Mittelerde Teil II

Gestern durfte ich wieder nach Mittelerde reisen. Manche Leute würde mich vielleicht als Nerd bezeichnen, aber Bob hat den Vogel für mich abgeschossen. Bob war unser Guide und ist sowas von Fan. Ich bin noch immer über sein unglaublich großes Wissen über die Bücher und die Welt von Tolkien beeindruckt. Bis jetzt hab ich noch Keinen kennen gelernt, der aus dem Hobbit oder dem Silmarillion zitieren konnte. Der hat seinen Traumjob gefunden, obwohl mir das eher wie eine Berufung erscheint. Dagegen fühle ich mich ziemlich unwissend. Er hat mich jedenfalls ein bisschen angesteckt, sodass ich mir im iBook Store die Bücher gleich nochmal besorgt hab.

Da es in den letzten zwei Tagen nur ganz wenig (juchu) geregnet hat, sind wieder vermehrt ‚Sandflies‘ unterwegs. Kleine, ungemütliche Stechmücken, die so raffiniert sind, dass man die Auswirkungen des Stichs erst nach einem halben Tag merkt. Wenn mich die Biester an Armen oder Beinen erwischen, ist mir das relativ egal. Das verhält sich aber ganz anders, wenn man im Gesicht gestochen wird. Wäre jetzt bald Comic-Con wäre Klingone wohl die richtige Verkleidung. 🙂

Trotz der Mückenstiche ein toller Ausflug. Bob hat auch was über die Produktion der Filme hier in Queenstown erzählt und hat uns als Souvenir zwei Tagesdispos mitgegeben. Da steht drauf, wer am Tag wann am Set zu sein hat, welche Requisiten und welches Equipment benötigt wird. Ich weiß nicht, was ich erwartet hab, aber die haben auch nur mit Wasser gekocht! Die Dispos, die wir für Ayuda erstellt haben, sahen genau so aus. 🙂 Ist aber trotzdem mal interessant zu sehen.

Morgen geht es weiter nach Te Anau.

Ich wünsche allen ein frohes Osterfest!!

Ach ja, hier noch ein kleines Foto für meine Kollegen…

Das ist ein Fergburger!

20140420-084656.jpg

Auf der Fahrt nach Quweenschtun

So in etwa hört es sich an, wenn das Navi versucht Queenstown auszusprechen. Zuerst hab ich noch gedacht, dass ich den falschen Namen eingegeben hab, aber die gute Dame kann leider gar kein Englisch. Ein kleiner Kurs dürfte Ihr ganz gut tun.

Da ich wusste, dass die Fahrt recht lang wird, bin ich entsprechend früh aufgebrochen. So gegen 07:00 Uhr bin ich in Hokitika los. Ich muss sagen, die Eifel war ein gutes Trainingspflaster dafür. Unzählige Kurven, unzählige Camper und Sturmböhen soweit das Auge reicht. Da können die in Wellington einpacken. Leider kann ich kein Bild davon zeigen, wie der Camper vor mir gefährlich geschwankt ist. Gedanklich habe ich mich schon gefragt, wo das Warndreieck im Auto ist und wo ich meine Warnweste im Koffer verstaut hab. Zum Glück ist nix passiert.

Dafür hat mein Körper aber für ein paar Sekunden eine Menge Adrenalin produziert. Seit meinem letzten Aufenthalt hier bin ich auf wackelnde und schwankende Dinge die auch noch Geräusche machen, nicht mehr so gut zu sprechen.

20140417-155904.jpg
Das Bild ist nicht von mir, sondern von einer behördlichen Website der Kiwis.

Man kann es zwar auf dem Foto nicht sehen, aber diese Brücke hat mich echt fertig gemacht. Nicht etwa wegen Gegenverkehr oder so. Nein, bei Sturmböhen verhält sich diese Brücke etwa so wie die Golden Gate Bridge bei Erdbeben. Sie ist so gebaut, dass Sie schwankt. Aufgrund des starken Windes hab ich mein Unglück zu spät erkannt. Da war ich schon auf der Brücke. Das ist vielleicht unangenehm. Nach etwa 10 Schrecksekunden und lautem ‚gut zureden‘ war ich froh, als ich die Brücke hinter mir hatte.

Ansonsten bin ich bei etwa 18 Grad Außentemperatur gestartet und hatte dann auf den Pisa Ranges, die kurz vor Queenstown liegen auf dem Gipfel Schnee und etwa nur 4 Grad. Auf diese Art von Wetterumschwung war ich nicht vorbereitet als ich ausgestiegen bin, um ein Foto zu machen. Wenn man mit kurzem Armen da oben steht, ist das doch etwas kalt.

20140417-161420.jpg

Zum Glück bin ich ja jetzt endlich da und nach einer heißen Dusche fühlt man sich besser. Gleich fahre ich noch mit der Gondel für ein Abendessen und ‚traditionelle Maoriaufführung‘ auf den Gipfel. Morgen geht es dann wieder nach Mittelerde. 🙂 Endlich!!

Viele Grüße aus Quweenschtun, Eva

PS: Nebenbei läuft auf stumm der Fernseher und neuseeländisches Fernsehen macht mir aufs neue Angst. Da ist eine angebliche Köchin, die zeigt wie man einen Tintenfischsalat zubereitet. Ohne die Stimme dazu, sieht man deutlich wie unsicher Sie ist. Auch der Umgang mit dem Messer erscheint mir nicht sonderlich professionell. Aber immer noch besser als die Serie aus der Notaufnahme, wo ich gestern Zeuge werden konnte, wie einem die Brust aufgeschnitten, mit diesem komischen Rippen-auseinander-Schiebe-Gestell der Brustkorb aufgeschoben und eine OP am Herz durchgeführt wurde. Also im deutschen Fernsehen hätte ich sicherlich nicht so viel gelernt.

H2O und Edi auf Reisen

Kia Ora!

Inzwischen habe ich es aus der internetfreien Zone geschafft und habe wieder dauerhaften Empfang. Daher kann ich noch etwas mehr vom Regen erzählen, der mich verfolgt und sogar so laut ist, dass ich nachts nicht schlafen kann…

Trotz des anhaltenden Regens habe ich den Abel Tasman Nationalpark zu Fuß erkundet und kann sagen, dass sich eine solche Tour auch bei Regen lohnt. Wie fast alles hier. Der Tag der Wanderung startete erwartungsgemäß mit einer für mich typischen Begutachtung des Bodens. Nur einen Schritt aus der Tür und es hat mich mal wieder dahin gerafft. Zunächst dachte ich, dass da nix weiter wäre, weil ich eine längere Hose getragen habe. Da das Pochen auch nach 20 Minuten noch nicht nachgelassen hat, hab ich einfach mal geguckt. Siehe da: es hat sich wieder gelohnt. Zwar nur ein Kratzer, aber die Sachen schmerzen ja häufig am meisten. Zu meinem ständigen Reisebegleiter gehört Wundspray. Also kurz eingesprüht und dann ging die Reise mit dem Wassertaxi los. Auch wenn das kleine Boot ganz schön geschaukelt hat, ging es mir erstaunlich gut. Ich hab mich bis zur Torrent Bay fahren lassen und bin von da aus zurück nach Marahau gelaufen. Ungefähr 4,5 Stunden durch strömenden Regen. Da konnten meinen Schuhe und meine Goretex-Regenjacke mal zeigen was Sie drauf haben. Meinen Schuhen gebe ich eine 1+ und meiner Jacke eine gute 2. Für den anhaltenden Regen hat Sie erstaunlich lange durchgehalten.

Essenstechnisch war ich gut vorbereitet und konnte mein üppiges Mahl in der Appletree Bay einnehmen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich eine Edi Tüte dabei hatte.

20140416-194149.jpg

Anne und Tobi haben mir bei Ihrem letzten Besuch ein echtes Wacholderbrot von zu Hause mitgebracht, was in dieser Tüte eingepackt war. Um meinen unglaublich großen Bedarf an Plastiktüten zu decken, ist diese Tüte mit auf die Reise gekommen. Wenn ich mir das so recht überlege dann ist die Tüte schon weit gereist. Von Ösch über den Niederrhein in die Apple Tree Bay. Ich weiß nur nicht recht, ob Sie auch den Weg nach Hause schafft, aber man weiß ja nie.

Nach der Wanderung war ich dann völlig im Eimer und hab den Rest des Tages damit verbracht mich aufzuwärmen und nichts zu tun.

Ich hatte noch einen Tag im Park übrig, aber da ich diesen nun schon von der See und vom Land aus erkundet hatte, hab ich mich dazu entschlossen nach Nelson zu fahren, da es auch an diesem Tag ausschließlich geregnet hatte. Regenwetter ist schlecht für die Reisekasse, da ich viel zu viel Geld beim Shopping ausgegeben habe. Dafür kann ich aber behaupten auch ein paar Schnäppchen gemacht zu haben. 🙂

Die letzte Nacht in Marahau hab ich fast kein Auge zu getan. Das lag nicht etwa an meiner kognitiven Dissonanz wegen des Shoppings, sondern vielmehr am Regen, der wirklich unglaublich laut war. Für die Nacht wurden für die Region starke Regenfälle vorausgesagt, was auch stimmte. Ich glaub, ich weiß erst jetzt was starker Regenfall bedeutet. Bis dato hab ich noch keinen solchen lang anhaltend, starken Regenschauer erlebt. Die Kiwi lachen sich bestimmt darüber kaputt, aber für mich war es so.

Dann bin ich heute nach Hokitika aufgebrochen und kann sogar berichten, dass ich zwischendurch die Sonne wiedersehen durfte.

20140416-194506.jpg

20140416-194650.jpg

Morgen geht es weiter nach Queenstown.

Eine Seefahrt die ist lustig…

Ich grüße noch aus Marahau.

Daher kommen die Beiträge etwas verzögert, weil hier in der Unterkunft gar kein Empfang ist. Geprägt von dauerhaftem Regen hab ich auch fast keine Fotos gemacht. Besonders beim Kayak fahren hab ich meine Kamera lieber im wasserdichten Seesack gelassen. Das Kayak fahren hat viel Spaß gemacht, obwohl ich bei der Hinfahrt große Sorge hatte zu Erfrieren. Ganz wie die Einheimischen hatte ich beschlossen bei nur 15 Grad Außentemperatur eine kurze Hose anzuziehen. Schon als ich darauf gewartet hab, dass es losgehen soll, war es in Kombination mit dem Wind recht frisch! Als ich mich angemeldet hatte hieß es gleich, dass ich mir einen tollen Tag ausgesucht hatte, da die See an dem Morgen recht unruhig war. Das hab ich unmittelbar nach Betreten des Bootes gemerkt. Es hilft ja nichts. Während der Fahrt von Kaiteriteri zur Torrent Bay, die ungefähr 40 Minuten dauert war mir schon ein bisschen flau im Magen und ich war mir unsicher, ob das mit dem Kayak fahren bei diesem Wellengang unbedingt sein musste.

Manchmal muss man sich aber seinen Dämonen stellen. Nach einer recht langen Ausführung zum Verhalten auf dem Wasser und ganz besonders was bei einer Eskimorolle zu tun ist war ich doch etwas nervös! Ich saß zusammen mit Katie im Kayak, die zum Glück etwas Erfahrung mitbrachte und die Steuerung übernahm. Nach anfänglicher Unsicherheit muss ich sagen, dass macht einen Mordsspaß. Besonders bei hohem Wellengang. Auch wenn man die anderen Kayaks aufgrund der Wellen nicht immer sehen konnte! Wer hätte gedacht, dass mir das Spaß macht? Wir haben an verschiedenen Buchten Halt gemacht und sind auch eine dunkle Höhle gekrochen, wo uns unser Guide Emma ‚Cave Wetas‘ gezeigt hat.

20140415-074407.jpg

Allerdings ist beim letzten Einsteigen ein kleines Malheur passiert. Wir haben das Kayak zu weit ins Wasser geschoben um Einzusteigen! Daher hatte ich die Hälfte des Meers IM Kayak. Sprich, ich war naß bis auf die Haut. Irgendwie ekelhaft. Am Ende wurde es dann nochmal spannend als es hieß, dass wir auf einer Welle an den Strand surfen sollten. Dabei kann das Kayak wohl leicht kentern, wenn man im falschen Winkel auf die Welle trifft. Wir haben aber alles richtig
gemacht und sind von einer Welle an den Strand getragen worden. Das ist eine Mordsgaudi.

Am Abholpunkt angekommen konnte sich jeder frische Sachen anziehen, sofern man sowas denn auch dabei hatte! Ich konnte mich zwar Rühmen eine neue Hose eingepackt zu haben, aber sonst nix! Also auch keine neue Unterwäsche. Das hilft natürlich wenig, wenn alles nass ist. Daher musste ich MacGyver erneut zur Rate ziehen und konnte mir mit einem Schal aushelfen. 🙂

Was würde ich nur ohne diese praktikablen Ideen tun?>

Wenn Einer eine Reise tut…

Hallo aus der Pampa (aka Marahau)!

Hier gibts auch keinen wirklichen Empfang. Weder Handynetz und damit auch kein Internet. Also konnte ich auch nicht eher schreiben. Im Ortskern soll es wohl Empfang geben. Da stellt sich mir natürlich die Frage: was macht man, wenn man hier lebt?

Was war so los in den letzten Tagen? Also, es hat fast durchgängig geregnet (tja Petrus, du hast wohl gar keinen Einfluss mehr). Ich hab mir Wellington noch ein bisschen angeguckt und hab mich mit ein paar Freunden getroffen.

Heute Morgen hieß es dann Abschied nehmen. Abschied von der Nordinsel, Abschied von Wellington und Abschied vom Mietwagen. Ich hoffte auch, Abschied vom Regen, aber das wird sich noch rausstellen. Die Fährüberfahrt war angenehmer als ich dachte, so wegen Seekrankheit und so. Keine Probleme und dieses Mal konnte ich die Tour auch draußen und nicht auf der Männertoilette verbringen. 🙂

Die Fahrt nach Marahau war wirklich traumhaft schön, aber irgendwie so als wenn man nach Nitztal fährt. Heute hab ich auch gedacht, dass es wahrscheinlich nicht schlecht ist, dass ich alleine fahre. Nach der Kurverei hätte vermutlich nach 10 Minuten jemand gekotzt. Ich liebe sowas ja. Also unbedingt den Queen Charlotte Drive nehmen. Man kommt zwar nur mit 50 km/h voran, aber dafür bekommt man auch was geboten. Schloss Bürresheim hab ich nicht entdeckt, aber dafür andere schöne Sachen.

Hab ich schon erwähnt, dass mein neuer Mietwagen wieder ein Corolla ist? Ich muss gestehen, dass Corollas von meiner Liste potenzieller Autos gestrichen sind. Da sind einige Sachen so gar nicht nach meinem Geschmack.

Dabei meine ich nicht nur die Größe des Kofferraums, die eigentlich nur für eine Person geeignet ist.

Ansonsten geht es mir gut, nur ist es echt schwierig hier Sachen zu Trocknen. Das ist fast unmöglich bei anhaltendem Regen. Was soll’s. Morgen geht es erstmal aufs Wasser mit einer Weltpremiere. Misses Seekrank wagt sich in einem See Kayak aufs Meer. Ich hoffe nur, dass es zu keiner Eskimorolle kommt! 🙂

Ich werde berichten… Sobald ich wieder Internet hab.

Alles was das Nerdherz begehrt…

Hallo aus dem verregneten (ja Petrus, dass ist ein Wink mit dem Zaunpfahl) Wellington.

Trotz des Regens mache ich das beste draus und hab mich heute vollständig dem Filmtourismus hingegeben. Ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Mein persönlicher Guide Robbie hat mir ein paar coole Drehorte der Herr der Ringe Filme gezeigt, zu denen ich so wohl nicht gefahren wäre (Frau Obst sei gedankt). Auch hatte ich so die Möglichkeit gleich zwei typische neuseeländische Gerichte zu probieren – chocolate fish und paua pattie. Yummy, by the way.

Wir waren im Weta Cave und haben eine Backstage Tour gemacht!! Für einen Fan natürlich tolle Sache. Dabei hab ich festgestellt, dass Weta wohl auch die Kostüme und Waffen für Kingdom of Heaven hergestellt hat. Von dem Film konnte ich letztes Jahr in Ouarzazate die Kulissen bestaunen. So schließt sich der Kreis!

Darüber hinaus hat Robbie mir viel über die Filme erzählt, da er bei den Herr der Ringe Filmen als Statist mehrfach im Einsatz war. Nachdem er mich wieder am Hotel abgesetzt hat, ist mir eingefallen, dass ich kein Foto mit Ihm zusammen gemacht hab. Das muss ich irgendwie nachholen…

Wir haben auch noch einen kleinen Abstecher zum Anduin, Isengard und nach Rivendell gemacht. Rivendell ist wirklich unglaublich. Jeder der in der Gegend ist, sollte mal vorbei fahren.

Ansonsten präsentiert sich Wellington als ein nettes Städtchen, wo es sich gut aushalten lässt.

🙂

20140410-174757.jpg

Erster Brief eines Öschers an Apostel Petrus…

Lieber Petrus, Herr über den Schlüssel zum Himmelreich und dem Volksmund nach Herr über das Wetter.

Ich schreibe Dir aus gegebenem Anlass. Meinen, nicht ganz uneigennützigen Wunsch, äußere ich zu Beginn meines Briefes, damit keine Missverständnisse aufkommen. Zu den Ausführungen komme ich später.

Bitte lass es ab Morgen aufhören zu regnen!

Heute Nacht kann es wegen mir noch schütten wie Sau. Ja, ich weiß das die Region hier dringend Regen braucht, aber zwei Tage Dauerbewässerung dürften ausreichen.

Jetzt denk doch auch mal an die Touristen. Die kommen in diese ‚angeblich‘ tolle Region, um die vielen Weinreben und die tolle Landschaft zu sehen. Was präsentierst Du Ihnen? Trübe Sicht soweit das Auge reicht. Wie soll man denn auf diese Art begreifen und sehen wie viel Land das Erdbeben in den 30ziger Jahren Napier geschenkt hat? Ach, da hast Du spontan keine Antwort drauf? Für Dein besseres Verständnis schildere ich Dir die Fahrt vom Tongariro Nationalpark nach Napier, die bei schönstem Sonnenschein und blauem Himmel gestartet ist:

09:45 Uhr Abfahrt vom Château bei blauem Himmel und Sonnenschein (ich trage meine Sonnenbrille).

10:19 Uhr Die ersten Regentropfen prasseln auf die Scheibe. Ich weigere mich, denn Scheibenwischer anzustellen.

10:20 Uhr Ich versuche den Scheibenwischer anzumachen, blinke aber stattdessen links. Verdammter Linksverkehr. Endlich ist er an. Die Sicht ist allerdings ähnlich schlecht.

10:40 Uhr Ein weißer Golf VII überholt mich.

10:52 Uhr Ich realisiere, dass ich die letzten 46 Kilometer ein und dem selben LKW mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 85 km/h folge. Die Sicht wird unterdessen immer schlechter. Nebel zieht auf. Teilweise sinkt die Sicht unter 50 Meter.

11:02 Uhr Der Regen wird stärker.

11:19 Uhr Endlich kann ich den LKW überholen.

11:25 Uhr Ich schließe zum Golf VII auf.

11:26 Uhr. Da die gemütliche Fahrweise jetzt vorbei ist, ziehe ich die Sonnenbrille aus.

11:42 Uhr Leise verfluche ich den Corolla und meinen Hintermann. Den Einen, weil er zu lahmarschig ist und nicht aus dem Quark kommt und den Anderen, weil er mir im Kofferraum hängt.

11:49 Uhr. Angetrieben vom Hintermann und dem Nordschleifenfeeling frage ich mich, ob ich jemals ankommen werde.

12:05 Uhr Ich ermahne mich die Verkehrsregeln wieder zu beachten und nicht mehr mit 120 km/h auf nasser Fahrbahn durchs Gebirge zu brettern! Obwohl ich nur annehmen kann, dass es sich um ein Gebirge handelt.

12:39 Uhr Endlich an der Unterkunft angekommen…

Was, lieber Petrus, will ich damit zum Ausdruck bringen? Bei schönem Wetter hätte ich was der einzigartigen Landschaft sehen können.

Wie stehen die Chancen, dass aus rainy Wellington wieder windy Wellington wird? Auch im Hinblick auf den royalen Besuch. Wenigstens für Baby George solltest Du ein Herz haben, wenn schon nicht für mich.

Ich freue mich natürlich über eine Antwort von Dir. Es reicht aber völlig, wenn der Regen aufhört!

Grüße von der Erde.

Captain Picard läd zur Teestunde

Ja, erst kommt nix und dann gleich zwei Einträge auf einmal. Das liegt aber nur daran, dass ich Schwarztee intus habe. Wer mich kennt, der weiß das ich sowas normalerweise nicht trinke. Auch Kaffee steht nicht auf meiner Liste der Wunschgetränke. Daher reagiert mein Körper recht stark darauf. Ob ich später einschlafen kann bleibt ungewiss. Ich frage mich grade, ob man sich so fühlt, wenn man auf Drogen ist? Total auf Zack, bereit es mit Sauron aufzunehmen. Der wohnt ja gleich ums Eck. Auf dem Weg dahin überhol ich dann noch Frodo, plaudere mit Sam übers Gärtnern und prügel mich mit Gollum. Alles natürlich bevor ich den Ring reinwerfe. 🙂

Boah, Schwarztee sorgt auf jeden Fall für literarische Höhenflüge. Jedenfalls übernachte ich heute in einem Château im Park. Diese Unterkunft ist auch eher High Class, was nicht ganz zum Neis’schen Gepäck passt. Deswegen hab ich mein Gepäck auf dem Parkplatz umgepackt, damit die feine Gesellschaft hier nicht denkt, dass ich Werbeträger für Countdown und dm bin. Von dm gibt es ja auch sonst schon genug Plastiktüten in meinem Gepäck.

20140406-162206.jpg

In der Lobby gibt es eine Lounge mit einer tollen Aussicht. In der Übernachtung ist auch ein sogenannter High Tea inklusive. Es gibt also Tee und Schnittchen. Dabei hab ich mir in guter alter Picard Tradition einen Earl Grey bestellt. Jetzt lümmel ich hier auf dem Sofa rum und höre dem Alleinunterhalter zu. In diesem Rausch irgendwie abgefahren. Der schmettert so Hits wie die spanische Version von ‚unbreak my Heart‘ von Toni Braxton. Obwohl ich Ihm lassen muss, dass er eine nette Stimme hat.

Ansonsten gibt es hier eine Horde von Familien mit Kindern, die mich nerven. Die passen so gar nicht hier rein.

Ich hab mich übrigens gegen einen Rundflug entschieden, weil der mir doch zu teuer erschien. Stattdessen hab ich eine kleinere Wanderung zu einem Wasserfall unternommen.

Hab ich schon erwähnt, dass ich mir eben einen zweiten Earl Grey bestellt hab? Captain Picard lässt aber immer noch auf sich warten. Schade.;

Mach mal ein bisschen Dampf und Schweizer Skihütten mit Haustier

Wow. Mein letzter Eintrag liegt zwar noch nicht lange zurück, aber ich habe das Gefühl, dass seit dem ungefähr drei Wochen vergangen sind. Dabei sind es aber eigentlich nur 3 Tage. Ja, was ist denn so passiert? Nach meinem letzten Eintrag musste ich mich leider von Rotorua, der überaus gemütlichen Unterkunft und von John verabschieden. Der Weg hat mich nach Taupo geführt. In meiner Fantasie hab ich mir den Ort immer ganz anders vorgestellt, aber ich finde es ist ein durchaus kleines und nettes Örtchen mit einer grandiosen Lage am Lake Taupo. Es stand ja der Besuch der Partneragentur auf dem Programm. Ich hatte mir schon lange vorher überlegt meinen Spleen auch hier auszuleben und habe eine Topfpflanze fürs Büro gekauft. Neuseeländische Baumärkte unterscheiden sich nicht wesentlich von Unseren (auch nicht in der Auswahl der Zimmerpflanzen). Damit habe ich dann die lieben Kollegen dort beglückt. Dort hat man gleich überlegt noch weitere Pflanzen anzuschaffen. Mal sehen was so passiert. 🙂 Wir waren alle zusammen einen Kaffee trinken und haben ein bisschen gequatscht.

Nachdem ich dann in meine Unterkunft eingecheckt hatte, habe ich die Gelegenheit genutzt die Huka Falls zu besichtigen. Was ich daran so interessant fand, waren nicht unbedingt die Wasserfälle, sondern eher die Farbe des Wassers. Am Abend bin ich dann noch mit zu einem BBQ gegangen, was ein wirklich netter Abend war, aber ich war auch echt müde als ich ins Bett gefallen bin.

Es hieß früh aufstehen, da ich noch ins Wai o Tapu Thermal Wonderland wollte. Dafür musste ich wieder ein Stück zurück fahren. Der Besuch dort hat sich wirklich gelohnt. Kochend heißes Wasser in verschiedenen Farben, versetzt mit wunderbarem Geruch von faulen Eiern. Was will man also mehr? Leider kommen die Farben auf dem Foto nicht so gut raus. Es gab auch die Möglichkeit den Ausbruch des Lady Knox Geysirs zu sehen, was ich aber nicht so spektakulär fand. Der Geysir wird künstlich mit einer Art Treibmittel zum Ausbruch gebracht. Ist nett wenn man das mal gesehen hat, aber so richtig vom Hocker gerissen hat mich das nicht.

Dann ging die Fahrt wieder zurück in Richtung Taupo und dann weiter in den Tongariro Nationalpark. Es ist schon imposant, wenn man am Lake Taupo entlang fährt und wenn Dir dabei im Hintergrund Mount Doom zulächelt. Auf die Wanderung hab ich mich sehr gefreut. Wenn man das Alpine Crossing laufen möchte, dann sind zwei Übernachtungen nötig. Dabei teilen sich meine in eine Nacht in Ohakune (die Unterkunft erinnert aber eher an die Schweiz) und eine im berühmten Chateau Tongariro. Gestern Abend habe ich auch gleich den Transfer für die Wanderung organisiert, weil es sich dabei um keinen Rundweg handelt.

sadfasf

20140406-085538.jpg

Auf sowas möchte man ja gut vorbereitet sein. Das Wetter kann jederzeit umschwingen, man könnte vom Weg abkommen, einer der Vulkane könnte ausbrechen, oder man könnte von plötzlich einsetzendem Schneefall überrascht werden.

Die Unterkunft in Ohakune ist eher so wie man sich eine Schweizer Blockhütte vorstellt, da im Winter hier der Bär steppt. Es ist alles aus Holz. Wände, Decken und auch der Couchtisch. In diesem Tisch könnte man auch gut und gerne jemanden verschachern. 🙂

20140406-085831.jpg

Ich weiß auch nicht warum, aber zur Feier des Tages, wollte ich gerne Essen gehen, was ich ja sonst aus Budgetgründen eher lasse. Direkt hier neben der Unterkunft gibt es ein nettes Restaurant, wo ich mir Red Snapper bestellt habe. Yummy.

20140406-090022.jpg

Dem Alter entsprechend natürlich mit einem Glas Weißwein. Wie war nochmal der Spruch? ‚Scheißdrauf, Neuseeland ist nur einmal im Jahr…‘ Oder hieß das anders?

Ich weiß nicht, ob Ihr Euch noch an den ersten Beitrag erinnern könnt, aber da schrieb ich ja was von lästigen Bazillen und Viren, die mir einfach keine Ruhe lassen. Mein Plan war ja eigentlich die zu Hause zurück zu lassen. Ein paar von denen sind wohl doch mitgekommen und haben ‚hallo‘ gesagt. Jedenfalls möchte ich nicht mit laufender Nase und und Halsweh in den Bergen rumkrabbeln. Dafür fühle ich mich leider nicht fit genug. Was wirklich ärgerlich ist, da ich mir den ganzen Spaß doch mal genau anschauen möchte. Jetzt versuche ich den Tag anders zu verbringen. Zum Glück gibt es hier auch eine Menge andere Dinge zu tun. Vielleicht investiere ich auch ein bisschen was und mache einen Rundflug. Weiß ich aber noch nicht genau. Ich werde berichten.

Jetzt muss ich mich erstmal um diesen kleinen Freund hier kümmern, der grade ins Zimmer geflogen ist, aber nicht mehr rausfindet.

20140406-090605.jpg

In diesem Sinne…

Es ist nicht alles Gold…

… was glänzt. Irgendwie tut es mir ja fast leid, aber ich muss jetzt auch mal was Negatives Schreiben. Auch wenn ich gleich weiter nach Taupo fahre, aber das wollte ich noch schnell loswerden. Daher nur ein kleiner Beitrag.

Da wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten (trotz anhaltendem Sonnenschein). Zurzeit bin ich noch in Rotorua und habe mich gestern dazu entschlossen eine Wanderung durch den ‚Redwood Forest‘ zu machen. Es gibt verschiedene Wanderrouten und ich hatte mich für den Tokorangi Track entschieden, der etwas über 10 Kilometer lang ist. Der Wald besticht durch die großen Bäume, die sonst eher in Kalifornien anzutreffen sind. Die ersten 10 Minuten haben mir auch ausgesprochen gut gefallen. Alles bedeckt mit meiner Lieblingsfarbe und ab und zu mal ein kleiner Schlammtümpel, also eigentlich alles nach meinem Geschmack. Der Track zweigte dann irgendwann rechts ab und dann ging es eine zeitlang nur nach oben (wogegen ich auch absolut nichts einzuwenden hatte). Schließlich erwartet einen oben, für gewöhnlich, eine tolle Aussicht. Es gab eine Aussicht, aber die hat mir nicht gefallen. Im Rücken konnte man zwar sehr weit über den Lake Rotorua sehen, aber auf der anderen Seite, weit und breit nichts als Ödnis. Eine endlos erscheinende Fläche von abgeholztem Wald. Dieser Anblick hat mich dann (in verschiedene Formen) den Rest der Wanderung begleitet. Ich verstehe absolut nicht, warum dort ein Wanderweg lang führen soll. Es sei denn um darauf aufmerksam zu machen, dass man mit Holz viel Geld verdienen kann. Nachdem ich die nächsten 3 Kilometer an der Ödnis entlang gegangen bin, gab es noch einen weiteren Höhepunkt. Der Weg führte jetzt mitten durch den abgeholzten Teil! Ich breche ja selten Sachen ab, aber ich hatte keinen Bock mehr und hab mein smartphone zur Rate gezogen, um mir den kürzesten Weg zum Parkplatz anzeigen zu lassen. Anscheinend war ich dem Ende der Wanderung schon recht nah und der Weg deckte sich mit der vorgeschlagenen Route der Karten-App. Es ging dann noch an einer Art Klärwerk vorbei und ich war wirklich froh, als ich wieder am Auto angekommen war.

Nachdem ich gestern Abend nochmal drüber nachgedacht habe, ist mir doch noch was Positives dazu eingefallen. Der Wald ist übersät mit Mountainbike Strecken und ich glaube das macht richtig viel Spaß und ich kann daher trotzdem noch eine Empfehlung aussprechen. 🙂 Wenn es darum geht mit richtig viel Speed durch die Ödnis zu rasen, dann solltet Ihr das unbedingt genau da machen. Ansonsten sollte man eher eine der anderen Wanderungen machen und alles ist gut.

Bis bald.