Duathlon im Duo

Unglaublich. Wie üblich wundere ich mich, wie lange es her ist, dass ich zum letzten Mal einen Beitrag verfasst habe. Zwei ganze Jahre. Was hatte ich vor zwei Jahren nicht alles geplant? Wo wollte ich nicht überall hin? Was wollte ich mir nicht alles anschauen? Wen wollte ich nicht alles besuchen? „Aus Gründen“ ist daraus nichts geworden. Auch diesen Sommer frage ich mich, ob es nicht doch noch einen Sommer früh ist. Genug philosophische Vorrede! Das hier ist keine Unterrichtsstunde in Weltanschauung, sondern eine Reiseberichterstattung.

Irgendwann ist mal gut. Es ist wichtig, wieder die Nase in den Wind zu hängen und fremden Boden unter den Füßen zu spüren. Bei einem der vielen virtuellen Gespräche mit Sabrina haben wir den Entschluss gefasst, im Sommer eine Reise mit dem Zelt zu unternehmen. In den Ursprüngen sollte es Österreich und oder die Schweiz werden. In der nächsten Evolutionsstufe Bayern und BaWü. Letztlich haben wir alles über den Haufen geworfen und überlegt uns von der Wetterprognose und Inzidenzwerten leiten zu lassen.

Ich kann im Grunde genommen nur sagen, wo diese Reise gestartet ist. Ganz einfach – in der beschaulichen Casa Neis, wo ich am Vor-Abreisetag (= mehr als nur ein bisschen zu spät) versucht habe, mein Gepäck möglichst schlau im Auto zu verteilen, damit wir beim Zelten alles Wichtige griffbereit haben. Dabei musste ich wieder an MacGyver denken, denn ich habe versucht ohne Beschädigungen am Auto ein Gepäcknetz im Himmel anzubringen. Mit der Frage: „Was würde mit MacGyver tun?“ komme ich meistens weiter. Ob in neuseeländischen Aufzügen, oder auf Campingtrips auf der grünen Insel. Am Sonntag bin ich im dicksten Reiseverkehr in Richtung Schleswig-Holstein aufgebrochen, um Sabrina einzusammeln.

Mit Kabelbindern lässt sich Einiges machen…
Hauptsache der Basilikum ist dabei.

Nächster Halt: Haffkrug. Dort ist der Camping-Urlaub, in einer wunderschönen Ferienwohnung direkt am Meer gestartet… 😉 Kaum sind wir angekommen, fange ich schon wieder an Sachen zu suchen. In welcher Tasche hatte ich das noch gleich?!? Erstmal direkt zum Strand – Seeluft schnuppern. 1. Urlaubstag und zack hab ich doch glatt die Buchbesprechung aus einem meiner Buchclubs vergessen. Davon mal abgesehen, hab ich neben dem Termin auch die erforderlichen Seiten gar nicht gelesen. Um die Schmach zu schmälern hab ich mich mit Live-Meerblick entschuldigt…

Beinahe Buchbesprechung für Fortgeschrittene

Da keiner mehr Bock zum Kochen hatte, haben wir uns bekochen lassen. Das Wetter war so gut, dass wir draußen sitzen konnten und es war herrlich einfach nur Leute zu beobachten.

Möwen-Selfie (da muss ich noch üben)

Am nächsten Morgen (=heute) bin ich früh raus und habe umgehend mein Versäumnis nachgeholt und konnte beim Sonnenaufgang Lesen, sodass ich heute Abend bei der Buchbesprechung auftrumpfen kann.

Yin und Yang

Ein Ausflug zum Brodtener Ufer war geplant und schnell kristallisierte sich heraus, dass es zu Fuß zu weit ist und das eine Fahrradtour genau das Richtige wäre… Öh ja – Fahrradfahren… Ja – also… Einmal ist kein Mal – also hab ich zugesagt und Sabrina vorgewarnt, dass ich ziemlich aggressiv in die Pedale treten werde, weil das überhaupt nicht meine Fortbewegungsart ist und ich den Fahrradhype nicht im Ansatz verstehe. Auf dem etwas älteren Vintage-Drahtesel mit pink-farbenen Design, Rücktrittbremse und drei Gängen ging es los. Immer grade aus. Nach den ersten 250 Metern sah mein innerer Dialog ungefähr so aus:

  • Sind wir bald da?
  • Mein Hintern tut weh.
  • Ich wünschte, ich wäre schon auf dem Rückweg.
  • Warum ist mein Hintern nass?
  • Ich muss aufs Klo.
  • Was finden die Leute nur am Fahrradfahren so toll?

Sabrinas innerer Dialog sah in etwa so aus:

  • Total tolles Wetter heute.
  • Die Sonne scheint.
  • So aktiv war ich schon lange nicht mehr.
  • Fahrradfahren ist echt entspannt.
  • Sehr schöne Architektur.

Nachdem wir an der wunderschönen Steilküste angekommen sind, stellen wir unsere Fahrräder ab und laufen zu Fuß etwa 5 Kilometer bis Travemünde, bummeln ein bisschen die Promenade entlang – essen ein extrem geiles Fischbrötchen, Lachshappen und Algensalat und gehen dann gemächlich wieder zu unseren Rädern zurück.

Ja – ich fahre tatsächlich Fahrrad

Die Tagesbilanz hat 26,72 Kilometer mit dem Rad und dazwischen mal eben noch 10,25 Kilometer zu Fuß auf dem Tacho. Da haben wir uns unser Gläschen neuseeländischen Sauvignon Blanc redlich verdient.

Kräuter-Matjes-Brötchen (äußerst lecker)

Ich stelle außerdem fest, dass ich wieder ins Blogschreiben reinkommen muss. Da hab ich die zwei Wochen die Gelegenheit zu.

Wie üblich freue ich mich über Eure Kommentare und verbleibe bis Morgen.

Abschnitt am Brodtener Ufer (Credit Sabrina – ich hab kaum bis gar keine Fotos gemacht)

3 Gedanken zu “Duathlon im Duo

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