8 – 9 – 10

Bob oder nicht Bob, dass ist hier die Frage

Upsi. Ähm ja – also. Wie soll ich sagen? Ein bisschen im Hintertreffen? Vielleicht hat Bob mir zu viel Energie geraubt? Fairerweise lässt sich vermutlich die Ursache nicht zu 100% auf Bob schieben. 😬 Wir sind zu übermütig geworden und haben grundsätzlich alles gegessen, was man uns angeboten hat. Wirklich alles. Weintrauben von der Straße, Wassermelone hier, Honigmelone da, sonstiges Obst, ein notdürftig gewaschener Apfel auf dem Markt und noch vieles mehr. Wenn wir auswärts essen, was zwei Mal am Tag vorkommt, dann grundsätzlich usbekisch. Immer wenn es heißt europäische Küche oder usbekische Küche, wählen wir die Einheimische. Sabrina hat sich schneller erholt als ich. Ich kämpfe seit den letzten zwei Tagen mit der Touristenkrankheit und hab zwar fleißig alles gegessen, aber im Grunde hätte ich mir das sparen können. Zusätzlich hab ich mir von den diversen Klimaanlagen eine Erkältung eingefangen. Heute ist der erste Tag, wo es besser ist. Jedenfalls kommt mit diesem Beitrag nun der Versuch die letzten Tage aufzuholen. Das geht natürlich nur in Kurzform. Daher kommt nun die Zusammenfassung von drei Tagen.

Im Schweinsgalopp

Tag 8

Baha-ud-din-Naqshbandi-Komplex
Baha-ud-din-Naqshbandi-Komplex
Villa des Kaufmanns Fayzullo Xo’jaev
Fayzullo Xo’jaev himself
Innenhof der Villa Fayzullo Xo’jaev
Samanidenmausoleum (892-907)
Die Samaniden nannte man auch Feueranbeter
Mausoleum Chasma – Ayun, was heute ein Wassermuseum ist.
Auf dem Markt Kolkhoznyy Rynok
Auf dem Markt Kolkhoznyy Rynok
Auf dem Markt Kolkhoznyy Rynok
Auf dem Markt Kolkhoznyy Rynok

Tag 9 – Auf nach Shahirsabz

Zwei Grazien im Baumwollfeld

Amir Timur kleckerte nicht – er klotze

Shahirsabz – der Weiße Palast. 38 Meter hoch.
Wie üblich mein Highlight- eine Fahrt im Electro-Car

Tag 10

Der heutige Tag startet mit einer Fahrt über eine Passstraße. Ich kann die Fahrt zu Beginn nicht genießen, weil ich einen Hustenanfall nach dem anderen habe und Sabrina, weil sie auf der Rückbank nicht so gut Fotos schießen kann. Auf beiden Seiten ist hinten ein Sonnenschutz angebracht. So sehen Fotos von grandiosen Berglandschaften eben aus, als hätte man sie durch ein Fliegengitter fotografiert. Ich huste derartig, dass sich unser Reiseleiter entschuldigt und fragt, ob er in der Polyklinik anrufen soll. Ich verneine hüstelnd und wir fahren weiter. Nach einer Weile bessert sich der Husten zum Glück. Nicht schon wieder ins Krankenhaus. Wir halten an zwei Stellen an, um Fotos zu schießen. Oben erwartet uns ein kleiner Markt, wo ganz viele von diesen kleinen getrockneten Kügelchen aus Sauermilch zum Verkauf angeboten werden.

Thata-Karacha-Pass 1.788 Meter
Katyk – getrocknete Sauermilchkugeln. Die kleine Variante davon heißt Kurt.
Hier wurde der „berühmte“ Film Apachen gedreht

Weiter geht es nach Samarkand. Wir sind äußerst gespannt, ob Samarkand mit unserem Liebling Xiva mithält. Spoileralarm! Jaaaaaa. Wir besuchen das Grab von Amir Timur und seinen Verwandten, checken ins Hotel ein, Mittagessen uuuuuund dann der Registan-Platz. Mal unter uns gesprochen. Schon die Kuppel des Mausoleums von Amir sieht so unglaublich aus, dass man sich fragt, ob jemand die Decke mit Photoshop bearbeitet hat. Hier stoßen unsere Smartphones an Ihre Grenzen, obwohl wir mit einem Weitwinkel arbeiten können. Wir sind beide geplättet und sind uns einig, dass sich das unmöglich mit einem Foto einfangen lässt. #winkmitdemzaunpfahlnachusbekistan zu reisen

Schonkost auf Usbekisch

Hab ich schon erwähnt, dass der Registan-Platz krass abgefahren ist? Es ist hier nicht unüblich, dass sich Medresen gegenüber stehen. Hier hat man gleich eins drauf gesetzt. Aus zwei mach einfach drei. Dann sind die natürlich völlig anders gestaltet und man bräuchte eine Woche sich alles anzuschauen. Wieder stoßen unsere Smartphone-Kameras an Ihre Grenzen.

Bevor wir zu den aktuellen Fotos kommen… Ihr erinnert Euch? Usbekistan wurde sehr oft erobert und es gibt hier Erdbeben. Deswegen möchte ich Euch erstmal ein paar alte Aufnahmen zeigen.

Ein weiterer interessanter Fakt. Das ein oder andere Bauwerk steht ein wenig schief. Das liegt daran, dass auf Sand gebaut wurde und sich die Gebäude teilweise wie der schiefe Turm von Pisa neigen.

Ulug’Bek Medrese
Sherdor Medrese
Tillakori Medrese

Heute war der Tag von Superlativen geprägt. In den Innenhöfen der einzelnen Medresen kann man ebenfalls viele spannende Dinge entdecken. Wir haben uns erklären lassen, wie man verschiedene Fliesenarten fertigt. In diesem Laden haben wir ausgiebig geshoppt. Ausgiebig gehandelt haben wir allerdings nicht. Stolze zwei Euro konnten wir rausholen. 🤷🏼‍♀️ Nach dem offiziellen Teil mit unserem Reiseleiter hatten wir eine Stunde lang die Gelegenheit alles auf uns wirken zu lassen.

Wieder im Hotel angekommen, beschäftigten wir den Facility Manager des Hotels etwa 45 Minuten mit unserem Türschloss.

Nach dem Abendessen, was für mich, wie schon zu Mittag, aus trockenem Reis bestand, ging es erneut zum Registan-Platz.

Übrigens – wir frieren bei 27 Grad…

Erkenntnisse Tag 8 – 9 – 10

  • Usbeken sind sehr geduldige Menschen, Ausnahme beim Auto fahren.
  • Gemütliche Zimmerbeleuchtung ist ein Fremdwort.
  • Vegetarische (Fleisch)Suppe heißt Gemüse schwimmt in Rinderfettaugen.
  • Gastfreundschaft geht weit über das Zuschütten mit Essen hinaus – auch damit einhergehende Wehwehchen werden mit allen Mitteln bekämpft.
  • In Woche 2 hat unser Reiseleiter (widerwillig) verstanden, dass wir (a) nicht so viel und (b) kein Fleisch essen wollen.
  • Der Koffer ist endlich leichter, ein Drittel der Feuchttücher und Desinfektionstücher sind leer, Platz für Shopping.
  • Wir sind heftig im Handeln, ganze 2 Euro haben wir ausgehandelt.
  • In Samarkand sind Kuppeln rippenförmig und verziert.
  • Wenn man seine Grabstätte im heftigsten Palast des Landes haben möchte, muss man sich nur mit Fleisch einschleimen #fleischforpresident. So geschehen bei einem Metzger aus der Bauzeit der Sherdor Medrese.

Wat meinst Du denn so dazu?