natürlich getrennt, denn das Geld für eine Sitzplatzreservierung wollten wir lieber in Empanadas und San Miguel investieren… Versteht sich ja von selbst.

Nach der Ankunft der erste Moment des Schreckens. 😱 Auf dem Weg zum Bus stapeln sich die Massen. Eine Schlange, die so lang ist, dass wir das Ende kaum ausmachen können. „Die wollen doch hoffentlich nicht alle mit dem Bus fahren?!?“ Glücklicherweise nicht, denn Bus-fahren in Palma scheint den Deutschen zu abenteuerlich. Uns natürlich nicht, denn der kosmopolitische Weitblick und die Lust auf Abenteuer wurden uns bereits in die Wiege gelegt (das ist übrigens Sarkasmus)… Einer glücklichen Fügung verdanken wir es, dass der passende Bus direkt vor unserer Nase steht und uns sogar noch mitnimmt. Nur die Frage wo wir eigentlich aussteigen sollen, bleibt unbeantwortet. Im Bus ist es so stickig, dass Uli am Plaza de Espagña entscheidet, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist. So sind wir einmal quer durch die Altstadt gelaufen und haben den ersten Sightseeing-Part abgehakt.

Im Hostel angekommen, dauert der Check-In ungewöhnlich lange. Die Dame an der Rezeption klickt sich durch unzählige Menüs Ihres Reservierungssystems, bevor Sie schließlich zugibt, dass etwas nicht stimmt… Ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen sehen wir einer Nacht auf der Straße entgegen. Nach weiteren zwanzig Klicks lässt sich Ihr entlocken, dass statt eines Zweibettzimmers, nur ein Doppelzimmer zur Verfügung steht. Mehr als ein Schulterzucken erntet Sie dafür nicht von uns. Es ist Ihr sehr unangenehm. Uns nicht. Also nehmen wir das Doppelzimmer und gehen in Richtung Aufzug. Für uns hat sich die Sache erledigt. Auf dem Weg zum Aufzug deutet sich bereits an, dass Ulis Füße auf dieser Reise Schaden nehmen werden. Sie stolpert über eine winzige Stufe…

Als wir das Gepäck losgeworden sind, wollen wir uns unters Volk mischen und in Palmas Nachtleben eintauchen. Heißt übersetzt: San Miguel und zurück ins Hostel auf die Dachterrasse. 🙈 Der Ausblick ist zu gut.img_0522 Geil, oder?

Ich merke irgendwie meine Müdigkeit, sodass unser Dachterrassen-Nachtleben gegen halb zwölf endet. Die Pläne für den nächsten Tag sind klar. Frühstück bei La Gloria und dann zum Mercat d’Olivar. Die Temperaturen sind vielversprechend – ca. 27 Grad und ☀️. Wir sind bereit Palma zu erkunden und um auf Nummer sicher zu gehen, möchte Uli den Zimmerschlüssel lieber an der Rezeption abgeben. Als Uli der Rezeptionistin die Zimmernummer sagt – ändert sich unsere Übernachtungssituation schlagartig. Ihr erinnert Euch? Doppel- statt Zweibettzimmer? Riesenproblem für die Hostelmanagerin. Es ist Ihr derartig unangenehm, dass sie uns die nächste Nacht in einem Hotel am Hafen, mit Pool und Meerblick auf Ihre Kosten gebucht hat. 😳 Zuerst verstehen wir nicht richtig. Dann dämmert uns, dass wir Glückspilze sind! Sie übergibt uns die Buchungsbestätigung und kümmert sich um den Gepäcktransport. Jackpot!

Dann steht dem Frühstück nichts mehr im Wege. Mit Händen und Füßen bestellen wir in der winzigen Bäckerei und sehen uns bestätigt, warum wir da so gerne hingehen.

Die erste Wegstrecke ist bereist zurück gelegt und die Füße sind noch intakt. Nach der ersten längeren Pause fordern Palmas Pflaster jedoch Tribut und Uli kommt nur noch langsam voran. Ihre Flip-Flops stellen sich nicht als geeignetes Schuhwerk heraus und nur das Gehen mit Gehbehinderung verschafft Linderung. Wir steuern diverse Schuhläden an, um Abhilfe zu schaffen. Da die Dame von Welt konkrete Vorstellungen hat, dauert die Suche etwas. Schließlich werden wir doch noch fündig und es gibt es Paar, was Gefallen findet. Allerdings haben die alten Flip-Flops derart abgefärbt, dass Ulis Sohlen aussehen, als ob Sie den kompletten Weg von Köln nach Palma zu Fuß gegangen wäre. Für sowas gibts doch Plastiküberzieher. Amüsiert verfolge ich die Szene.
Plastik in Plastik
„Ah – Oh“ sind Laute die ich höre als wir den Schuhladen hinter uns lassen. Die Welt scheint wieder in Ordnung und mit diesem formidablem Schuhwerk geht es in die Gassen der Altstadt…

Wir haben unsere Rechnung allerdings ohne Ulis Füße gemacht. Nach kurzer Zeit beginnen die Klagen, dass die neuen Schuhe einschneiden und es stellen sich neue Schmerzen ein. Also steuern wir die nächste Drogerie an, um Blasenpflaster zu kaufen, welches fachmännisch angebracht wird.
Endlich Linderung
„Ah – Oh“ höre ich wieder aus Ulis Mund. Problem gelöst. 😊 Wir gönnen uns erstmal eine Stärkung.
Kurze Zeit später lösen sich die Blasenpflaster von Ulis Füßen…
Um diesen Schmerz zu lindern, musste eine neue Strategie herhalten: Caipis.
img_2673Scheiß auf Blasenpflaster 

Weiter ging die Reise durch Palma. Nach einer Weile hat sich herausgestellt, dass der Caipi doch nicht das Richtige war. Nächster Stopp: Apotheke und neue Pflaster kaufen. Zuversichtlich setzen wir unseren Gang in Richtung Hotel fort. Mit dem Ergebnis, dass auch die neuen und teureren Pflaster nichts bringen. Die Stimmung nähert sich dem Höhepunkt, als keiner von uns mehr richtige Sätze bildet und außer Galgenhumor und lachen nichts mehr geht. In unserer neuen Unterkunft am Hafen angekommen kühlt Uli Ihre Füße im Hotelpool und für den Rest des Trips werden Turnschuhe getragen.

Unser neues Hotel – **** Bettenburg mit Hafenblick 😍

Unsere Abendaktivitäten hat sie dann in der unmittelbaren Nähe unseren Hotels ausgesucht…

Bald ist der Kurztrip rum 😭

Am nächsten Morgen blieb uns nur noch übrig Abschied zu nehmen. Das Wochenende schreit allerdings nach Wiederholung, die wir bereits geplant haben.

Also für alle zum Mitschreiben. Bequeme Schuhe sind ein Muss im Reisegepäck. 🤓 In diesem Sinne – bis bald.

 

Galerie

ein resümee 

Ist das ungewohnt. In seinem eigenen Bett aufzuwachen, so als ob nie was gewesen wäre. Trotzdem fühle ich mich etwas müde, da so ein Abreisetag mit Fahrt zum Flughafen, Auto aufräumen, tanken, Sachen im Handschuhfach vergessen 😤, checkin, Sicherheitskontrolle, boarding, viel zu lange auf dem Rollfeld stehen, fliegen, Gepäck abholen, bis zum Parkhaus laufen, sich wieder an das sitzen auf der linken, aber fahren auf der rechten Seite gewöhnen, Tasche ausräumen, Blumen gießen und Zähneputzen echt anstrengend ist.

Da die Reise nun vorbei ist, ist es Zeit für einen Rückblick. @Tobi. Du darfst gerne noch Dinge im Kommentarfeld ergänzen, die ich vielleicht vergessen habe.

  • 1970 gefahrene Kilometer
  • I fell in love with the Millenium Falken light
  • Sodabrot rocks
  • Connemara ist zu meiner neuen Lieblingsdestination aufgestiegen
  • Zu zweit reisen macht oft mehr Spaß
  • Händewaschen und Kaffeestopps haben mir am Ende gefehlt
  • Die Iren machen gutes und gleichzeitig wirklich schlechtes Essen
  • Der irische Aldi Süd ist cool.
  • Das Landesinnere ist für mich nicht so reizvoll.
  • Bei der nächsten Reise muss ich unbedingt besser packen und mehr Platz für Souvenirs lassen.
  • Der Millenium Falken light hat einen extrem niedrigen Verbrauch
  • Ich sehe kaum einen Unterschied zwischen Aerlingus und Ryanair
  • Ich brauche dringend einen neuen Backpack.
  • Auch wenn ich es mir nicht so recht eingestehen will – die Sitzheizung hat mir gefehlt!
  • Irland hat Grüntöne die mir nicht gefallen.
  • Beim nächsten Mal kaufe ich einen irischen Gin.
  • Innereuropäische Flüge gehen echt schnell vorbei.

Was hab ich auf der Reise gelernt?

  • Tobi ist ein Kaffeejunkie!
  • Der Killary Fjord schmeckt salzig.
  • Ich komme mir blöd vor, wenn ich keine 1.000€ übrig habe, um ‚mal grad‘ ne Wette abzuschließen.
  • Den irischen Akzent mit asiatischer Aussprache verstehe ich auch nach der zehnten Wiederholung nicht.
  • Beim nächsten Mal hab ich Badesachen dabei.
  • Das nächste Mal nehme ich mir mehr Zeit für Wanderungen.
  • Große Autos sind in Irland unpraktisch.
  • Ich packe einen richtigen Adapter ins Gepäck.

Ab heute hat mich also der Alltag wieder zurück. Also dann – bis zur nächsten Reise.

anspruchsinflation und zickzack 

Die obligatorische Frage, die ich mir am Ende jeder Reise stelle: 

Wo ist die Zeit hin? 

Auf der einen Seite, habe ich viel erlebt und auf der anderen Seite, hatte ich nicht das Gefühl, dass ich überhaupt weg war. Ein Phänomen, welches sich auf jedem Trip wiederholt. Also mehr eine rhetorische Feststellung.

Der gestrige Abschied aus Connemara ist mir schwergefallen. Berge mag ich am liebsten. Am Frühstückstisch saß ich zusammen mit einem irischen und amerikanischen Pärchen, die sich über Fahrzeiten und Straßenverhältnisse auf der Insel unterhalten haben. Auch in dieser Gesellschaft hab ich mich nicht richtig wohl gefühlt. 


Dann war es soweit. Die Stunde der Wahrheit hatte geschlagen. Ich saß an der Rezeption, um meine Rechnung zu zahlen. Zuerst gab es noch ein Missverständnis, weil Sie dachte, dass ich alles zahlen wollte – also auch die Übernachtung. Ob der Zahlen, die da gefallen sind, wurde mir schon leicht schlecht… Sie hatte keine Info darüber, dass die Übernachtung bereits bezahlt war. Meinen Voucher hatte ich zehn Minuten zuvor zerknüllt in den Müll geworfen. Aber so richtig. Zum Glück hat die Dame auch den zerknitterten Voucher akzeptiert. Bezahlt habe ich für ein Abendessen und ein Bierchen stolze 65 Euro. Ich bin froh, dass ich mich am zweiten Abend selbst verpflegt habe. Wenn ich mir vorstelle, dass ich sonst 120 Euro fürs Essen ausgegeben hätte, dann weiß ich auch nicht, was passiert wäre. 

Nach diesem Schock bin ich zuerst zur Kylemore Abbey aufgebrochen. Ein idyllisches Kloster, das noch im Betrieb ist. Das Gebäude selbst ist zwar beeindruckend, aber – wie üblich – finde ich die Gärten weitaus interessanter. Dort gibt es einen viktorianischen Garten, der sehr gut gepflegt ist. Auf der bisherigen Reise konnte ich die großen Touristenströme ganz gut umschiffen, aber dort hat man gemerkt, dass der Massentourismus Einzug gehalten hat. Ich war früh dran und da ging es noch. Bei meiner Rückkehr haben sich die Autos und Busse auf dem Parkplatz gestapelt und haben im Minutentakt Hunderschaften aufs Gelände gespült. Da rollt der Rubel, wenn ich mir vorstelle, dass jeder 13 Euro Eintritt zahlt und vielleicht noch was im Souveniershop kauft und noch ein Käffchen trinkt. Für mich gab es zwar kein Käffchen, aber dafür war ich im Shop tätig… Irgendwie musste ich ja den Schock von vorher verdauen. 

kylemore abbey

das häuschen des gärtners – dieser ausblick würde mir auch gefallen



Im Anschluss hat mich der Falken wieder Richtung Dublin gebracht, damit ich am Abreisetag nicht so weit fahren muss. Eigentlich total bescheuert, wenn man mal bedenkt, wie oft ich in diesem Urlaub die Insel gequert habe. Das war das dritte Mal. 🙈 Irgendwie hatte ich mir in den Kopf gesetzt in den Wicklow Mountains zu übernachten. An meinem letzten Abend in Connemara habe ich mir also eine Übernachtung in Glendalough gebucht. Genau dem Ort, wo Tobi und ich schon waren… Manchmal verstehe ich mich selbst nicht, aber ein Airporthotel hätte mir nicht zugesagt. Überhaupt: Hotelzimmer ist so eine Sache. Ich bin so dermaßen von den anderen Unterkünften verwöhnt, dass ich sofort nach einem anderen Zimmer gefragt habe. Das was die mir da andrehen wollten, fand ich inakzeptabel! Scheiß Anspruchsinflation… Das zweite Zimmer hat mir deutlich besser gefallen und hatte auch eine wesentlich bessere Aussicht. 

jetzt psst die aussicht 😊

 

Der Plan ist, den Vormittag hier zu verbringen, bevor es dann gemütlich in Richtung Dublin geht. Vorher möchte ich nämlich nochmal zu Aldi. 😉 Mir ist eingefallen, dass ich vor kurzem einen Artikel gelesen habe, bei dem der Gin von Aldi (den es leider nicht in Deutschland gibt) der beste sein soll. Allerdings stand da nur was Filialien in 🇬🇧. Vielleicht kann ich Ihn ja doch finden und eine Flasche mitbringen. Ich lade dann herzlichst auf ein Gläschen ein. [Info an die Tobis dieser Welt: die Betonung liegt auf Gläschen…]
Dann folgt bald ’nur‘ noch ein Beitrag über meine Abreise und das geht es wieder zur Schaff! 

eine „frische“ taufe und off-road

Die letzte Nacht war sehr unruhig. Einmal war ich kurz davor aufzustehen und nach unten zu gehen. Die Partygesellschaft der Eigentümerfamilie war sehr laut. Bestimmt habe ich nur einen „schlechten“ Zeitpunkt erwischt, aber dafür, dass es hier so teuer ist, habe ich auch entsprechendes Verhalten erwartet. Zumindest beim auschecken, werde ich das noch ansprechen und dann mache ich einen Strich drunter. Ein Blick aus dem Fenster, lässt mich die Situation milde bewerten. Die Aussicht könnte wirklich nicht besser sein. 🙂

abendstimmung

Die Tour mit dem Kayak war super! Bei Aktivitäten auf dem Wasser verlasse ich jedes Mal meine Komfortzone und bin irritiert, wenn ich nicht weiß, was mich erwartet. Dies war zwar nicht die erste Kayaktour, aber meine Art der Vorbereitung war nicht ausreichend/vorhanden. Hätte ich mich vorher besser informiert, wären noch andere Sachen ins Reisegepäck aufgenommen worden. So zum Beispiel Badebekleidung. Da stehe ich also und bin irritiert, als mich der Guide hinters Gebäude führt, um mir einen Neoprenanzug zu überreichen. Ich hab mich dauernd gefragt, was ich überhaupt gebucht habe… Also frage ich ganz unverbindlich nach, was wir überhaupt machen. Die Antwort lautet: kayaken. Dann fange ich schon an leicht nervös zu werden. Bis jetzt habe ich noch nie einen Anzug dafür gebraucht. Auch nicht beim kayaken auf dem offenen Meer. Ich beschließe einfach abzuwarten und die Sache auch mich zukommen zu lassen. Jedenfalls bin ich völlig ungeeignet einen solchen Anzug anzuziehen. Von wegen ‚clumsy‘ und so. Marie-Francis, die zusammen mit Ihrem Mann an der Tour teilgenommen hat, war mir eine große Hilfe. Eine tolle Art neue Leute kennen zu lernen. 🙂 Hihi. Leider (oder doch zum Glück) gibt es von der Tour keinerlei Fotos, weil wir überhaupt nichts mitnehmen durften. Es war nicht kalt und so war nur der Anzug ausreichend, um mich zu wärmen. Die Kayaks sind offen und daher hab ich verstanden, wozu der Anzug da ist. Schnell hab ich gemerkt, dass die Dinger ziemlich wackelig sind. Hab natürlich sofort ein kleines Stoßgebet gen Himmel gerichtet, dass ich nicht kentere. Unser erster Stopp diente der Taufe. Wir haben an Land angelegt, sind ein Stück den Berg hochgekraxelt, um dann in ein Bachbett mit kleinem Wasserfall zu steigen. Ich wusste ja nich was kommt, war aber gleich als erste dran. Das war vielleicht kalt… Einmal mitten in den Wasserfall setzen und zurücklehnen. Dabei hab ich auch gelernt, dass die Iren nicht sagen, dass es kalt ist, sondern frisch. Für den Rest der Tour wurde ich von fortan nur noch ‚Germany‘ genannt. Und Germany wurde oft aufs Korn genommen und geärgert. Keine zehn Minuten später bin ich zum ersten Mal gekentert, weil mich der Guide umgeworfen hat. Das war zu meiner Überraschung wirklich lustig und hat Spaß gemacht. Wie oft der Mann von Francis im Wasser gelandet ist, konnte nachher keiner mehr sagen, aber es hat zur allgemeinen Erheiterung beigetragen. Dabei hat er einen Schuh verloren, den ich jedoch – auf dem Wasser treibend – wiedergefunden habe. Alles in allem – auch völlig unvorbereitet – ein super’frischer‘ Ausflug. 

alles andere außer fester boden (auch wenn es so aussieht)

 
Den Rest des Tages habe ich genutzt, um mir die Beine zu vertreten. Eigentlich wollte ich auf einen der umliegenden Berge steigen, aber man merkt schon nach ein paar Metern, dass halbhohe Wanderschuhe dafür nicht ausreichend sind. Beim nächsten Mal muss besseres Equipment und mehr Zeit her. Ich konnte trotzdem einen Weg finden, der mich etwas höher geführt hat. Auch dieser Weg war schlecht ausgeschildert, sodass ich irgendwann einfach einem winzigen Pfad mitten in den Wald gefolgt bin… Zusammenfassend-gesagt: blöde Idee. Die Gegend hier ist wie ein großes Moor, auch wenn der Untergrund so aussieht, als ob er fest wäre. War er aber nicht. Mit Null Empfang und den falschen Schuhen, habe ich mich dann wieder aus dem Wald rausgemacht. Im Schneckentempo, denn jeden Tritt musste man sorgfältig prüfen, um nicht einzusinken. 

ein ausgewaschenes flußbett, was sich auch als weg eignet

da war ich drin – doofe idee…


na, findet ihr meine unterkunft auf dem foto?

Gestern war ein anstrengender Tag für meine Knochen. Heute fühle ich mich alt und würde mir wünschen, dass der ‚Millenium Falken light‘ über Sitzheizung verfügen würde… ​

Al itlum ina


Mein letzter voller Tag hat begonnen, bevor ich wieder zurückfliege. Erstmal Frühstück, auschecken, dann die Rechnung fürs Dinner zahlen, dann aus den Latschen kippen, dann Kylemore Abbey und dann geht es Richtung Dublin. Ihr wollt nicht wissen, wo ich mir die letzte Übernachtung gebucht habe…