Haus Stark und 07. (ab hier Funkloch)

Abenteuer Osten

Backen für Fortgeschrittene

Dipps für Alle

Hast du vergessen die Scheinwerfer anzumachen?

Love is in the Air

Tetris (special wedding edition)

GoT für Unbedarfte

Wo ist eigentlich der Restmüll?

Ach, du arbeitest für den??

Bist du ein Katzen- oder Hundemensch?

„Seh ich so aus?“

Wenn du noch ein Teil mit der Hand spülst, fange ich an zu schreien…

Paradies ohne Netz

Mach mal ein Foto!

Wieso hab ich Hermines Handtasche vergessen?

Hast du deinen Sternenzerstörer eingepackt?

Digital Detox

Von wegen Endschalldämpfer

Rob Dougan rocks

Wieso hast du einen Teppich vor deinem Zelt?

[Obacht – alle die noch KEIN Game of Thrones gesehen und es noch vor haben, sollten diesen Eintrag auslassen]

Eine schier unendliche Anzahl an Überschriften für ein Abenteuer im Osten. In einem unberührten Tal, das gut gegen die Hektik der heutigen Zeit gewappnet ist. Dort gibt es nämlich kein Netz… Das erscheint zuerst unvorstellbar, doch schon nach kurzer Zeit wird das Smartphone nur noch zum Fotografieren und für John-Sinclair Hörspiele genutzt. Telefonieren? Wozu? Ist mir doch egal, wenn mich niemand erreicht.

Warum schreibt Sie denn schon wieder so wirres Zeug? Ich bin quasi gerade erst von einer wundervollen Hochzeit zurück gekehrt und schwelge noch in Erinnerungen. Sonnenschein so weit das Auge reicht, gutes Essen und eine entspannte Stimmung. Was will man mehr?

Anfänglich stand die Anreise unter einem nicht so guten Stern, denn so ein Trip in abgelegenes Gebiet erfordert gutes Equipment, das beim Auto anfängt. Die meiste Zeit steht es blöd rum und wenn man es ein mal braucht, geht es kaputt. Glücklicherweise konnte ich mit der Bräutigamsmutter eine Fahrgemeinschaft inklusive Gepäcktransport bilden.

„ich hab nicht viel Gepäck – ich schwör“

Das Ziel war gesteckt. Die Arbeit so organisieren, dass wir Ösch möglichst früh verlassen konnten. In der Theorie sah es zunächst auch nach einem umsetzbaren Plan aus. Wie so oft erweist sich jedoch die Praxis als kreativ und listenreich, wenn es um die Vereitelung eben solcher Pläne geht. Dieses Mal schien es an einem schlafenden Bäcker zu liegen… Die Bestellung eines ganzes Blechs Nussecken musste eingepackt werden. Allerdings nicht bevor der Bäcker aufwacht, um diese zu schneiden. Also sind wir nicht vor 17:00 Uhr gestartet. Auf dem Weg hab ich noch ein bisschen weitergearbeitet, bis das Mobilfunknetz zunehmend löchriger wurde und damit die Nutzung des Hotspots unmöglich…

 

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Der Kaliberg am Wegesrand

Nach dem Fluchen über den Zustand hessischer Autobahnen steuerte die Unterhaltung neue und ungeahnte Sphären an. Ob ich denn in der Lage wäre, mal Game of Thrones zu erklären? Ob der Irrungen und Wirrungen würde Sie da nicht mehr durchblicken. „Wie jetzt? Du guckst GoT??“ Ja klar – “ Da war grade war so ne Hochzeit, die für Frau Stark nicht so gut ausging“. Und überhaupt wie passt eigentlich diese Khaleezzzzi da rein? Ich hab dann versucht zu erklären, wie Khaleesi richtig ausgesprochen wird. Weiter ging mit es mit der Familiengeschichte der Lannisters und wie ein alter Mann mit Neurodermitis, der auf Khaleeziiiii steht mit dem Kommandanten der Nachtwache verwandt ist. Dann haben wir eine Weile über Theon und Ramsay philosophiert und haben versucht herauszufinden, warum Ramsay Ramsay ist. Erkenntnis: es gibt keine Antwort darauf… Von Walder, über Varys und Khal sind wir alle durchgegangen.

Wenn man mit einer echten Stark zu einer Stark-Hochzeit unterwegs ist, darf eine ausführliche Analyse des Hauses Stark nicht fehlen. Allzuviel hab ich nicht verraten, damit Sie noch Spaß hat, weiter zu gucken. Den Rest der Fahrt war ich damit beschäftigt Navis zu bedienen. Denn es ist so: dem Navi des Autos kann man nicht glauben, weil es immer gute 1.5 Stunden drauf rechnet, dem oldschool Navigationsgerät mit Anschluss am Zigarettenanzünder ist auch nicht zu glauben, da es noch nicht mal die genaue Adresse kennt. Die Kartenversion des iPhones war auch nicht überzeugend und google Maps lief auch nicht so gut. Die Kombination aller Geräte hat uns das kleine Fleckchen im Nichts, in totaler Dunkelheit trotzdem finden lassen. Dafür erwartete uns aber ein schön, beleuchteter Anblick.

Festscheune

Die Enterprise vor dem Hangar…

Gefeiert wurde auf einem idydillischen Bauernhof in einem Ortsteil, in einem Ortsteil, in einem Ortsteil von Dippoldiswalde. Diese Kreisstadt hat nämlich nur nicht Ortsteile, sondern noch weitere Unterortsteile. Das ist ungefähr so wie, wenn Nitztal noch vier eigene Ortsteile hätte… Die Locals sagen übrigens auch Dipps und nicht Dippoldiswalde… Da es schon recht spät war, sind wir auch kurz nach unserer Ankunft ins Bett. Am nächsten Morgen hat der Bauernhof dann erst sein wahres Gesicht gezeigt.

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Idylle vor der Haustür

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Ich glaub, es lässt sich gut sehen, wie schön es dort ist. Mein ganzes Gepäck hatte auch eine Daseins-Berichtigung. Zum einen, weil ein Zelt mit Luftmatratze und co im Gepäck war und zum Anderen, weil ich die Hochzeitstorte gebacken habe. Deswegen hab ich meine Küchenutensilien ebenfalls eingepackt. Es war nicht meine erste Hochzeitstorte, aber meine erste Gestalpelte. Das bringt schon mal Herausforderungen mit sich, die im Vorfeld nicht bedacht wurden… Der gute alte McMgyver begleitet mich ja stets auf meinen Reisen und so habe ich auch dafür eine Lösung gefunden.

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Biskuit mit Passionsfruchtcreme als Füllung

Es hat alles gut geklappt. Das Wetter war einfach traumhaft – ebenso wie die Trauung und die anschließende Fete. Gepaart mit guten Essen und dem Wiedersehen alter und neuer Bekannter rundum cool und so hatte diese Stark-Hochzeit nichts mit einer Hochzeit aus dem filmischen Haus Stark zu tun. 🙂

Auf der Heimfahrt bin ich dann mit der Enterprise, statt der Bräutigamsmutter gefahren. Hier noch ein paar letzte Impressionen.

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Wenn schon Zelten, dann stilecht mit einem Teppich vor der Tür

 

So langsam startet die Vorbereitung auf meine nächste Reise ans andere Ende der Welt. Mitte September ruft Neusseland erneut nach mir! Eine Sache steht schon fest. Wer den Neidlevel bereits hochfahren möchte – der kann sich hier umschauen.

 

nur ganz kurz

mal weg.

Oder die Irrfahrten der U.D.

Ein Wochenende in Palma.

Mal raus aus Köln. Ein mediterraner Tapetenwechsel in der Stadt, in der ich mich ganz gut auskenne.

Tapetenwechsel in azurblau

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Kurzreise ohne Hürden abläuft. Aber jetzt mal der Reihe nach. Uli und ich haben vor ein paar Monaten den Entschluss gefasst, dass es – mal wieder – Zeit für einen gemeinsamen Trip ist. Palma ist dabei rausgekommen. Gesagt – getan. Flüge mit Ryanair sind ja flott gebucht. Bei der Wahl der Unterkunft sind wir beim Altbewährten geblieben: ein kleines Hostel in der Altstadt mit TRAUMHAFTEM Blick auf die Kathedrale.

Unser Hostel mitten im Geschehen

Wie das in Köln so üblich ist, nimmt man ein Wegbier um von A nach B zu kommen. Darüber hinaus schickt man ein Stoßgebet zum Himmel und hofft, dass nicht allzu viele Kegelclubs im Flieger sitzen. Das hat gut geklappt, auch wenn wir eindeutig das Memo zur Einheitskleidung nicht erhalten haben. Irgendwo zwischen bedruckten T-Shirts mit der Aufschrift: Mallorca 2018 und Ich kann noch Stehen sitzen wir. Natürlich getrennt, denn das Geld für eine Sitzplatzreservierung wollten wir lieber in Empanadas und San Miguel investieren… Versteht sich ja von selbst.

Nach der Ankunft der erste Moment des Schreckens. 😱 Auf dem Weg zum Bus stapeln sich die Massen. Eine Schlange, die so lang ist, dass wir das Ende kaum ausmachen können. „Die wollen doch hoffentlich nicht alle mit dem Bus fahren?!?“ Glücklicherweise nicht, denn Bus-fahren in Palma scheint den Deutschen zu abenteuerlich. Uns natürlich nicht, denn der kosmopolitische Weitblick und die Lust auf Abenteuer wurden uns bereits in die Wiege gelegt (das ist übrigens Sarkasmus)… Einer glücklichen Fügung verdanken wir es, dass der passende Bus direkt vor unserer Nase steht und uns sogar noch mitnimmt. Nur die Frage wo wir eigentlich aussteigen sollen, bleibt unbeantwortet. Im Bus ist es so stickig, dass Uli am Plaza de Espagña entscheidet, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist. So sind wir einmal quer durch die Altstadt gelaufen und haben den ersten Sightseeing-Part abgehakt.

Im Hostel angekommen, dauert der Check-In ungewöhnlich lange. Die Dame an der Rezeption klickt sich durch unzählige Menüs Ihres Reservierungssystems, bevor Sie schließlich zugibt, dass etwas nicht stimmt… Ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen sehen wir einer Nacht auf der Straße entgegen. Nach weiteren zwanzig Klicks lässt sich Ihr entlocken, dass statt eines Zweibettzimmers, nur ein Doppelzimmer zur Verfügung steht. Mehr als ein Schulterzucken erntet Sie dafür nicht von uns. Es ist Ihr sehr unangenehm. Uns nicht. Also nehmen wir das Doppelzimmer und gehen in Richtung Aufzug. Für uns hat sich die Sache erledigt. Auf dem Weg zum Aufzug deutet sich bereits an, dass Ulis Füße auf dieser Reise Schaden nehmen werden. Sie stolpert über eine winzige Stufe…

Als wir das Gepäck losgeworden sind, wollen wir uns unters Volk mischen und in Palmas Nachtleben eintauchen. Heißt übersetzt: San Miguel und zurück ins Hostel auf die Dachterrasse. 🙈 Der Ausblick ist zu gut.img_0522 Geil, oder?

Ich merke irgendwie meine Müdigkeit, sodass unser Dachterrassen-Nachtleben gegen halb zwölf endet. Die Pläne für den nächsten Tag sind klar. Frühstück bei La Gloria und dann zum Mercat d’Olivar. Die Temperaturen sind vielversprechend – ca. 27 Grad und ☀️. Wir sind bereit Palma zu erkunden und um auf Nummer sicher zu gehen, möchte Uli den Zimmerschlüssel lieber an der Rezeption abgeben. Als Uli der Rezeptionistin die Zimmernummer sagt – ändert sich unsere Übernachtungssituation schlagartig. Ihr erinnert Euch? Doppel- statt Zweibettzimmer? Riesenproblem für die Hostelmanagerin. Es ist Ihr derartig unangenehm, dass sie uns die nächste Nacht in einem Hotel am Hafen, mit Pool und Meerblick auf Ihre Kosten gebucht hat. 😳 Zuerst verstehen wir nicht richtig. Dann dämmert uns, dass wir Glückspilze sind! Sie übergibt uns die Buchungsbestätigung und kümmert sich um den Gepäcktransport. Jackpot!

Dann steht dem Frühstück nichts mehr im Wege. Mit Händen und Füßen bestellen wir in der winzigen Bäckerei und sehen uns bestätigt, warum wir da so gerne hingehen.

Die erste Wegstrecke ist bereist zurück gelegt und die Füße sind noch intakt. Nach der ersten längeren Pause fordern Palmas Pflaster jedoch Tribut und Uli kommt nur noch langsam voran. Ihre Flip-Flops stellen sich nicht als geeignetes Schuhwerk heraus und nur das Gehen mit Gehbehinderung verschafft Linderung. Wir steuern diverse Schuhläden an, um Abhilfe zu schaffen. Da die Dame von Welt konkrete Vorstellungen hat, dauert die Suche etwas. Schließlich werden wir doch noch fündig und es gibt es Paar, was Gefallen findet. Allerdings haben die alten Flip-Flops derart abgefärbt, dass Ulis Sohlen aussehen, als ob Sie den kompletten Weg von Köln nach Palma zu Fuß gegangen wäre. Für sowas gibts doch Plastiküberzieher. Amüsiert verfolge ich die Szene.
Plastik in Plastik
„Ah – Oh“ sind Laute die ich höre als wir den Schuhladen hinter uns lassen. Die Welt scheint wieder in Ordnung und mit diesem formidablem Schuhwerk geht es in die Gassen der Altstadt…

Wir haben unsere Rechnung allerdings ohne Ulis Füße gemacht. Nach kurzer Zeit beginnen die Klagen, dass die neuen Schuhe einschneiden und es stellen sich neue Schmerzen ein. Also steuern wir die nächste Drogerie an, um Blasenpflaster zu kaufen, welches fachmännisch angebracht wird.
Endlich Linderung
„Ah – Oh“ höre ich wieder aus Ulis Mund. Problem gelöst. 😊 Wir gönnen uns erstmal eine Stärkung.
Kurze Zeit später lösen sich die Blasenpflaster von Ulis Füßen…
Um diesen Schmerz zu lindern, musste eine neue Strategie herhalten: Caipis.
img_2673Scheiß auf Blasenpflaster 

Weiter ging die Reise durch Palma. Nach einer Weile hat sich herausgestellt, dass der Caipi doch nicht das Richtige war. Nächster Stopp: Apotheke und neue Pflaster kaufen. Zuversichtlich setzen wir unseren Gang in Richtung Hotel fort. Mit dem Ergebnis, dass auch die neuen und teureren Pflaster nichts bringen. Die Stimmung nähert sich dem Höhepunkt, als keiner von uns mehr richtige Sätze bildet und außer Galgenhumor und lachen nichts mehr geht. In unserer neuen Unterkunft am Hafen angekommen kühlt Uli Ihre Füße im Hotelpool und für den Rest des Trips werden Turnschuhe getragen.

Unser neues Hotel – **** Bettenburg mit Hafenblick 😍

Unsere Abendaktivitäten hat sie dann in der unmittelbaren Nähe unseren Hotels ausgesucht…

Bald ist der Kurztrip rum 😭

Am nächsten Morgen blieb uns nur noch übrig Abschied zu nehmen. Das Wochenende schreit allerdings nach Wiederholung, die wir bereits geplant haben.

Also für alle zum Mitschreiben. Bequeme Schuhe sind ein Muss im Reisegepäck. 🤓 In diesem Sinne – bis bald.

 

Galerie

ein resümee 

Ist das ungewohnt. In seinem eigenen Bett aufzuwachen, so als ob nie was gewesen wäre. Trotzdem fühle ich mich etwas müde, da so ein Abreisetag mit Fahrt zum Flughafen, Auto aufräumen, tanken, Sachen im Handschuhfach vergessen 😤, checkin, Sicherheitskontrolle, boarding, viel zu lange auf dem Rollfeld stehen, fliegen, Gepäck abholen, bis zum Parkhaus laufen, sich wieder an das sitzen auf der linken, aber fahren auf der rechten Seite gewöhnen, Tasche ausräumen, Blumen gießen und Zähneputzen echt anstrengend ist.

Da die Reise nun vorbei ist, ist es Zeit für einen Rückblick. @Tobi. Du darfst gerne noch Dinge im Kommentarfeld ergänzen, die ich vielleicht vergessen habe.

  • 1970 gefahrene Kilometer
  • I fell in love with the Millenium Falken light
  • Sodabrot rocks
  • Connemara ist zu meiner neuen Lieblingsdestination aufgestiegen
  • Zu zweit reisen macht oft mehr Spaß
  • Händewaschen und Kaffeestopps haben mir am Ende gefehlt
  • Die Iren machen gutes und gleichzeitig wirklich schlechtes Essen
  • Der irische Aldi Süd ist cool.
  • Das Landesinnere ist für mich nicht so reizvoll.
  • Bei der nächsten Reise muss ich unbedingt besser packen und mehr Platz für Souvenirs lassen.
  • Der Millenium Falken light hat einen extrem niedrigen Verbrauch
  • Ich sehe kaum einen Unterschied zwischen Aerlingus und Ryanair
  • Ich brauche dringend einen neuen Backpack.
  • Auch wenn ich es mir nicht so recht eingestehen will – die Sitzheizung hat mir gefehlt!
  • Irland hat Grüntöne die mir nicht gefallen.
  • Beim nächsten Mal kaufe ich einen irischen Gin.
  • Innereuropäische Flüge gehen echt schnell vorbei.

Was hab ich auf der Reise gelernt?

  • Tobi ist ein Kaffeejunkie!
  • Der Killary Fjord schmeckt salzig.
  • Ich komme mir blöd vor, wenn ich keine 1.000€ übrig habe, um ‚mal grad‘ ne Wette abzuschließen.
  • Den irischen Akzent mit asiatischer Aussprache verstehe ich auch nach der zehnten Wiederholung nicht.
  • Beim nächsten Mal hab ich Badesachen dabei.
  • Das nächste Mal nehme ich mir mehr Zeit für Wanderungen.
  • Große Autos sind in Irland unpraktisch.
  • Ich packe einen richtigen Adapter ins Gepäck.

Ab heute hat mich also der Alltag wieder zurück. Also dann – bis zur nächsten Reise.

anspruchsinflation und zickzack 

Die obligatorische Frage, die ich mir am Ende jeder Reise stelle: 

Wo ist die Zeit hin? 

Auf der einen Seite, habe ich viel erlebt und auf der anderen Seite, hatte ich nicht das Gefühl, dass ich überhaupt weg war. Ein Phänomen, welches sich auf jedem Trip wiederholt. Also mehr eine rhetorische Feststellung.

Der gestrige Abschied aus Connemara ist mir schwergefallen. Berge mag ich am liebsten. Am Frühstückstisch saß ich zusammen mit einem irischen und amerikanischen Pärchen, die sich über Fahrzeiten und Straßenverhältnisse auf der Insel unterhalten haben. Auch in dieser Gesellschaft hab ich mich nicht richtig wohl gefühlt. 


Dann war es soweit. Die Stunde der Wahrheit hatte geschlagen. Ich saß an der Rezeption, um meine Rechnung zu zahlen. Zuerst gab es noch ein Missverständnis, weil Sie dachte, dass ich alles zahlen wollte – also auch die Übernachtung. Ob der Zahlen, die da gefallen sind, wurde mir schon leicht schlecht… Sie hatte keine Info darüber, dass die Übernachtung bereits bezahlt war. Meinen Voucher hatte ich zehn Minuten zuvor zerknüllt in den Müll geworfen. Aber so richtig. Zum Glück hat die Dame auch den zerknitterten Voucher akzeptiert. Bezahlt habe ich für ein Abendessen und ein Bierchen stolze 65 Euro. Ich bin froh, dass ich mich am zweiten Abend selbst verpflegt habe. Wenn ich mir vorstelle, dass ich sonst 120 Euro fürs Essen ausgegeben hätte, dann weiß ich auch nicht, was passiert wäre. 

Nach diesem Schock bin ich zuerst zur Kylemore Abbey aufgebrochen. Ein idyllisches Kloster, das noch im Betrieb ist. Das Gebäude selbst ist zwar beeindruckend, aber – wie üblich – finde ich die Gärten weitaus interessanter. Dort gibt es einen viktorianischen Garten, der sehr gut gepflegt ist. Auf der bisherigen Reise konnte ich die großen Touristenströme ganz gut umschiffen, aber dort hat man gemerkt, dass der Massentourismus Einzug gehalten hat. Ich war früh dran und da ging es noch. Bei meiner Rückkehr haben sich die Autos und Busse auf dem Parkplatz gestapelt und haben im Minutentakt Hunderschaften aufs Gelände gespült. Da rollt der Rubel, wenn ich mir vorstelle, dass jeder 13 Euro Eintritt zahlt und vielleicht noch was im Souveniershop kauft und noch ein Käffchen trinkt. Für mich gab es zwar kein Käffchen, aber dafür war ich im Shop tätig… Irgendwie musste ich ja den Schock von vorher verdauen. 

kylemore abbey

das häuschen des gärtners – dieser ausblick würde mir auch gefallen



Im Anschluss hat mich der Falken wieder Richtung Dublin gebracht, damit ich am Abreisetag nicht so weit fahren muss. Eigentlich total bescheuert, wenn man mal bedenkt, wie oft ich in diesem Urlaub die Insel gequert habe. Das war das dritte Mal. 🙈 Irgendwie hatte ich mir in den Kopf gesetzt in den Wicklow Mountains zu übernachten. An meinem letzten Abend in Connemara habe ich mir also eine Übernachtung in Glendalough gebucht. Genau dem Ort, wo Tobi und ich schon waren… Manchmal verstehe ich mich selbst nicht, aber ein Airporthotel hätte mir nicht zugesagt. Überhaupt: Hotelzimmer ist so eine Sache. Ich bin so dermaßen von den anderen Unterkünften verwöhnt, dass ich sofort nach einem anderen Zimmer gefragt habe. Das was die mir da andrehen wollten, fand ich inakzeptabel! Scheiß Anspruchsinflation… Das zweite Zimmer hat mir deutlich besser gefallen und hatte auch eine wesentlich bessere Aussicht. 

jetzt psst die aussicht 😊

Der Plan ist, den Vormittag hier zu verbringen, bevor es dann gemütlich in Richtung Dublin geht. Vorher möchte ich nämlich nochmal zu Aldi. 😉 Mir ist eingefallen, dass ich vor kurzem einen Artikel gelesen habe, bei dem der Gin von Aldi (den es leider nicht in Deutschland gibt) der beste sein soll. Allerdings stand da nur was Filialien in 🇬🇧. Vielleicht kann ich Ihn ja doch finden und eine Flasche mitbringen. Ich lade dann herzlichst auf ein Gläschen ein. [Info an die Tobis dieser Welt: die Betonung liegt auf Gläschen…]
Dann folgt bald ’nur‘ noch ein Beitrag über meine Abreise und das geht es wieder zur Schaff! 

eine „frische“ taufe und off-road

Die letzte Nacht war sehr unruhig. Einmal war ich kurz davor aufzustehen und nach unten zu gehen. Die Partygesellschaft der Eigentümerfamilie war sehr laut. Bestimmt habe ich nur einen „schlechten“ Zeitpunkt erwischt, aber dafür, dass es hier so teuer ist, habe ich auch entsprechendes Verhalten erwartet. Zumindest beim auschecken, werde ich das noch ansprechen und dann mache ich einen Strich drunter. Ein Blick aus dem Fenster, lässt mich die Situation milde bewerten. Die Aussicht könnte wirklich nicht besser sein. 🙂

abendstimmung

Die Tour mit dem Kayak war super! Bei Aktivitäten auf dem Wasser verlasse ich jedes Mal meine Komfortzone und bin irritiert, wenn ich nicht weiß, was mich erwartet. Dies war zwar nicht die erste Kayaktour, aber meine Art der Vorbereitung war nicht ausreichend/vorhanden. Hätte ich mich vorher besser informiert, wären noch andere Sachen ins Reisegepäck aufgenommen worden. So zum Beispiel Badebekleidung. Da stehe ich also und bin irritiert, als mich der Guide hinters Gebäude führt, um mir einen Neoprenanzug zu überreichen. Ich hab mich dauernd gefragt, was ich überhaupt gebucht habe… Also frage ich ganz unverbindlich nach, was wir überhaupt machen. Die Antwort lautet: kayaken. Dann fange ich schon an leicht nervös zu werden. Bis jetzt habe ich noch nie einen Anzug dafür gebraucht. Auch nicht beim kayaken auf dem offenen Meer. Ich beschließe einfach abzuwarten und die Sache auch mich zukommen zu lassen. Jedenfalls bin ich völlig ungeeignet einen solchen Anzug anzuziehen. Von wegen ‚clumsy‘ und so. Marie-Francis, die zusammen mit Ihrem Mann an der Tour teilgenommen hat, war mir eine große Hilfe. Eine tolle Art neue Leute kennen zu lernen. 🙂 Hihi. Leider (oder doch zum Glück) gibt es von der Tour keinerlei Fotos, weil wir überhaupt nichts mitnehmen durften. Es war nicht kalt und so war nur der Anzug ausreichend, um mich zu wärmen. Die Kayaks sind offen und daher hab ich verstanden, wozu der Anzug da ist. Schnell hab ich gemerkt, dass die Dinger ziemlich wackelig sind. Hab natürlich sofort ein kleines Stoßgebet gen Himmel gerichtet, dass ich nicht kentere. Unser erster Stopp diente der Taufe. Wir haben an Land angelegt, sind ein Stück den Berg hochgekraxelt, um dann in ein Bachbett mit kleinem Wasserfall zu steigen. Ich wusste ja nich was kommt, war aber gleich als erste dran. Das war vielleicht kalt… Einmal mitten in den Wasserfall setzen und zurücklehnen. Dabei hab ich auch gelernt, dass die Iren nicht sagen, dass es kalt ist, sondern frisch. Für den Rest der Tour wurde ich von fortan nur noch ‚Germany‘ genannt. Und Germany wurde oft aufs Korn genommen und geärgert. Keine zehn Minuten später bin ich zum ersten Mal gekentert, weil mich der Guide umgeworfen hat. Das war zu meiner Überraschung wirklich lustig und hat Spaß gemacht. Wie oft der Mann von Francis im Wasser gelandet ist, konnte nachher keiner mehr sagen, aber es hat zur allgemeinen Erheiterung beigetragen. Dabei hat er einen Schuh verloren, den ich jedoch – auf dem Wasser treibend – wiedergefunden habe. Alles in allem – auch völlig unvorbereitet – ein super’frischer‘ Ausflug. 

alles andere außer fester boden (auch wenn es so aussieht)

 
Den Rest des Tages habe ich genutzt, um mir die Beine zu vertreten. Eigentlich wollte ich auf einen der umliegenden Berge steigen, aber man merkt schon nach ein paar Metern, dass halbhohe Wanderschuhe dafür nicht ausreichend sind. Beim nächsten Mal muss besseres Equipment und mehr Zeit her. Ich konnte trotzdem einen Weg finden, der mich etwas höher geführt hat. Auch dieser Weg war schlecht ausgeschildert, sodass ich irgendwann einfach einem winzigen Pfad mitten in den Wald gefolgt bin… Zusammenfassend-gesagt: blöde Idee. Die Gegend hier ist wie ein großes Moor, auch wenn der Untergrund so aussieht, als ob er fest wäre. War er aber nicht. Mit Null Empfang und den falschen Schuhen, habe ich mich dann wieder aus dem Wald rausgemacht. Im Schneckentempo, denn jeden Tritt musste man sorgfältig prüfen, um nicht einzusinken. 

ein ausgewaschenes flußbett, was sich auch als weg eignet

da war ich drin – doofe idee…


na, findet ihr meine unterkunft auf dem foto?

Gestern war ein anstrengender Tag für meine Knochen. Heute fühle ich mich alt und würde mir wünschen, dass der ‚Millenium Falken light‘ über Sitzheizung verfügen würde… ​

Al itlum ina


Mein letzter voller Tag hat begonnen, bevor ich wieder zurückfliege. Erstmal Frühstück, auschecken, dann die Rechnung fürs Dinner zahlen, dann aus den Latschen kippen, dann Kylemore Abbey und dann geht es Richtung Dublin. Ihr wollt nicht wissen, wo ich mir die letzte Übernachtung gebucht habe…

als das meer verschwand und zeitreisen 

Viel passiert gestern. Schwerzen Herzens musste ich Abschied von meinem kleinen Cottage nehmen. Zum Abschluss gab es noch eine Führung durch das Haupthaus. Beeindruckendes Gebäude mit viel Charakter. Eine große Haupttreppe und die Aussicht im Turm ist grandios. 360 Grad Weitblick auf den See und die dazugehörigen Ländereien. Jenny und Kieran (ein Aussie-Pärchen mit europäischen Wurzeln) haben mich noch auf eine Tasse eingeladen und wir haben über Kaffee, Milchaufschäumer, Thermomix, deutsche Filme und die europäische Politik philosophiert. Bei einer Tasse Earl Grey hat mir Jenny etwas zur Geschichte des Hauses erzählt, das einer Freundin aus New Orleans gehört, die mit einem deutschen verheiratet war. Ihr Mann hat vor zwei Jahren die Renovierungsarbeiten beaufsichtigt und ist eines Abends nicht nach Hause gekommen und spurlos verschwunden. Bis heute würde er nicht gefunden…

slevoir house

Mit dieser Schauergeschichte im Gepäck bin ich aufgebrochen. Viel gefahren bin ich und nach dem Landesinneren, hab ich mich auf Küste und Meer gefreut. Das hat leider nicht so gut geklappt. Denn ich fuhr schon eine ganze Weile an der entlang Küste – ohne es zu merken. Es war so neblig, dass ich links nicht weiter als 5 Meter gucken konnte. 

suppe soweit das auge reicht – links ist übrigens das meer


Damit hab ich mir die Cliffs of Moher dann auch verkniffen. Nach einer Weile ist der Himmel dann aufgeklart. 

fanore- murrogh


Natürlich hab ich es mir nicht nehmen lassen meine Füße ins Wasser zu halten. Und überhaupt – schlechtes Wetter? Was ist das? 
Weiter ging die Fahrt nach Connemara. Als ich durch Galway gefahren bin, wurde das Wetter deutlich besser. Die Beglandschaft ist grandios.

maam- tiernakill south

Auf den Fotos kommt das leider nicht so gut. ​Daher hier der Versuch die mystische Landschaft auf andere Art einzufangen. Die Straßenverkehrsordnung habe ich nicht verletzt, denn ich konnte mein Handy so in der Halterung befestigen, dass man nichts vom Auto sieht.

Bei meiner Ankunft hat mich dann blauer Himmel erwartet. Mal von einer spektakulären Aussicht abgesehen.

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aussicht aus meinem zimmer 😍

 

Wie sich aus den Bildern erschließen lässt, liegt diese Unterkunft jwd. Daher erschien es mir ratsam die Frage: „Ob ich auch mein Abendessen hier einnehmen möchte?“, mit ja zu beantworten. 

Im Moment ist die Unterkunft nicht ausgebucht und auch der Eigentümer verweilt hier mit seiner kompletten Familie. Da hatte ich kurzweilig das Gefühl wieder auf Mallorca zu sein, denn ich dachte, ich würde diese Art von Tischgesprächen nicht mehr so schnell erleben. Es war ein netter Abend mit sehr gutem Essen. Bin jedoch gespannt, was mich auf der Rechnung erwartet, wenn ich auschecke. 

Für heute ist ein Seekayak-Ausflug angesagt. Und dann neigt sich dieser Urlaub auch langsam seinem Ende zu.

ein hoch auf die iren, ein rätsel, der laacher see und die eifel…

Gestern war ausschlafen angesagt, wenn man das so nennen darf. Ich hab bestimmt bis halb acht geschlafen. Nicht, dass ich pünktlich um fünf das erste Mal auf den Beinen war. Zum Glück bin ich noch mal eingeschlafen. 

Den Tag hab ich mir bewusst mit wenig Fahrzeit eingeplant, denn ich konnte eine Wanderung finden, die viele schöne Blicke auf den Lough Derg versprach. Der ‚Rinmaher Trail‘ im Portumna Forest Park sollte es werden. Vorher wollte ich mir noch etwas Kultur im ‚Portumna Castle‘ gönnen. Es wirkte alles etwas ausgestorben, denn es waren kaum andere Besucher da – ein völlig leerer Parkplatz… Auf halbem Weg zum Kassenhäuschen fällt mir ein, dass ich fast kein Bargeld mehr habe.  🤦‍♀️ In der Hoffnung per Karte zahlen zu können, versuche ich es trotzdem und erhalte die Antwort, dass plastic money noch nicht Einzug in diesem Schloss gehalten hat. Die Frage, wo der nächste Bankautomat ist, wird abgewunken. Stattdessen werde ich penetrant gefragt, wie viel Kleingeld ich denn nun wirklich noch hab. Also leere ich meine Winz-Geldbörse auf dem Tresen aus… Wir kommen auch mit viel gutem Willen nicht über 3,80€. Die Dame sieht mich kritisch an und sagt dann sinngemäß so etwas wie: schön, dass Sie sich als Studentin für das Schloss interessieren. Zwinker, zwinker… Dann erhalte ich 80 Cent wieder zurück. Ein gutes Geschäft. Eigentlich sollte der Eintritt fünf Euro kosten. 

da oben wohnen aktuell Fledermäuse, weshalb ein Gitter aufgespannt ist, um die Hinterlassenschaften aufzufangen

Das Schloss war ganz nett, aber am besten hat mir der Gemüse- und Kräutergarten gefallen. An dieser Stelle kommen wir schon zum Rätsel. Was ist das für ein Baum, bzw. Frucht? Ich hab echt keine Ahnung. Ideen können gerne im Kommentarfeld diskutiert werden. Papa? Weißt Du was das ist? 
Hier noch ein wichtiger Tipp aus dem letzten Jahrhundert, falls Ihr Eure Wäsche mal desinfizieren wollt (3. Absatz). Ist echt Gold wert!


Ansonsten bin ich gewandert. Allerdings muss ich sagen, dass mir der Weg nicht gefallen hat, weil er einfach so gar nicht ausgeschildert war. Teilweise hab ich mich an einer Kreuzung ‚einfach so‘ für eine Richtung entschieden. Der Weg sollte etwa zwei Stunden dauern. Unterwegs war ich etwa vier (mit einer kleinen Pause). Da bin ich wohl zu doc-verwöhnt. Die Wanderwege in Neuseeland sind top ausgeschildert. Da kannst Du Dich nicht verlaufen. Ansonsten war der Blick auf den See erst recht spät zu sehen. 

lough derg oder lough laach?

Trotzdem hat es sich gelohnt. 24.881 Schritte sind dabei zusammen gekommen. 😃 Die Landschaft war der Eifel jedenfalls sehr ähnlich. Was für ein Luxusproblem, sich darüber zu beklagen. 

Mit typisch, irischem Wetter hat sich der gestrige Tag verabschiedet.


Für heute sieht es nicht besser aus, aber ich werde trotzdem versuchen bei den ‚Cliffs of Moher‘ vorbeizufahren. Bin ja nicht aus Zucker. 

falke vs. zeit…

Wie jeden Morgen sitzen wir am Frühstückstisch und planen den Tag. Wir bestellen also leckere pochierte Eier auf Avocado-Toast und ein Irish breakfast, das frisch für uns zubereitet wird. Also wie genau planen wir das heute? Tobi konnte mich leider nicht die ganze Zeit begleiten, also war das Ziel einigermaßen klar. Einmal quer durch Irland, um zum Flughafen in Dublin zu kommen. Wie langen brauchen wir denn dafür? Betretenes Schweigen… Irgendwie will die Fahrzeit so gar nicht zur Abflugszeit passen… Noch mehr betretenes Schweigen. Das Frühstück wird serviert. Öh ja. 

Schnell war klar: Panoramastraßen gestrichen, Fotostopps gestrichen, Pinkelpausen gestrichen – Kaffeepausen? Erst recht gestrichen. Auf dem schnellsten Weg auf nach Dublin. Hast Du Deine Tasche schon gepackt?, frage ich Tobi, damit wir direkt los können. Spätestens da war klar, dass ein gemütliches Frühstück eigentlich auch gestrichen sein sollte. Dann haben wir uns aufgeteilt. Einer checkt aus dem Hotel aus und der andere räumt die Sachen ins Auto und dann nix wie ab auf die Straße…

abschied von dingle im schnellwaschgang

Stunden des nicht-Wissens folgen. Schaffen wir das überhaupt? Der Flieger geht um 13:05 Uhr und die geschätzte Ankunftszeit (je nachdem welche App man fragt) schwankt zwischen 12:30 und 12:42 Uhr. Auch ohne aufgegebenes Gepäck, mit Sicherheitscheck und Weg zum Gate unmöglich zu schaffen. Ich habe mich während der Fahrt mit dem Übersichtsplan des Flughafens und alternativen Flügen beschäftigt. 

Am Flughafen angekommen geht alles ganz schnell. Kurz anhalten, wo man nicht halten sollte. Sachen greifen und laufen, laufen, laufen. Ich musste mich dann auch sputen, schnellstmöglich weiter zu fahren, weil wir mitten im Weg standen. Während ich mich in den Verkehr eingefädelt habe, ist Tobi in den Untiefen des Flughafens verschwunden. Bange Minuten folgten und um 12:55 Uhr endlich Entwarnung. Er hat es geschafft. Just-in-time! 

Ich stelle immer wieder fest, dass ich zwar gut Reisen für andere Leute planen kann, aber bei meinen eigenen bin ich sehr nachläßig. Andererseits hat ja alles geklappt. 

primrose cottage slevoir house

Meine Reise hat mich dann ins Landesinnere – nach Terryglass – geführt. Dort habe ich mir für zwei Nächte ein eigenes Cottage gebucht, in dem ich herrschaftlich residiere, denn tatsächlich gehört dieses Häuschen zu einem großen Landbesitz mit Herrschaftshaus dazu. 🙂 Es gibt zwar keinen Handyempfang, aber dafür ein stabiles W-LAN Netz und eine Originalausgabe von Lord of the Rings. Was will ich mehr? 


Wie üblich sitze ich am Frühstückstisch und plane den Tag. Vermutlich werde ich den Cliffs of Moher fahren und ich möchte auch eine kleine Wanderung unternehmen. Mal sehen wie das läuft. 

traumhafte aussichten und macgyver…

Ich hatte den Ring of Kerry anders in Erinnerung. Nicht besser oder schlechter, sondern einfach anders. Mit zunehmendem Alter schaut man einfach auf andere Dinge. 

Nach einem guten Frühstück, ging die Fahrt los. Am Frühstückstisch haben wir den Plan  für den Tag festgelegt. Der gestrige Tag im Auto war schön, aber sich ein paar Dinge anzuschauen, beziehungsweise, die Zeit dafür zu haben, sollte einen höheren Stellenwert haben. Und überhaupt – es waren ja nur 180 Kilometer Panoramastraße und dann noch eben bis nach Dingle fahren…

Als wir ausgecheckt hatten, gab es noch Tipps von unserer Gastgeberin und eine Karte mit sehenswerten Stopps entlang der Route. Es hat keine fünf Minuten gedauert, dann haben wir zum ersten Mal angehalten, um ein Foto zu machen. 

blackwater bridge – derreenafoyle

Auf dem weiteren Weg haben wir oft gehalten, um Fotos zu schießen und einmal sind wir auch auf einen kleinen Hügel geklettert, damit die Aussicht noch besser wurde. Schwer, aber das hat trotzdem geklappt. Interessanterweise fällt mir grade auf, dass ich davon gar keine Fotos gemacht habe. Uuups…

Ich konnte mich noch vage an meinen letzten Aufenthalt am ‚Ring of Kerry‘ erinnern. Da gab es – etwas abseits der Route – ein kleines Fort zu besichtigen, wo wir einen Stopp eingelegt haben. Das hat sich im doppelten Sinne gelohnt, denn neben der Steinbehausung einer wohlhabenden Familie, wartet die tollste Attraktion direkt am Eingang. 

staigue fort

Dabei handelt es sich nämlich um ein kleines Cottage, das guten Kaffee, leckeren Tee und noch bessere (selbstgemachte) Scones serviert. Yummy!! Zusätzlich dazu ist das Wägelchen noch herrlich eingerichtet und ein kleiner, süßer Hund, setzt dem ganzen die Krone auf. Also ein rundum tolles Urlaubserlebnis. Unbedingt hinfahren. 

curran’s cottage

Neben den ‚Cliffs of Moher‘ gibt es beeindruckende Küstenlandschaften auch am ‚Ring of Kerry‘ zu finden. Einer der nächsten Stopps hat uns zu den ‚Kerry Cliffs‘ geführt. Die kosten vier Euro Eintritt, aber ich finde der Besuch lohnt sich. Weniger bekannt, etwas kleiner, aber nicht minder beeindruckend wartet dieser Küstenabschnitt darauf fotografiert zu werden. 

the Kerry cliffs

Nach diesem Besuch stand – mal wieder – fest: Wir sind zu langsam und halten zu oft an. Da wir noch bis nach Dingle gefahren sind, haben sich die Fotostopps auf ein Minimum reduziert. Da Tobi unglaublich gerne Berge mag, haben wir eine besondere Passstraße nach Dingle genommen. Eng und sehr steil!! 🙂 Was mein Fahrerherz auch hat höher schlagen lassen. 

dingle harbour

In Dingle angekommen, mussten wir erstmal ein Probelm lösen. Wie der erfahrene Leser ja weiß, begleitet mich MacGyver stets auf meinen Reisen. So auch dieses Mal. Mein Adapter, den ich auf meiner Neuseelandreise im Mai geschenkt bekommen habe, eignet sich leider nicht dafür, unsere deutschen Stecker zu laden… Zum Glück fühlen sich elektrische Rasierer und deutsche Stecker sehr verbunden, denn auch ohne Adapter hätten wir den Laptop laden können. Weit gefehlt, denn das Netzteil vom MacBook ist sauschwer und deswegen hätte uns das nicht weitergebracht. A lá MacGyver haben wir uns umgesehen und Zack hat sich die Lösung von ganz alleine präsentiert.

lösungsorientiertes agieren

Unseren letzten gemeinsamen Abend, haben wir mit einem leckeren Burger von ‚chewy and the beast‘ und Bier begossen. Mal von einem guten Dingle ‚Gin-Tonic‘ abgesehen. 

bei der portion pommes hätte selbst uli kapituliert…


Heute hat unser gemeinsamer Trip leider schon ein Ende gefunden. Wie das Ende genau war und warum ich erst abends statt morgens poste, erfahrt Ihr im nächsten Beitrag. 

11 stunden millenium falken light und made in china 

Puh.

So lange waren wir gestern unterwegs. Und zwar im Auto. Gezeichnet von Sonne, Regen, Sonne, Regen, Sonne, Regen, usw.

lough bray lower

Trotzdem war es ein toller Tag. Neben Regen und Sonne gezeichnet von viel Fußarbeit, einem weiteren internationalen Discountervergleich und verlegten Dingen, die ich jedes Mal aufs Neue gesucht hab.

Nach einem guten Frühstück mit Sodabrot hieß die erste Attraktion Aldi. 🙂 Ich entdecke gerne internationale Unterschiede (vielleicht könnt Ihr Euch noch an den Artikel aus Mallorca erinnern?) Gestern stand Aldi auf dem Prüfstand. Obwohl ich in dieser Aldi Süd Filiale keine großen Unterschiede aufgedeckt hab, so war es trotzdem wieder einen Besuch wert. Besonders die Vielfalt an gesunden und bereits abgepackten Snacks gefällt mir.  

Dann ging es weiter über die Wicklow Mountains mit Glendalough und Avoca in Richtung Kenmare. Jeder, der sich in Irland auskennt, weiß, dass das überhaupt nicht die Richtung ist. Die Mühle mit angeschlossenem Shop und Bistro besuche ich gern. Dort gibt es tolle Produkte und mit viel Liebe hergestelltes Essen.

leckeres Essen bei Handweavers in Avoca

In diesem Shop hab ich mich gleich in eine Jacke verliebt, die ich prompt gekauft habe. Ein Label aus Nordirland. Fand ich klasse, denn ich hatte mir in Barcelona schon saucoole Schuhe von einem dortigen Modelabel gekauft. Von diesem Kauf und dem leckeren Mittagessen, habe ich diesen Ort sehr zufrieden verlassen. Nur um wenig später von kognitiven Disonanzen dahingerafft zu werden. Brauche ich die Jacke wirklich? Soll ich Sie wieder zurück bringen? War die nicht viel zu teuer? Ist die wirklich auch made in Nordirland, oder ist das wie bei Apple designed in, aber ganz woanders gefertigt? Diese und weitere Fragen sah ich dann bestätigt, als ich das Etikett eingehend studiert habe. Made in China… Muss ich noch mehr sagen? 😶

Ich hatte mich dann beruhigt, da ich kein besonders grünes Gewissen habe, was Bekleidung betrifft. Mein Gespür dafür entwickelt sich grade erst. Da ich mir vor kurzem eine Jacke von North Face gekauft habe und die laut Etikett in Bangladesch gefertigt wird, möchte ich gerne in der Zukunft etwas nachhaltiger einkaufen. 

lough bray lower

Ansonsten sind wir viel rumgefahren und haben viel gesehen. 

Erkenntnis des Tages: Wir parken den Millenium Falken light stets am allerletzten Parkplatz. Also an der Stelle, die am allerweistesten entfernt ist. Egal wo wir hinkommen und kurz anhalten. Keiner weiß warum. Jedes Mal habe ich die Worte von Luke Skywalker im Kopf: „Wenn das Universum ein helles Zentrum hat, bist du auf diesem Planeten am weitesten davon weg.“ So ungefähr fühlt sich Parken mit diesem Gefährt an. 

Heute fahren wir den Ring of Kerry entlang und haben nicht wieder vor 11 Stunden im Auto zu sitzen.