nihil morbus helveticus

Öhm ja.

Überraschung!
Wer hat an der Uhr gedreht? Ich war es nicht! Ganz ehrlich. Trotzdem hab ich die vier Wochen-Marke überschritten. Uah – was ist die Zeit schnell vorbei gegangen. Einige Fragen aus den ersten Ausgaben aufgreifend – hier der Versuch einer Herleitung.

Hab ich realisiert, dass ich auf Mallorca bin? Wenn ich morgens aufwache, habe ich Schwierigkeiten mich zu orientieren. Wo bin ich eigentlich? Dafür bin ich in den letzten drei Monaten eindeutig an zu vielen Standorten gewesen und habe an zu vielen unterschiedlichen Schlafplätzen genächtigt. Mein Rücken hat sich jedenfalls über eine dünne Schaumstoffmatratze, eine Strandluftmatratze, ein Luftbett und ein paar Gästebetten gefreut – oder eben auch nicht. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass ich mich auf einer bequemen Matratze direkt heimisch fühle. Heißt im Klartext: ich schlafe hier sehr gut! Das kann es also schon mal nicht sein.   Ist es dann vielleicht der überwiegend blaue Himmel, oder der helle Streifen, den meine Uhr nach dem Ausziehen auf meinem Arm hinterlässt? Na ja, gutes Wetter und blauen Himmel gab es in Kleve auch. Nur eben nicht im Januar. Kombiniere: ein erstes Indiz, das mich erahnen lässt, dass es sicher nicht Kleve, oder gar die Eifel sein kann. Zumal sich die übermittelnden Fotos, die im Freundeskreis unter dem wunderschönen Decknamen ‚Mallorca-Postille‘ versendet werden, in der Farbgebung deutlich unterscheiden. Der Großteil meiner Farben ist in blau und grün gehalten, während mich überwiegend eine weiß/graue Kombination erreicht. Das säht dann weitere Zweifel.   Es ist wohl auch so, dass ich in Kleve keine Hunde hatte, oder gar Palmen vor der Tür.   Vom Pool wollen wir mal gar nicht sprechen. Auch ist mir nicht bekannt, dass ich in der Eifel schon mal bei der Abfüllung von Wein dabei war. So schließt sich dann langsam der Kreis und ich kann die Frage, ob ich weiß, dass ich auf Mallorca bin, ich sag mal teilweise, mit ja beantworten. Wobei ich die Tatsache, nicht mehr in Kleve zu wohnen, noch nicht ganz kapiert habe. Es könnte ja schließlich sein, dass es um einen längeren Urlaub handelt und ich am Ende wieder in die grandiose 147 Plus WG zurückkehre. Diese Frucht werde ich zeitlich verzögert vom Baum der Erkenntnis pflücken. 

 Die Anschlussfrage, die mir bereits ein paar Mal gestellt wurde heißt: „Geht es Dir gut, da unten?“ Hier muss ich nicht lange nach einer Antwort suchen: Ja – mir geht es sehr gut. Just im Moment sitze ich in meiner neuen Lieblingsstadt Palma in einem Café mit Innenhof und bastel am aktuellen Blogartikel. Dazu ein Tässchen meines liebsten Heißgetränks und so fällt es schwer sich, trotz vorangegangener Lidl-Besuche, nicht doch kosmopolitisch zu fühlen. Man könnte sagen, dass ich Palma am besten kenne, weil ich in der Regel einmal in der Woche hier bin. Das obwohl es für mallorquinische Verhältnisse nicht grade ums Eck liegt.   Palma hat wirklich einiges zu bieten – eine Stadt mit einer tollen Historie und glatt-gelaufenen Pflastersteinen. Außer, dass ich mich durch die Gassen hab treiben lassen, war ich auch kulturell auf Erkundgstour. Hab eine der unzähligen Kirchen besichtigt. Die – ich sag mal salopp – pompöse Inneneinrichtung hat mich im ersten Moment stark an die Basilika in Kevelaer erinnert.  

 Aber nur kurz, denn natürlich werden die mediterranen Elemente schnell sichtbar. Wie üblich bin ich ja verkabelt, aber ich wollte meinen Ohren mal kurz eine pastorale Geräuschkulisse bieten und so hab ich den Ort ohne Filmmusik auf mich wirken lassen. Ganz leise konnte ich Orgelmusik hören. „Wie passend!“ – hab ich noch bei mir gedacht. Schnell war ich aber von der Musik irritiert, denn obwohl die Klänge inhaltlich passten, so auf keinen Fall der Pegel. In der Nähe des Altars fand ich dann die Lösung. Mehr Schein als Sein, denn die Musik hat Ihren Ursprung von einer kleinen Anlage. Ein CD-Player wirkt an einem solchen Ort deplatziert. Das hat dann die schöne Stimmung zerstört. Ich schätze die CD kostet weniger als jemand, der in die Tasten haut. Trotzdem eine insgesamt imposante Klosteranlage mit beeindruckendem Kreuzgang.


 Außer Palma habe ich noch weitere Orte besucht. Darunter wieder ein nette Bucht, die nur 10 Minuten von meinem zu Hause entfernt liegt. Im Sommer platzt dieser Ort wohl aus allen Nähten, aber ich war weitestgehend alleine. Dazu war es angenehm warm, sodass man auch seine Stelzen in die Sonne halten konnte.  

 Artá mag ich ebenfalls sehr gerne und ansonsten bin ich ein großer Fan von Portocristo, aber ich muss gestehen, dass es in meinem neuen zu Hause doch am Schönsten ist. 🙂 Weitere Erkunungstouren sind aber natürlich eingeplant. Klarer Fall. Nebenher versuche ich Spanisch zu lernen und setze erfolgreich einen meiner persönlichen Mallorca-Wünsche um. Endlich mal wieder Bücher lesen, die nichts mit irgendwelchen Management-Theorien zu tun haben. Dabei bin ich in der Lage Literaturempfehlungen auszusprechen. Die Mallotzefans unter Euch erfreuen sich sicherlich an Ein Winter auf Mallorca von George Sand. Ganz wie es sich gehört, habe ich zunächst angenommen, dass es sich dabei um einen Roman handelt. Weit gefehlt. Die Auführungen der guten Dame sind eine Übersetzung Ihres Reiseberichtes. Ein tolles Buch.

Was hab ich den sonst so erlebt? Es gab wieder kulinarische Expeditionen, aber es stand niemand mehr mit einem Lamm über der Schulter vor Tür. Die mallorquinische Küche ist nicht dafür bekannt verschwenderisch zu sein. Also werden hier alle Teile von Tieren – ich sag mal – in der Küche eingesetzt. Ihr kennt das ja schon. Die Vegetarier und Veganer sollten jetzt wieder ‚weglesen‘. Passionierte Schafliebhaber haben dieses Mal Glück. Es ist zwar komisch eine Aufzählung meiner verspeisten, oder zumindest probierten Dinge, aufzuschreiben, aber da sich dieses Essen stark von meinem sonstigen Speiseplan unterscheidet und natürlich auch Einblicke in die traditionelle, spanische Küche bietet, schreibe ich es trotzdem auf. Da gäbe es zum Beispiel Schweinsfüße, Tauben, Leber und Herz. Daneben gab es auch noch diverse Restaurantbesuche, frischen Fisch, feinsten Schinken, oder auch mal ein Mammutkotelett vom Iberico-Schwein. Auf ein paar wenige Dinge werde ich in Zukunft verzichten, aber ansonsten finde ich die kulinarische Schulbank nicht schlecht. Auch kann ich jetzt von mir behaupten, einmal den Herd mit einem Koch geteilt zu haben. Obwohl Steinbackofen passender wäre, denn es gab Flammkuchen. Das aber mal nur so am Rande, denn ich habe auch eine neue vegetarische Passion entdeckt: rote Paprika. Die ist hier so geschmacksintensiv, dass es davon jeden Tag mindestens eine gibt.

Ja – ansonsten kann es sein, dass ich bald öfter in Palma anzutreffen bin. Dazu bald mehr.  

9

Tage bin ich schon schon hier. 

Es kommt mir gar nicht so vor, aber der Kalender wird mich schon nicht anlügen. Eine Lüge ist es sicherlich zu behaupten, dass ich begriffen habe, hier zu sein. Das ganze fühlt sich zwar nicht nach Urlaub an, aber auch nicht wie Alltag.

  
  Ein interkultureller Discounterverlgeich

Verschiedentlich wurde ich gefragt, was ich mir denn schon alles angeschaut habe? Nun ja – weit gekommen bin ich nicht. Ich finde – ohne Navi – in die nächst gelegenen Städte, zum Supermarkt, zum Flughafen und zum nächsten Müllcontainer. Den einen oder anderen – ich sag mal – müllverwöhnten Deutschen mag es verwundern, aber hier kommt keine Müllabfuhr. Hier ist man selbst der Müllmann. Das lässt mich jedes Mal brav mit meinen Stoffbüdeln einkaufen gehen, um möglichst viel Plastik zu vermeiden. Nur um zu Hause festzustellen, dass ich, wie die Mallorquiner, sämtliches Obst und Gemüse säuberlich in einzelne Plastiktüten verpackt hab. 😦 Für jemanden, der viel von diesem Kram isst, irgendwie unpraktisch. Ansonsten – ja, viel Schande über mein Haupt – bin ich hauptsächlich bei Lidl anzutreffen. Von wegen Kosmopolitin und so. Es ist ja fast peinlich, aber dieser Discounter gibt einem im liebsten Bundesland des Deutschen, ein vertrautes Gefühl. Nicht zuletzt, weil hinter jedem Regal vertraute Laute erklingen. „Schatzi, guck mal, die haben hier sogar bayrische Weißwürste. Ich hätte gerne welche zum Abendessen!“ Im Geiste verfluche ich still und heimlich meine Landsleute. Nur um von meinem Gewissen in der nächsten Sekunde getadelt zu werden. Was war noch gleich der Grund, warum auch ich im Lidl anzutreffen bin? Um es für mich besser zu machen, versuche ich mich während des Einkaufs nun auf das Studium der deutsch/spanischen Lidl-Unterschiede zu konzentrieren. Die bieten hier mehr regionale Produkte in der Obst- und Gemüseabteilung an (hihi), ein gibt ein Kunden-WC, es stehen auch Einkaufskörbe zur Verfügung und ein wesentlich größerer Anteil an Fleisch- und Fischwaren. Außerdem werden mallorquinische Produkte besonders gekennzeichnet und sowohl die Kassierer als auch die Kunden haben ewig Zeit. Braucht die Omi beim Bezahlen 4 Minuten (keine Übertreibung) um auch noch den letzten Cent aus der Reserveecke Ihres Portmonees zu kramen regt sich niemand auf. Nur ich scharre innerlich mit den Hufen. Einen herzlichen Dank an die Discounter in der Heimat. Dank der Nachfrage nach der gewünschten Zahlart“Bar, oder mit Karte?“ beim Einbiegen auf den Kundenparkeplatz und des Scannens der Produkte in Lichtgeschwindigkeit, sehe ich mich persönlich nur noch als Zeitwert mit Euronoten über dem Kopf. Mit Ihrer Schnelligkeit schaffen die mit Ihrer Scanner-Kasse den ‚Kessel-Run‘ bestimmt in nur 11 Parsecs und lassen den Milleniumfalken alt aussehen. Ich schweife ab…  Jedenfalls hoffe ich, dass bald etwas von dieser Ruhe auf mich übergeht und ich nicht als typisch-deutsche Nörglerin dastehe. Ansonsten lässt – nach ersten Beobachtungen – kein Mallorquiner seinen Einkaufswagen stehen, wenn er etwas am Eingang vergessen hat, aber schon im letzten Gang angekommen ist. Immerhin kann ich schon sagen, dass ich gerne mit Karte zahlen möchte, denn hier werde ich das nicht gefragt. In Zukunft   plane ich mich vermehrt in spanischen Supermärkten aufzuhalten. Ich brauche nämlich Teefilter – die hat Lidl nicht. Man darf also gespannt sein. 

Ein interkultureller Fleischvergleich

Meine nächste Beobachtung hat auch was mit Essen zu tun. ACHTUNG. Der folgende Abschnitt eignet sich weder für Veganer, Vegetarier noch Schafliebhaber!! Ich meine das Ernst. Vielleicht einfach den Abschnitt überspringen? Muss jeder selbst wissen. Es hat sich heute der Umstand ergeben, dass sich ein junges Schaf, also ein Jungbock auf dem Küchentresen präsentiert hat. Nicht etwa in hüpfender und die Küche demolierender Art und Weise. Nein- ohne Haut und so. Von der Schlachtung des Tieres wusste ich vorab und ebenso das ein Teil des Fleisches hier verbleiben sollte. Weitere Überlegungen hatte ich dazu nicht angestellt. Warum auch?Da steht dann also plötzlich jemand vor der Küchentür, einen Jungbock über der Schulter und fragt welches Stück ich davon haben möchte. Ähm ja -gute Frage. Bin ja kein Fleischfachmann und schon drei Mal kein Spanischexperte, sodass meine spanische Aussage „ich weiß nicht“, darauf bezogen wurde, dass ich der Sprache nicht mächtig bin und nicht darauf, dass ich nicht weiß welches Stück vom Tier ich haben will. Wie sagt man so schön? Ich war mit der Gesamtsituation überfordert. Zum Glück ist die improvisierte Zeichensprache international verständlich. Also ich hab ich einfach auf ein Hinterbein gezeigt, das dann vor meinen Augen in meiner Küche fachmännisch abgetrennt wurde. Da stand ich also – mit einem abgetrennten Hinterbein in der Hand. Ich sah wohl recht verwirrt und hilflos aus, sodass das Bein dann, netterweise, noch für mich zerteilt wurde. So manches Mal hab ich gedacht, ich bin im falschen Film und dass es gut ist, dass ich nicht empfindlich bin. So ein heimisches Erlebnis führt dazu nachzudenken. Mir ist nur eins dazu eingefallen: unter Folie sieht das anders aus. So und nicht anders kaufen wir doch meistens Fleisch ein. Ich fand die Erfahrung jedenfalls sehr lehrreich. 

  
Wo sich vielleicht gerade einige Leute fürchten. Dazu noch eine kleine Geschichte. Stellt Euch vor: Ihr seid allein auf einem recht großen Areal. Es ist dunkel. Ihr wisst nicht, wo Ihr die Sicherung für die ausgefallene Außenbeleuchtung reindrehen könnt. Weiter als der Radius Eurer Stirnlampe könnt Ihr nicht gucken. Bevor Ihr ins Bett geht, müssen die Hunde nochmal raus. Da steht Ihr – umgeben von Dunkelheit. Die Hunde kennen zum Glück den Ablauf. Plötzlich seht Ihr in der Ferne eine Bewegung. Ein blau schimmerndes Augenpaar kommt auf Euch zu. Oh Gott – es muss der Hund aus Baskerville sein  und ich bin nicht mehr auf Mallotze, sondern in Dartmoor. Dann bin ich beruhigt. Der Hund von Baskerville hatte rot glühende Augen. Fehlalarm! Trotzdem bewegt sich das Aufgenpaar in rasanter Geschwindigkeit auf mich zu und erreicht den Kreis der Stirnlampe. Dann sehe ich das nächste Augenpaar auf mich zukommen. Dieses Mal sind es rot schimmernde Augen. Oh, oh. Doch keine Entwarnung. Auch dieses Augenpaar erreicht meine kleine Lichtinsel, die der Dunkelheit trotzt.

Wir sind also vollzählig und gehen wieder rein.    
Gut, dass ich auch in diesem Bereich nicht empfindlich bin. 🙂

Ich würde sagen, man kann diesen Aufenthalt getrost als abenteuerlich bezeichnen. Mir gefällt es super. 

  

Jedes Abenteuer beginnt mit einem ersten Schritt.

2015

hat die Eva sich wieder für ein paar verrückte Sachen entschieden, die ab 2016 Auswirkungen haben.

So ist es nicht verwunderlich, dass Euch dieser Blogbeitrag aus dem Ausland erreicht. Ich sitze bei 18 Grad am Pool und hebe meinen Blog wieder aus Versenkung hervor. Damit ich diese Annehmlichkeiten genießen konnte, war es nötig eine weite Reise auf mich zu nehmen. Aus dem beschaulichen Ösch ins noch beschaulichere Nichts auf Mallorca. Auch dieses Mal gilt – wer an meinen Erlebnissen teilhaben will, der kann sich hier auf dem Laufenden halten.

Aber was ist eigentlich passiert und was hat Sie nach Mallotze verschlagen? 2015 war ein sehr turbulentes Jahr. Ich hab im Februar den Job gewechselt, um mal zu gucken, was die Leute im öffentlichen Dienst treiben. Dr. Neis stand zur Debatte, ich habe ein paar (persönliche) sportliche Rekorde gebrochen, ich war noch nie so viel auswärts essen, ich hab mich vom Ruhrpottcharme verzaubern lassen, ich bin selten vor 23:00 Uhr ins Bett gegangen, wurde mehrfach auf einer Hochzeit mit der Braut verwechselt, ich hab festgestellt, dass ich noch immer keinen Kaffee mag, bin mit der neuen U-Bahn von Köln gefahren, ich bin zwei Mal nach Mallorca geflogen, ich hatte eine grandiose Geburtstagsfete, war schon am geheimen Aufenthalsort von Luke Skywalker, bin zwei Mal mit einer Seilbahn über den Rhein gegondelt, hab verrückte Freundschaftsdienste eingefordert, bin im Suff gestürzt, besitze endlich einen AMT/ERTL Sternenzerstörer in Fiberoptic, war auf einer Weihnachtsfeier der Bahn, bin weder nach Rumänien noch Neuseeland gereist, bin ziemlich vielen Leuten mit meinem Lieblingsthema auf den Keks gegangen, hab Leipzig und Dresden besucht, hab mir kein bisschen Ruhe gegönnt, hab schätzungsweise 2 Kilo Zimplätzchen gefuttert, bin ein Fan von Poe geworden, hab neue Freunde gewonnen und andere verloren, hab gelernt was Rückhalt bedeutet und habe beschlossen meinem Nomaden-Dasein ein neues Kapitel hinzuzufügen.

4 Jahre Niederrhein liegen hinter und eine ungewisse Zukunft vor mir. Es lässt sich nur schwer realisieren, wenn man im Januar mit ner fetten Erkältung bei schönstem Sonnenschein am Pool abhängt und einen Blogbeitrag schreibt. Oder sehe ich das falsch?

Jedenfalls hat sich gezeigt, dass die Tätigkeit im öffentlichen Dienst nicht meinem Naturell entspricht. Daher hab ich mich von dieser Arbeit getrennt und hab die sich bietende Möglichkeit einer Auszeit auf Mallorca angenommen. Beim Rest bin ich optimisch. Meistens fügt es sich und ein bisschen ausruhen hat ja noch keinem geschadet. Es ist natürlich offensichtlich, dass ich ohne eine Beschäftigung nicht auskomme. Daran arbeite ich zurzeit fieberhaft. Wenn es dazu mehr gibt, dann erfährt Ihr es auch hier.

Jetzt bin ich etwas über 1.600 Kilometer mit dem besten aller – mit Hagelschaden entstellten – Golfs unterwegs gewesen und muss sagen, dass ich froh über dieses Stück Unabhängigkeit und Heimat bin. Nur ist es komisch, dass Auto vor der Haustür stehen zu sehen, aber sicher nicht jedem der fragt zu bestätigen, dass ich von Mykonos stamme.

Bevor ich jedoch aufgebrochen bin, gab es eine kleine (Überraschungs)-Party mit einer abgefahrenen Glühbirne, die jede Fassung in eine Discokugel verwandelt. Aber Vorsicht – kann bei Mensch und Tier Krampfanfälle auslösen. Das Catering war sponsert bei Mutti, denn ich habe mir zum Abschied einen echten Öscher ‚Döppekooche‘ gewünscht. In Neis’scher Tradtion mit Milchreis als Vorspeise und selbstgeamchten Apfelmus zum Hauptgang. Irgendwie war nachher nur noch Zimt und Zucker übrig, aber jeder hätte gerne noch was gegessenen. Also ein Kompliment an die Küche. Ansonsten sah der Partyraum so aus, als ob eine Horde wildgewordener Karnevalsjecken die Uraufführung der nächsten Kappensitzung geprobt hätten. Die Kappensitzung kann auf jeden Fall kommen. Ich habe mich allerdings als Partycrasher unbeliebt gemacht, da ich vor dem Start der Reise noch ein paar Stunden Schlaf wollte. Wir haben die ‚richtige‘ Party dann auf meine Rückkehr gelegt. Wer weiß die Küche dann aussieht?


Ich hatte auf diesem Trip mit so einigem gerechnet, aber es hat alles geklappt. Keine Autopanne, keine Sprachverständigungsprobleme in Frankreich. Die auch nur nicht durch die in Lautschrift vorbereiten Sätze einer Freundin. Bei der Zwischenübernachtung in Frankreich hab ich mir zielsicher ein Hotel mit Lage direkt neben einem Umschlagbahnhof gesucht. Sicher tut es auch nicht Not zu erzählen, dass die Wände aus Papier und ein quengelndes Kleinkind in unmittelbarer Nähe genächtigt hat. Ach ja, Barcelona ist – machen wir es kurz – scheiße zum Autofahren. Es ist nichts richtig ausgeschildert und die fahren da… Ohne Kommentar. Nach einer guten Stunde hatte ich zumindest durch Zufall herausgefunden wo meine Fährgesellschaft Ihr Terminal hatte. Gut, dass ich schon den ein oder anderen hektischen Ort bereist habe. Das und der Erkältungs-Brummschädel gepaart mit der „ist mir doch alles scheißegal“ Einstellung, haben mich mit einer stoischen Ruhe durch diese Stadt navigiert.
 So konnte ich bald mein Gölfchen, dass ich Adama (wenn man die Anspielung versteht, macht der Name durchaus Sinn)  nenne, auf der Fähre unterbringen. Abfahrt war um 23:00 Uhr und Ankunft um 07:00 Uhr in Palma. Den reservierten Sitzplatz hatte ich mir anders vorgestellt. Es lief zwar eine Folge Navy-CIS, aber auf Spanisch machen Gibbs und Co einfach keinen Spaß. Außerdem roch es da nicht sonderlich heimelig. Die Vorstellung mit einer verstopften Nase schon so zu reagieren, machte es nicht besser. Letzten Endes hab ich dann auf der Bank des Bordrestaurants geschlafen, sofern man das so nennen kann. Die Fähre hat pünktlich angelegt und so konnte ich die letzte Etappe Richtung neuer Heimat in kürzester Zeit zurücklegen. Allerdings hat mich der dichte Nebel sehr überrascht. Zwischenzeitlich war es schwierig die Hand vor Augen zu erkennen.

In diesem Sinne: das Abenteuer Mallorca kann beginnen.

Marhaba

aus Marokko.

Ich weiß auch nicht so richtig was dieses Jahr los ist. Meine Ökobilanz ist schon allein durch den Flug nach Neuseeland nicht mehr zu retten. Liebe Umwelt, es tut mir leid. Tatsächlich nur ein bisschen, aber es gibt ein Gewissen, dass sich in mir regt.

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Zusammen mit Melli bin ich gestern aus dem beschaulichen Weeze für ein verlängertes Wochenende nach Fes geflogen. Für mich persönlich meine zweite Reise nach Marokko. Da ich ja nun einen eigenen Blog habe, gibt es auch von diesem Kurztrip was zu lesen. Fes ist wirklich eine sehr beeindruckende Stadt, die in vielerlei Hinsicht alle Sinne anspricht. Die Medina erscheint nicht nur wie aus einer anderen Welt, sie ist es.

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Der Flug von Weeze nach Fes ging Ratz Fatz vorbei und ehe man sich versieht winkt einem der bestellte Taxifahrer schon freundlich zu. Es ist mir allerdings schleierhaft wie er uns zwischen den Anderen identifiziert hat, aber was solls. Das erste Mal war ich im März 2013 in Fes und man kann sehen, dass hier an jeder Ecke kräftig gebaut wird. Der Flughafen soll auch bald ein neues Terminal bekommen.

Da es ja allgemein bekannt ist, dass allerhöchstens ein Smart durch die engen Gassen der Medina passt, hat uns der Taxifahrer am Rand rausgelassen. Wir haben Ihn dann gefragt, ob er uns den Rest des Weges erklären kann. Kein Problem! Er verschwindet hinter seinem Taxi, wo der Motor noch läuft. Ich sag noch zu Melli: „Weit kann das nicht sein.“ Als wir ebenfalls das Taxi umrundet haben, wartet der Taxifahrer schon geduldig auf uns. Wir sind nämlich schon da. Er klingelt und überlässt uns Nordin, unserem persönlichen Ansprechpartner im Riad.

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Von außen wirkt die Unterkunft unscheinbar, aber nach einem Schritt in den Eingang ist man wieder im Märchen von tausend und einer Nacht angekommen. Ein wunderschöner Innenhof, in dem sich auch drei Schildkröten tummeln. Aber Vorsicht bissig, wie Melli am eigenen Leib erfahren durfte. Unser Zimmer liegt im 2. Stock und ist individuell eingerichtet. Die Atmosphäre ist schon fast heimelig. Um sich zu akklimatisieren gibt es erstmal einen Zuckerschock: eine Kanne marokkanischer Minztee.

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Nachdem wir ein bisschen in unserer Sitzecke vor der Tür rumgegammelt haben, sind wir zur Erkundung der Medina aufgebrochen. Damit wir uns nicht verlaufen, haben wir ganz genau aufgepasst, wo wir abgebogen sind. In diesem Gewirr von Gassen ist es nach der dritten Abbiegung nicht so leicht sich zurechtzufinden.

Nach einem leckeren Abendessen gab es einen Verdauungsspaziergang und wir haben uns ein paar musikalische Darbietungen angehört. In Fes findet im Moment ein Musikfestival statt.

Wir haben dann den Tag mit einem Bierchen auf der Dachterrasse ausklingen lassen.

Gleich fahren mit dem Bus nach Chefchauen. Unsere große Sorge ist eine passende Kneipe zu finden, in der wir das Deutschlandspiel gucken können. Drückt uns die Daumen!!

Everything that has a beginning has an end…

Was ist passiert? Ich fürchte ich bin wieder in ein Zeitkontinuum geraten. Wo ist die Zeit hin???? In ein paar Stunden hebt der Flieger ab.

Es kommt jetzt vielleicht überraschend, aber ich will nicht nach Hause…

Meine Zeit in Neuseeland endet ja in Christchurch. Wieder hier zu sein ist komisch und ich fühle mich auch nicht besonders wohl. Es ist nicht so, dass ich Angst vor einem erneuten Erdbeben habe, aber an einigen Stellen sah das noch so aus wie vor 4 Jahren. Das ist unheimlich.

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Hier wird zwar viel gebaut, aber an einigen Stellen ist seit Jahren nichts passiert. Es gibt noch immer Verhandlungen mit den Versicherungen was mit den Gebäuden passieren soll. Entweder abreißen oder neu bauen. Das zieht sich in die Länge. Auch gerade im Bezug auf die Kirche. Die Stadt steht nach jedem Regen quasi unter Wasser, weil auch die Kanalisation nicht wieder überall repariert wurde. Die Leute hier tun mir leid, lassen sich aber nicht unterkriegen.

Ich bin auch eigentlich nur zum Schlafen hier, weil ich gestern den ganzen Tag mit dem Zug unterwegs war. Mein letzter Programmpunkt bestand aus der Fahrt mit dem TranzAlpine von Christchurch nach Greymouth und zurück. Bei strahlendem Sonnenschein haben sich die Alpen von mir verabschiedet!!

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Da die Reise heute endet ist es Zeit für ein Fazit. Neuseeland ist und bleibt mein Lieblingsreiseland.

Neuseeland…

Wo Vögel Aussehen wie Schmetterlinge

Wo Größe eine neue Bedeutung bekommt

Wo Petrus Einen erst aufregt und dann wieder versöhnlich stimmt (ganz verziehen hab ich Ihm das in Napier, Wellington und Marahau aber nicht)

Wo zwar angeblich Hobbits und Sauron zu Hause sind, ich aber außer Trollen niemanden gesehen hab. Auch direkt bei Bilbo und Frodo vor der Haustür. Kein Mensch (äh Hobbit) da.

Wo Fernsehsendungen die Macht haben die Politik nachhaltig zu beeinflussen

Wo man einfach mal den Boden aufreißt, um ein paar Farne reinzusetzen

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Wo man auch Farne essen kann

Wo ich gelernt habe Instant-Nudeln mit dem Wasserkocher zuzubereiten

Wo im Fernsehen eine lockere Stimmung herrscht, wenn nicht grade eine OP am offenen Herzen stattfindet

Wo Wasser eine zentrale Rolle spielt

Wo Schoki günstiger als Gemüse und Obst ist

Wo ein falscher Schritt weh tun kann

Zu meinem persönlichen Highlight gehört das Fiordland. Die Gegend da ist unglaublich cool. Natürlich auch wegen der Sache mit dem Moos. Grün soweit das Auge reicht!

Ja, ist jetzt Schluss, oder wie? Ich weiß es nicht. Vermutlich gibt es auf der Heimreise noch was zu erzählen, also kann es sein, dass noch ein Eintrag kommt.

Ansonsten sage ich aber einstweilen vielen Dank an meine Leser. Die moderne Technik hat mich darüber auf dem Laufenden gehalten wie oft meine Seiten angeklickt wurden. Das war auf jeden Fall mehr als ich erwartet hatte. 🙂

Nicht mehr lange und ich werde in den Flieger steigen und sage daher schonmal auf Wiedersehen. Over and out!

Wenn der Himmel seine Pforten öffnet…

dann regnet es meistens.

Auf Anweisung des Wettergroßmeisters Petrus (ich bin mir ganz sicher, dass er dahinter steckt) war wieder Regen angesagt.

Dabei sah doch zunächst noch alles so gut aus! Mount Cook verabschiedete sich mit preisverdächtigem Wetter. Auch der Ausblick auf Lake Pukaki ließ keine Wünsche offen.

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Die Ankunft in Akaroa versprach auch Einiges. Ein eigenes kleines Häuschen mitten in einem Kräutergarten mit zwei riesigen Hecken Rosmarin vor der Nase. Dazu eine Tasse Earl Grey mit selbst gebackenen Plätzchen und Ausblick auf die Bucht. Was will man mehr?

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Die Aussicht auf die nächsten Tage trübte jedoch die Sicht. Es gab es eine Schlechtwetterwarnung für Canterbury und damit auch für Akaroa. Während einer erneuten Bootstour (nein, den Dreh hab ich immer noch nicht raus) mit Delfinbeobachtung sah es allmählich wirklich nach schlechtem Wetter aus. Da wir auf der offenen See schon ordentlich durchgeschüttelt wurden, gab es auch keine Tour am Nachmittag! Dafür gab es bei dieser Tour tierische Unterstützung von Hector. Einem kleinen Hundilein, dass sich den Wellen tapfer mit einer Schwimmweste gestellt hat. Ich mag ja Hunde und hab mich gleich angefreundet. Bevor ich dem Hund heißen Tee auf den Bauch geschüttet hab, war er auch noch recht zutraulich… Jedenfalls konnte Hector die Delfine hören, bevor wir Sie sehen konnten. Sehr beeindruckend muss ich sagen. Das hat auch relativ gut geklappt.

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Wirklich alle Akaroaianer (George, äh Disney, so könnte doch eine neue Alien-Spezies heißen) mit denen ich gesprochen habe waren wegen des Regens in Sorge. An einigen Stellen wurde schon mit Sandsäcken mobil gemacht.

Wenn sich die Einheimischen Sorgen machen, dann stehe ich dem in nichts nach. Allerdings war es nach meiner Erfahrung im Abel Tasman gar nicht so schlimm, aber was weiß ich schon?

Nachdem ich aufgrund des Regens nicht so gut schlafen konnte, war die Nacht recht kurz. Vom Regen her noch immer kein Vergleich zum Abel Tasman. Als ich jedoch den Fernseher eingeschaltet hatte wurde ich eines besseren belehrt. Canterbury unter Wasser, jedenfalls sahen die Bilder aus Christchurch in etwa so aus…

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Als ich dann einen Fuß auf den Rasen gesetzt hab, bin ich erstmal gut einen Zentimeter abgesackt. Als ich mit Auto einräumen fertig war, sah meine Hose so aus als ob ich einen Dreitagesmarsch hinter mir hätte. Aber wer aus seiner eigenen Haustür rausfällt, für den ist das kein Problem. 🙂

Na ja, leider nur noch ein Stopp in Christchurch und dann gehts nach Hause… 😦 😦 😦

Hochsimmer on the rocks…

Mount Cook. Eines der Wahrzeichen des Landes und auch gleichzeitig der höchste Berg, auch wenn er etwas geschrumpft ist. Wird halt auch älter, der Gute. Eigentlich hat das Trainingscamp von Sir Edmund Hillary 3.753 Meter, aber 1991 hat der Berg einfach mal 30 Meter abgeschüttelt. Dabei hat er sich schlau angestellt, weil das bis letztes Jahr November Keinem aufgefallen ist. Im Moment hat der Berg eine Höhe von 3.724 Metern.

Als ich von Dunedin losgefahren bin hatte ich die Alpen nur teilweise im Blick, weil es bewölkt war. Nach meiner Ankunft war ich, trotz der bewölkten Sicht, beeindruckt. Das Problem auch ist hier, dass man sich der Größe nicht bewusst ist. Es wäre schön, wenn das Land einem manchmal gestatten würde die Größenverhältnisse zu begreifen. Da steht man also als kleine Stecknadel und fragt sich wie hoch das Gebirge wohl ist. Alles was ich wusste war das der Berg höher aussah als der Hochsimmer. Das wars dann auch schon. 🙂 Aus Interesse hab ich mal grade nachgeguckt. Mount Cook ist 6.33 mal größer als der Hochsimmer.

Jedenfalls ist das hier

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nicht Mount Cook, wie ich zuerst angenommen hatte. Dieser Berg schien der Größte weit und breit. Das war aber Quatsch, denn das

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ist Mount Cook. Nur falls Euch mal jemand fragt. In der Sprache der Maori heißt der Berg Aoraki (cloud piercer).

Zu der Gebirgskette gehören auch verschiedene Gletscher. Ich bin auf einem kleinen Boot über den Gletscher See des Abel Tasman Gletscher geschippert und konnte mir einige Eisschollen aus nächster Nähe angucken und auch mal kosten. Wie was? Ich soll das Eis probieren? Ne, lass mal. Schnee muss ich auch nicht unbedingt testen. Schließlich weiß ich doch nicht was da vom Himmel gekommen ist. Da das Eis ein paar tausend Jahre alt ist, war da mit von Menschenhand herbeigeführtem Klimawandel noch nicht so viel gebacken. Also äußerst erfrischend.

Nach der Bootstour bin ich noch zu Fuß ins Hooker Valley aufgebrochen, wo man bis zur Gletscherzunge vordringen konnte und dabei immer den Mount Cook im Blick hat. Ziemlich beeindruckend, weil mir Neuseeland endlich mal einen Maßstab geboten hat. Man konnte irgendwie am Himmel einen Helikopter hören. Allerdings war er nur als winzig kleiner Punkt zu erkennen.

Geschichtsstunde in Dunedin

Ja, ich hab wieder dauerhaften Zugang zum Internet. Das heißt, ich kann auch wieder regelmäßiger Schreiben.

Nachdem ich mich leider vom Fiordland verabschieden musste, war meine Zeit in Dunedin sehr lehrreich. An sich hat mir die Stadt, ganz unter uns, nicht gefallen. Dafür aber die Unterkunft und auch die Umgebung umso mehr. Dieses Mal war ich direkt gegenüber einer Kirche untergebracht und die Unterkunft selbst hat auch früher mal zur Kirche gehört. Dort haben ein paar Priester gewohnt, die Schulkinder unterrichtet haben. Also ein Gebäude mit Geschichte. Auch der Gastgeber war ausgesprochen nett und hat sich die Zeit genommen mir alles zu zeigen und wir haben uns relativ lange unterhalten. Er hat mich auch darauf aufmerksam gemacht, dass am 25.04. Anzac day hier in Neuseeland ist. Natürlich hatte ich vorher schonmal davon gehört, aber ich hatte mich mit dem Thema noch nie so wirklich beschäftigt. Abends haben wir, zusammen mit anderen Gästen des Hauses im Kaminzimmer gesessen und darüber gesprochen. Na ja, eigentlich habe ich eher zugehört, weil ich von diesem geschichtlichen Hintergrund nicht wirklich Ahnung habe. Und wie hat schon Joschka Fischer so schön gesagt? „Wer keine Ahnung hat, hat auch keine Meinung!“ Daher habe ich die Lauscher auf und den Schnabel zu gemacht.

Für alle, die sich vielleicht fragen worum es beim Anzac (Australian and New Zealand Army Corps) Day geht, daher hier in aller Kürze eine Erklärung. Dabei werden die gefallenen australischen und neuseeländischen Truppen geehrt, die in der Schlacht um Gallipoli im ersten Weltkrieg gefallen sind. Das ist den Neuseeländern ein sehr großes Anliegen. Größer noch, als ich gedacht hätte. In nahezu jedem Ort auf beiden Inseln findet sich ein Gedenkstein zu Ehren der gefallenen Soldaten und dort gab es am Anzac day überall Gedenkveranstaltungen. In Dunedin selbst haben über 9.000 Menschen daran teil genommen. Da Neuseeland für seine Bevölkerungsdichte relativ viele Soldaten für den Kampf gestellt hat, ist fast jeder hier davon betroffen. Im nächsten Jahr jährt sich die Schlacht um die türkische Halbinsel zum hundertsten Mal, daher planen auch viele dann in die Türkei zu fliegen.

Ich hatte zwar früher schonmal den Begriff Gallipoli gehört, hatte aber keine Ahnung was dahinter steckt. Am nächsten Morgen habe ich daher vom Besitzer der Unterkunft noch eine persönliche Geschichtsstunde bekommen. Er hat mir auch erzählt, dass sich verstärkt viele jüngere Leute dafür interessieren, was ich wiederum sehr interessant fand.

Zum Zeichen der Anteilnahme und Ehrung der gefallenen Soldaten tragen viele (auch schon einige Tage vorher) einen kleinen Anstecker in Form einer Mohnblume. Dafür spendet man dann einen kleinen Beitrag.

Neben der Geschichtsstunde durfte ich auch Seelöwen und Pinguine aus nächster Nähe beobachten. Wenn man einem Koloss von Seelöwe (400 Kilo) mit ein paar Meter Entfernung in freier Wildbahn ins Auge blickt, da wird’s Einem schonmal mulmig. Auch hier immer schon ruhig bleiben und bei Gefahr auf keinen Fall rennen… 🙂 In der Gruppe bleiben und hoffen, dass sich eine langsam bewegende Masse als zu langweilig herausstellt. Zum Glück haben die sich eher untereinander gekabbelt, als uns als Spielkameraden zu sehen.

Meine erste Pinguin-Sichtung in freier Wildbahn fand ich gar nicht so spektakulär. Dafür war ein andere Person völlig aus dem Häuschen deswegen. Sie hat mir gesagt, dass Sie sehr glücklich sei Ihren ersten Pinguin gesehen zu haben. Na ja, jedem das Seine.

Ach ja und wir haben Albatrosse beobachtet. Ganz schön groß so’n Ding: Flügelspannweite 3 Meter. Wie alles in Neuseeland lässt sich diese Größenordnung nur schlecht nachvollziehen, wenn ein gigantischer Vogel in einer gigantischer Landschaft an einem vorüber zieht. Ich glaub, man müsste sich selbst sehen können, um zu begreifen wie groß der Vogel wirklich ist. Zwar hab ich gefühlte 100 Fotos, aber auf Keinem ist die Größe zu erkennen, weil sonst nur Himmel im Hintergrund ist.

Nachdem ich Dunedin hinter mir gelassen hatte, führte mich die Reise weiter zum Mount Cook. Doch dazu später mehr.

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Den Gürtel enger schnallen…

Ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich mich nicht gemeldet hab. Dafür gibt es natürlich vielerlei Gründe, aber Faulheit ist Keiner davon.

Seit meinem letzten Eintrag bin ich wieder gut ein Stück rumgekommen. Vom wilden und unberührten Doubtful Sound, über einen Besuch bei Pinguinen und Seelöwen zum Wahrzeichen Neuseelands, Mount Cook.

Gerade in den etwas wilderen Gegenden ist das mit dem Internet nicht immer gegeben, oder man war den ganzen Tag unterwegs und fällt um sieben Uhr abends in den Tiefschlaf.

Im Doubtful Sound hatte ich ja die Gelegenheit eine kleine Kreuzfahrt mit einer Übernachtung zu machen. Das war super, trotz der Aussicht auf 24 Stunden auf dem Wasser. In meiner Doppelkabine mit eigenem Bad hab ich mich sehr wohl gefühlt und die Aussicht auf die Fjordlandschaft ist nicht zu unterschätzen. So schippert man ganz gemütlich den Fjord entlang und hat alle Zeit der Welt Fotos zu machen. Am späten Nachmittag hat das Schiff geankert und es gab zwei Möglichkeiten die nähere Umgebung zu erkunden. Entweder im Kayak oder im Beiboot mit Kommentar eines Guides. Da es im Fjord ja alles, aber keinen Seegang gibt, ist Kayak fahren doch irgendwie uninteressant. 😉 Daher gab es eine Tour mit Guide, die etwa eine Stunde gedauert hat. Und das alles bei wunderbarem Sonnenschein!! In der Regel regnet es dort fast immer, aber dieses Mal hatte ich Glück. Eben auf diesem kleinen Ausflug ist mir der grandiose Einfall gekommen beim Aussäen in Zukunft Moos statt Erde zu verwenden. Jedenfalls mal testweise. An den Steilhängen wächst schließlich auch alles auf Moos. Warum nicht? Das werde ich gleich ausprobieren, wenn ich wieder zurück bin.

Am Abend gab es ein leckeres 3 Gänge Menü. Das mit dem Schlaf hat auch gut geklappt, obwohl die nebenan nachts einen ganzen Wald abgeholzt haben. Es hat auch angefangen zu regnen was irgendwie komisch geklungen hat, aber nach diesen Unterbrechungen bin ich schnell wieder eingeschlafen.

Leider hatte es seit dem nächtlichen Regenfall nicht mehr aufgehört, aber Regen sorgt für viele Wasserfälle…

Nachdem ich wieder in der Zivilisation angekommen bin wollte ich eigentlich wieder zurück aufs Boot, aber irgendwie hat das nicht so richtig geklappt.

Was will ich also sagen, wenn ich meine den Gürtel enger schnallen zu wollen? Es geht ums Sparen für die nächste Reise. Gedanklich bin ich schon dabei das zu tun. Bis zum tatsächlichen Antritt der Reise dürfte es noch dauern, aber man braucht ja ein Ziel vor Augen. Davon mal ganz abgesehen sollte ich den Gürtel sprichwörtlich wirklich etwas enger schnallen, weil Schoki hier eben günstiger ist, als gesunde Lebensmittel. ;).

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